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Ein gemeinsamer Schatz - Aktion #beziehungsweise startet

Ein gemeinsamer Schatz - Aktion #beziehungsweise startet
Ein gemeinsamer Schatz - Aktion #beziehungsweise startet
Ein Mann liest in einer hebräischen Bibel. © Darelle / Pixabay

„Kein Christ kann zugleich auch Antisemit sein!“ Mit diesen starken Worten beschreibt Brigitte Görgen-Grether vom Arbeitskreis Kirche und Synagoge im Bistum Limburg, den Kern der ökumenisch verantworteten Kampagne „#beziehungsweise –jüdisch und christlich: näher als du denkst“. Denn klar ist: Ohne das Judentum können wir unseren christlichen Glauben nicht verstehen.

Die Kampagne, die am heutigen Mittwoch offiziell startet und als Beitrag zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ gedacht ist, soll Hintergrundwissen liefern und so Vorurteile abbauen. Das gelingt am besten, indem Gemeinsamkeiten unterstrichen werden. Deshalb stellt die Kampagne die Feste des Christentums und des Judentums in den Mittelpunkt, bei denen die Verwurzelung des Christentums im Judentum ganz besonders deutlich wird.

Herzstück von #beziehungsweise sind 13 Monatsblätter und Plakate, die monatlich wechselnd in Schaukästen, an schwarzen Brettern oder anderen prominenten Stellen im Ort, im Stadtteil, in der Schule und an weiteren Orten präsentiert werden. Vor allem angesprochen sind Kirchengemeinden, Schulen und andere interessierte Einrichtungen, doch ebenso können die Monatsblätter und Plakate auch auf der eigenen Homepage, in Newslettern und in Gemeindebriefen veröffentlicht werden. Entsprechende Vorlagen stehen auf der Webseite www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de zum Download bereit.

Ein erstaunlicher Vielklang

Purim und Karneval, Pessach und Ostern, Schawuot und Pfingsten – orientiert an jüdischen und christlichen Festen weisen die Monatsblätter und Plakate in kurzer Form auf Gemeinsamkeiten und Bezüge zwischen Judentum und Christentum hin. Ein QR-Code führt zu einer Webseite, auf der sich weitere Informationen aus jüdischer und christlicher Perspektive finden. Es werden Anregungen und Impulse für Schule, Gemeinde, Jugendarbeit und Erwachsenenbildung bereitgestellt, die Hintergründe zwischen den jüdischen und christlichen Traditionen aufzeigen.

So heißt es zum Auftakt zum Beispiel: „Freude am Wort Gottes: B´reschit beziehungsweise Im Anfang. Im Anfang war das Wort. Jeden Sonntag wird aus der Bibel gelesen. Jeden Schabbat auch. Im Judentum und im Christentum gibt es verschiedene Traditionen der Auslegung. Sie erstaunen, sind manchmal widersprüchlich und ergeben einen Vielklang. Ein gemeinsamer Schatz!“

Einladung, mit eigenen Ideen anzuknüpfen

Die Aktion soll nicht beim Plakat enden, sondern Anregung sein, Seminare zu veranstalten, ökumenische und interreligiöse Gemeindepartnerschaften einzugehen, selbst Predigten zu den Themen zu halten oder Gastprediger einzuladen sowie im Unterricht darüber zu sprechen. Wichtig ist den Veranstaltern vor allem, die Menschen ins Gespräch zu bringen, um ein starkes Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen: „Aktuell finden wir uns dabei in einer gesellschaftlichen Situation wieder, die durch ein Erstarken von Antisemitismus und weiterer Formen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit geprägt ist. Übergriffe gegen jüdische Bürger*innen, Hetze und Verschwörungsmythen in den Sozialen Medien nehmen weiterhin zu“, so die besorgte Feststellung der Initiatoren auf der Kampagnen-Webseite. „In einer respektvollen Bezugnahme auf das Judentum, die zur positiven Auseinandersetzung mit der Vielfalt jüdischen Lebens in Deutschland anregt, will die Kampagne auch einen Beitrag zur Bekämpfung des Antisemitismus leisten.“

Eine derart niedrigschwellige Kampagne kann sicherlich dazu beitragen, die Sensibilität in der Gesellschaft für Antisemitismus und das Wissen darüber sowie über das christlich-jüdische Verhältnis zu vergrößern. Wir hoffen, dass die Kampagne weite Verbreitung findet.

Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland

Bistümer und Landeskirchen sind eingeladen, die Kampagne zu übernehmen und selbst mitzumachen. In Hessen nehmen die Bistümer Limburg, Mainz und Fulda teil sowie die beiden Landeskirchen Evangelische Kirche in Hessen und Nassau und die Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck in Zusammenarbeit mit dem Landesverband der jüdischen Gemeinden in Hessen. Mittlerweile haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) und die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) die Idee aufgegriffen. So ist das Projekt zu einer bundesweiten ökumenischen Kampagne geworden.

Weitere Informationen zur Aktion sowie die Plakate und Unterrichtsmaterialien gibt es auf www.juedisch-beziehungsweise-christlich.de.

Anne Zegelman
Redakteurin
Domplatz 360311Frankfurt
Tel.:(069) 8008718 - 221

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