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Ästhetische Erinnerungsarbeit in der Villa Gründergeist

(das) heim - performative Installation von profikollektion
Ästhetische Erinnerungsarbeit in der Villa Gründergeist
Ästhetische Erinnerungsarbeit in der Villa Gründergeist
© profikollektion

Die Villa Gründergeist, das vormalige Haus der Begegnung im Frankfurter Westend, nähert sich seiner Geschichte in der Nazizeit mit ästhetischer Erinnerungsarbeit. In einer dreistündigen Performance aus Tanz, Klang und Texten mit dem Titel „(das) heim“ wird das Künstlerkollektiv profikollektion das Haus am Gärtnerweg 62 vom 13. bis 16. Juni, täglich 20 Uhr, bespielen. Der Eintritt ist frei, eine Kartenreservierung erforderlich unter mail@bistumprofikollektionlimburg.de .

Die Geschichte des Hauses ist in den Jahrzehnten nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs fast in Vergessenheit geraten. Als nach den Novemberpogromen 1938 jüdische Kinder keine Allgemeinschulen mehr besuchen durften und viele jüdische Schulen geschlossen wurden, wurde in der Westend-Villa ein Kinderheim eingerichtet. Jüdische Mädchen zwischen acht und 14 Jahren zogen dort ein, um eine der letzten jüdischen Schulen der Region zu besuchen. Die Kinder wurden erst umquartiert, später deportiert. Nur wenige überlebten den Holocaust.

Die performative Installation (das) heim lotet die Möglichkeiten des Erinnerns an diesem besonderen Ort mit künstlerischen Methoden aus: Zwischen Vergangenem und Gegenwärtigem bewegen sich die Zuschauer frei durch das ehemalige Kinderheim. Das Haus spricht und klingt auf allen Ebenen, in seinen Räumen sind verloren geglaubte Geschichten und Erinnerungen mit den Schicksalen der Kinder verwoben.

Das Projekt wird gefördert mit Mitteln der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, des Kulturamtes der Stadt Frankfurt und des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst. Es entstand in Kooperation mit dem Landesverband Professionelle Freie Darstellende Künste Hessen e.V. und dem Bistum Limburg als Träger der Villa Gründergeist.