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Ein "Bischof der Hoffnung"

Vor 70 Jahren starb Bischof Ferdinand Dirichs
Ein "Bischof der Hoffnung"
Ein "Bischof der Hoffnung"
Ferdinand Dirichs war der neunte Bischof von Limburg. Nach nur 13 Monaten als Diözesanbischof verunglückte er auf der A3. Sein Portrait hängt in der Galerie der Bischöfe von Limburg im Bischofshaus auf dem Domberg. ©

Vor 70 Jahren, am 27. Dezember 1948, starb Bischof Ferdinand Dirichs bei einem Verkehrsunfall auf der A3 bei Idstein. Er wurde 54 Jahre alt und war nur 13 Monate Bischof von Limburg. Die Nachricht vom Tod des neuen Bischofs von Limburg verbreitete sich damals schnell im gesamten Bistum und erfüllte viele Gläubige mit großer Trauer. Für viele war Dirichs ein Hoffnungsträger, der sich nach den Wirren des zweiten Weltkrieges um den Wiederaufbau und die Zukunft der Menschen im Bistum Limburg sorgte. Besonders die jungen Christen in der Diözese lagen ihm am Herzen und er hatte das Charisma sie für die Sache Jesu zu begeistern. Die Integration von Flüchtlingen und der Wiederaufbau waren ihm wichtige Herzensanliegen. In seiner Amtszeit gründete sich daher auch das St. Georgswerk und er war innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz für Flüchtlinge und Vertriebene zuständig.
 

Bischof Dirichs beim Pfingstritt 1948.

„Nur wenig mehr als 13 Monate bischöflichen Wirkens waren dem teuren Verstorbenen vergönnt: Geheimnis der Vorsehung Gottes, das wir nicht ergründen, in das wir uns nur hineinbeten können. Kaum mehr als ein Jahr, einem solch begnadeten Bischof! Aber mit welchem Leben, mit welcher Summe von Arbeit hat er dieses Jahr ausgefüllt. Er hat in diesem einen Jahr den größten Teil seines über 660.000 Gläubige umfassenden Bistums persönlich besucht. In etwa 120 Pfarreien und Seelsorgestellen hat er über 18.000 Firmlinge gefirmt. Er hat drei Kirchen konsekriert und zwei Mal die Priesterweihe erteilt. In jeder Pfarrei, in jeder Filiale auf jeder Seelsorgsstation der Diaspora, die er besuchte, hat er sich persönlich von dem Stand der Seelsorge überzeugt, hat bei Empfängen, Heimbesuchen und Konferenzen die besonderen Schwierigkeiten und örtlichen Probleme der Seelsorge besprochen, sich über die Wohnlage und die sozialen Nöte orientiert. Überall hat er in Predigten und Ansprachen vor dem Volk wie im engeren Kreise Anregungen gegeben, Richtlinien und Wünsche, hat getröstet, gewarnt und ermutigt“, heißt es im Nachruf aus der Kirchenzeitung „Der Sonntag“ vom 9. Januar 1949. 

Ferdinand Dirichs

Ferdinand Dirichs wurde am 24. November 1894 in Frankfurt geboren und am 23. Dezember 1922 im Kaiserdom St. Bartholomäus zum Priester geweiht. Während des Dritten Reichs wirkte er als Jugendseelsorger im Bistum und war ein bekennender Gegner des NS-Regimes. Nach dem Tod von Bischof Antonius Hilfrich wurde Dirichs 1947 zu seinem Nachfolger und damit zum neunten Bischof von Limburg. Die Bischofsweihe empfing er am 21. November 1947 im Hohen Dom zu Limburg. Sein Wahlspruch lautete: „Daß sie das Leben haben“.