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Ach was?: Gemeinsames Programm auf der Landesgartenschau

Bistum und evangelische Kirchen präsentieren sich gemeinsam auf Landesgartenschau
Ach was?: Gemeinsames Programm auf der Landesgartenschau
Ach was?: Gemeinsames Programm auf der Landesgartenschau
Ulrike Scherf, Wolfgang Rösch und Martin Hußmann (v.links) freuen sich auf die Landesgartenschau in Bad Schwalbach. © Bistum Limburg

Die Kirchen präsentieren sich auf der Hessischen Landesgartenschau in Bad Schwalbach ab dem 28. April mit einem mobilen Gotteshaus. Rund um die LichtKirche können Gäste an 163 Tagen über 400 kirchliche Veranstaltungen erleben. Unter anderem stehen Lesungen, Konzerte, Mitmach-Aktionen und ein Pilgerweg „Querbeet auf Gottes Spuren“ auf dem Programm, das am Donnerstag (8. März) vorgestellt wurde. Erstmals arbeiten die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck (EKKW) und das Bistum Limburg bei einer Landesgartenschau zusammen. Das gemeinsame Motto lautet: „Ach was?“. Es spielt humorvoll auf die Verwunderung vieler an, als Bad Schwalbach überraschend den Zuschlag für die Gartenschau erhielt. Die Kirchen wollen mit ihrer Präsenz die Kurstadt im Taunus auch in ganz neues Licht rücken.

Kirche überraschend erleben

Neben ökumenischen Gottesdiensten und besonderen Mittagsandachten sind insgesamt 45 Bühnenauftritte an der nachts in bunten Farben strahlenden LichtKirche geplant. So werden die Gäste beispielsweise bei der „Predigt-Slam Show“ mit Bo Wimmer, dem Kabarettisten „Mr. Joy“ sowie Auftritten der Zauberers Matthias Drechsel oder der Puppenspieler „Valsche Fögel“ die Kirchen auch von ihrer überraschenden Seite erleben. Daneben sorgen der Psychoanalytiker Alexander Cherdron mit der Frage „Wieviel Wut tut eigentlich gut?“ und Lesungen mit den Autorinnen Renate Kohn und Ulrike Nerath sowie Dominique Horwitz für nachdenkliche Töne. Über 100 Ehrenamtliche werden darüber hinaus die Gäste während der Öffnungszeiten betreuen. Die Vorbereitungen für den Aufbau der mehrfach mit Architekturpreisen ausgezeichneten LichtKirche in unmittelbarer Nähe des Kurhauses haben bereits begonnen. Zuletzt war das transportable Gebäude auf der Weltausstellung der Reformation Im Sommer 2017 in Wittenberg zu sehen.

Scherf: Gesellschaftliches Zeichen setzen 

Für die Stellvertretende Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau, Ulrike Scherf, erinnert das Leitwort der Kirchen „Ach was?“ daran, dass „Staunen der Ursprung des Glaubens ist“. Ziel des Auftritts auf der Landesgartenschau sei es, den christlichen Glauben auch von seiner „überraschenden Seite“ zu zeigen. Gleichzeitig sei die Präsenz der Kirchen auf der Landesgartenschau auch ein „klares gesellschaftliches Statement“. Sie setzten ein Zeichen dafür, dass die Kirchen in der vom Strukturwandel gezeichneten Region Bad Schwalbach weiterhin dafür sorgen, dass Bürgerinnen und Bürger hoffnungsvolle „Ach was?- Momente in ihrem Leben“ erleben können, so Scherf.

Rösch: Da sein, wo die Menschen sind 

Der Generalvikar des Bistums Limburg, Wolfgang Rösch, verwies auf die ökumenische Premiere bei einer Landesgartenschau. „Es ist ein Geschenk und Ausdruck der gelebten Ökumene, die zwischen den Kirchen hier in der Region und weit darüber hinaus besteht“, sagte der Generalvikar. Rösch: „Da sein, wo die Menschen sind und das Leben mit ihnen teilen: Das ist das gemeinsame Ziel.“ Das „starke Programm“ sei Ausdruck für die gelungene Zusammenarbeit, so der Generalvikar.

Falk: Rundes Angebot der Kirchen

Nach Worten von Michael Falk, Geschäftsführer der Landesgartenschau“ wird die Lichtkirche das Gelände bereichern „Das prämierte Gebäude und die Zusammenarbeit der beteiligten Kirchen stellt eine sinnvolle und schöne Ergänzung unserer Ausstellung dar. Die von der Lichtkirche geplanten Veranstaltungen fügen in unser Veranstaltungsprogramm zu einem absolut runden Angebot von weit über 1000 Events ein", so Falk.

Hußmann: Geistliches Zuhause auf Zeit

Bürgermeister Martin Hußmann sagte: „Mit der Lichtkirche auf dem Landesgartenschau-Gelände bezieht die Ökumene auf dem Gelände ihr geistliches Zuhause auf Zeit. Kirche kommt in vielen Facetten zu den Menschen. Die außergewöhnliche Bauweise der Kirche, die abends ein ganz besonderes Flair verbreiten wird, und das breit gefächerte Angebot lassen die Besucher Kirche einmal anders erleben.“

Insgesamt 23 Themenwochen geplant

Insgesamt wird jede der 23 Veranstaltungswochen unter einem neuen Motto stehen, erklärte LichtKirchen-Pfarrerin Mareike Frahn-Langenau aus Hessen-Nassau. Darunter etwa „Was Ärgerliches“ oder „Mal was (ganz) Anderes“. Spirituelle Impulse lieferten die täglichen Mittagsgedanken und Reisesegen (12 Uhr und 16.30 Uhr) sowie die sonntäglichen Gottesdienste, die zu besonderen Themen gestaltet seien (jeweils um 12 Uhr). Besucherinnen und Besucher  könnten sich auch einen stärkenden Segen zusprechen lassen oder die Gelegenheit zu einem seelsorglichen Gespräch nutzen. Auch evangelische Taufen seien an der LichtKirche möglich. Dieter Dersch, Beauftragter für Großprojekte und Sonderveranstaltungen der kurhessischen Kirche. hofft, dass „die Besucherinnen und Besucher das finden, was sie suchen: Eine stille Minute, ein fröhliches Konzert oder ein offenes Ohr- eben das, was nötig ist in diesem Leben.“