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Ein neuer Weg beginnt

Bischof Bätzing eröffnet Heilige Woche in Schönstatt
Ein neuer Weg beginnt
Ein neuer Weg beginnt
Palmzweige und Hosianna-Rufe: Mit dem Palmsonntag beginnt die Heilige Woche. Bischof Georg Bätzing war in diesem Jahr in Schönstatt zu Gast. © Bistum Limburg
© Freude und Leid kommen in der Liturgie des Palmsonntags zum Ausdruck.

Mit der Weihe der Palmzweige und feierlichen Prozessionen in vielen Pfarrgemeinden des Bistums Limburg haben Katholiken am Palmsonntag, 14. April, den Beginn der Heiligen Woche gefeiert. Bischof Dr. Georg Bätzing war an diesem Tag im Wallfahrtsort Schönstatt (Bistum Trier) zu Gast und erinnerte sich gemeinsam mit mehreren hundert Gläubigen an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem. 

„Die Liturgie des Palmsonntags empfinden viele Menschen als merkwürdig“, erklärte Bätzing. Zum einen sei sie sehr fröhlich mit festlichen Prozessionen, mit Jubelrufen und Gesängen. Zum anderen höre man die Leidensgeschichte des Herrn, die traurig mache und den Tod Jesu zum Ziel habe. Diese Widersprüchlichkeit sei verständlich, habe aber historische und theologische Gründe: In der frühen Kirche sei es den Gemeinden oft nicht möglich gewesen, die Leidensgeschichte an den Kartagen zu hören, da es nur wenigen möglich gewesen sei, die weiten Wege auf sich zu nehmen. Außerdem gehe es am Palmsonntag nicht darum, das Leiden Christi nachzuspielen, sondern darum, das große Heilsereignis von Tod und Auferstehung Christi zu feiern. 

Hoffnung, Liebe und Gnade

„Wir erfahren am Palmsonntag schon viel von der Barmherzigkeit Gottes. Mit seinem letzten Atemzug verspricht er dem Sünder, dass er schon bald mit ihm im Paradies sein wird. Wir erfahren Hoffnung, Liebe und Gnade. Wir werden hineingenommen in das Hinauf und in das Hinab des Lebens Jesu“, so der Bischof. Der Weg des Lebens sei oft mühsam. Jesus habe gewusst welchen Weg er gehen werde. Die Jünger haben diesen Weg damals noch nicht fassen können. Etwas von Ostern, etwas von der Auferstehung Christi, scheine heute immer schon in die Karwoche hinein, denn die Passion erzähle, wie die Menschen von Sünde und Schuld erlöst werden. „Jesus lädt uns ein, den Weg mit ihm zu gehen. Er lädt uns ein, hineinzugehen in den Übergang von Leben in den Tod und in ein neues Leben“, sagte Bätzing. Jeder Mensch und auch die Kirche sei auf Vergebung angewiesen. An Palmsonntag beginne ein besonderer Weg. Ein Weg, den der Mensch ohne Vorbehalte, in Liebe, in Hoffnung und im Glauben gehen solle. „Lassen Sie uns gemeinsam auf diesen Weg aufbrechen“, so Bischof Georg Bätzing. 

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Hintergrund

Der Palmsonntag zu Beginn der Karwoche erinnert an den umjubelten Einzug Jesu in Jerusalem. Mit Hosanna-Rufen feierten die Menschen ihn damals als Propheten und König. „Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf dem Weg aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm nachfolgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“, schreibt der Evangelist Matthäus über den Einzug. Die Liturgie des Tages steht aber bereits deutlich unter dem Eindruck der kommenden Ereignisse und der Botschaft vom Leiden und Sterben Christi am Kreuz. Während der Messfeier wird erstmals die Passionsgeschichte vorgelesen. Der Palmsonntag wird bereits seit dem vierten Jahrhundert gefeiert. Statt Palmzweigen tragen die Gläubigen im deutschsprachigen Raum während der Prozessionen meist Buchsbaumzweige oder Weidenkätzchenbüschel.  

Die Karwoche mit den Festen Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und Ostern ist die wichtigste Woche der Christenheit im Kirchenjahr. In der Woche werden in der sogenannten Chrisammesse auch die heiligen Öle für die Spendung der Sakramente - zum Beispiel Taufe und Krankensalbung - geweiht.