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Ein Wegbereiter der Ökumene

Nachruf auf Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele
Ein Wegbereiter der Ökumene
Ein Wegbereiter der Ökumene
© Bistum Limburg

Am Freitag, 10. Mai, ist Bischof em. Dr. Paul-Werner Scheele im Alter von 91 Jahren gestorben. Der ehemalige Würzburger Bischof war seit 1976 Mitglied des Ökumenischen Arbeitskreises (ÖAK), in dem auch Bischof Georg Bätzing seit diesem Jahr als Protektor mitarbeitet.

Bischof em. Paul-Werner Scheele habe wesentlich die Arbeit, Schritte und Dokumente des ÖAK mitgeprägt, heißt es im Nachruf. Bereits mit seiner Promotion im Jahr 1964 mit dem Titel „Johann Adam Möhlers Lehre von der Einheit der Kirche und ihre Bedeutung für die Glaubensbegründung“ habe sich sein ökumenisches Wirken eröffnet, das er immer als Grundaufgabe eines jeden Christen verstanden habe. Als Journalist war  Scheele bei der dritten und vierten Sitzungsperiode des Zweiten Vatikanischen Konzils dabei und seine Theologie, die er in den Folgejahren ausübte, sei stets aus dem Geist des Konzils geprägt gewesen. In Paderborn leitete er ab 1971 in der Nachfolge von Prof. Dr. Eduard Stakemeier das Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und war bis zuletzt als Leiter des wissenschaftlichen Beirats tätig.

Von 1976 bis 2003 war er Vorsitzender der Ökumenekommission der Deutschen Bischofskonferenz, zudem ab 1984 Mitglied im Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und darüber hinaus tätig in vielen weiteren ökumenischen Kommissionen und Arbeitskreisen. Bischof Scheele war der erste Bischof, der in den Weltrat der Kirchen in Genf berufen wurde. „Er wirkte an entscheidenden Meilensteinen mit, so an der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre 1999 und am Ersten Ökumenischen Kirchentag in Berlin“, heißt es im Schreiben. „Gemeinsam mit Karl Kardinal Lehmann als langjähriger Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz und Vorstand des ÖAK sowie mit Walter Kardinal Kasper, der ab 1999 Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen war, prägte Bischof Scheele von katholischer Seite und im Dialog mit den verschiedenen christlichen Konfessionen das ökumenische Miteinander in Deutschland und weit darüber hinaus.“

Ökumene sei Scheele ein Herzensanliegen gewesen, das er im respektvollen Miteinander der Konfessionen und in theologischer Ernsthaftigkeit verfolgt habe. Gespräche seien stets von Umsicht, Geduld und Zuversicht im ökumenischen Miteinander geprägt gewesen.

„Wir trauern um einen in der Ökumene wirkmächtigen Theologen und Bischof. Der Herr schenke ihm „Friede und Freude“, wie es sein bischöflicher Wahlspruch sagt, Auferweckung und ewige Gemeinschaft in Christus“, heißt es im Nachruf.