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Blattgold und Erde aus Gethsemane

Hungertuch-Wallfahrer sind im südlichen Bistum unterwegs
Blattgold und Erde aus Gethsemane
Blattgold und Erde aus Gethsemane
© Uwe Appold (c) MISEREOR

Eindrucksvoll gestaltet ist es zentraler Bestandteil der Misereor-Fastenaktion - das Hungertuch, das traditionell zum Eröffnungsort der jeweiligen Fastenaktion getragen wird. Die Pilger, die in vier sich abwechselnden Gruppen in diesem Jahr mit dem Tuch von München über Worms nach Köln unterwegs sind, überqueren am Aschermittwoch, 6. März, den Rhein an der Theodor-Heuss-Brücke. Die Wallfahrer laufen durch Mainz-Kastel und den Rheingau. Stationen auf dem Weg sind Eltville, Geisenheim und Aulhausen.  Wer ein Stück des Weges mit einer der Gruppen mitgehen mag, kann sich um 14.30 Uhr an der Kirche St. Peter und Paul in Eltville ansschließen. Nach rund elf Kilometern ist gegen 18 Uhr die Heilig-Kreuz-Kirche in Geisenheim erreicht. Von hier aus geht es nach einer Stärkung  auf den acht Kilometer langen Weg in das Sankt Vincenzstift in Aulhausen. Die Ankunft in der Marienkirche wird gegen 21 Uhr sein. Außerdem werden an diesem Tag zwei Gottesdienste angeboten, bei denen das Hungertuch im Mittelpunkt steht: um 18 Uhr in der Marienkirche in Aulhausen mit Pfarrer Weigel und um 19.30 Uhr im Rheingauer Dom in Geisenheim. 

Mensch, wo bist Du?

Seit 1986 machen sich Pilgerinnen und Pilger in der Woche vor dem 1. Fastensonntag mit dem Hungertuch auf den Weg. Unterwegs machen sie aufmerksam auf die Anliegen der Menschen im Süden und geben ein Zeichen gelebter Solidarität und lebendigen Glaubens. Das Hungertuch 2019/2020 ist von dem Künstler Uwe Appold aus Flensburg unter dem Titel "Mensch, wo bist Du?" geschaffen worden. Unter anderem hat er bei seiner Arbeit Erde aus dem Garten Gethsemane vom Fuße des Ölbergs in Jerusalem verwendet, die ihm Misereor-Partner zur Verfügung gestellt haben. Er hat damit das „gemeinsame Haus“ gestaltet, das Papst Franziskus in Laudato Si anspricht. Weitere Materialien sind ein mit Blattgold überzogener Ring, Blattsilber, Textil, Edelstahl und Schichtholz. Er versteht sein Werk als ein Angebot, um sich in der Fastenzeit und darüber hinaus mit den eigenen Wurzeln und drängenden Themen der sozialen Gerechtigkeit auseinanderzusetzen. 

Die Misereor-Hungertücher gehören seit mehr als 30 Jahren zu den Fastenaktionen. Alle zwei Jahre gestaltet eine Künstlerin oder ein Künstler das aktuelle Hungertuch. Uwe Appold, geboren 1942 in Wilhelmshaven, ist Designer, Bildhauer und Maler. Er gestaltete zahlreiche öffentliche Plätze, Schulen, Gebäude, Kirchen und Industriearchitektur in Schleswig-Holstein und darüber hinaus. Seit 1962 stellt er regelmäßig im In- und Ausland aus, darunter auch bei der UNO in Genf und an Kirchentagen. Uwe Appold setzt sich in seinen Bilderzyklen mit den existenziellen Erfahrungen des Menschen auseinander und spannt den Bogen seiner Themen von der Antike bis in die Gegenwart. 

Weitere Informationen unter www.misereor.de/mitmachen/fastenaktion/hungertuch