Kategorien &
Plattformen

Einsatz für Integration und Miteinander der Kulturen

Der Willkommenstreff der katholischen Pfarrei St. Ursula Oberursel erhält Integrationspreis des Hochtaunuskreises
Einsatz für Integration und Miteinander der Kulturen
Einsatz für Integration und Miteinander der Kulturen
Der Willkommenstreff in Oberursel wird von 50 bis 60 Ehrenamtlichen getragen. Ihr Einsatz wurde nun gewürdigt. © Dietrich vom Berge

Der Willkommenstreff der katholischen Pfarrei St. Ursula Oberursel ist mit dem Integrationspreis des Hochtaunuskreises ausgezeichnet worden. Der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs, und Sozialdezernentin Katrin Hechler verliehen den Preis am Montag, 3. Juni, im Rahmen einer Feierstunde in Bad Homburg. Neben dem Willkommenstreff erhielt auch das Interkulturelle Sportfest Grävenwiesbach die Auszeichnung. Die Sprachlehrerin Turcan Aktürk wurde für ihre haupt- und ehrenamtliche Leistungen gewürdigt.

„Im Hochtaunuskreis leben wir in einer multikulturellen Gesellschaft“, sagte Landrat Ulrich Krebs bei der Verleihung, „wir haben Mitbürgerinnen und Mitbürger aus 159 Nationalitäten. Wir alle genießen täglich die Vielfalt, die dieser Mix der Kulturen bietet.“ Dieses Miteinander erfordere Verständnis und Respekt, sagte Krebs, „wir müssen uns kennenlernen, um uns verstehen zu können, nicht nur auf der Ebene der Sprache“. Die Träger des diesjährigen Integrationspreises hätten sich besonders bemüht, dieses Kennenlernen zu fördern.

Vorbildliches Engagement

„Die ausgezeichneten Initiativen zeigen, wie nachhaltig und sinnvoll Integrationsarbeit ist, wenn man sie richtig macht“, sagte Sozialdezernentin Katrin Hechler bei der Vorstellung der beiden Projekte. Wer sich langfristig und auf vielen Ebenen um zugereiste Menschen kümmere, könne nicht nur erfolgreich integrieren, er wirke auch prophylaktisch möglichen Konflikten zwischen gesellschaftlichen Gruppen entgegen, sagte Hechler. Das langfristige, kontinuierliche und nachhaltige Engagement der beiden Kommunen sei vorbildlich, die Netzwerke, die so viele Mitspieler in diesem Prozess miteinbänden, beispielhaft, sagte die Sozialdezernentin. „Ich möchte mich herzlich bedanken für die vielen Stunden, die vielen Ideen und die große Menge Herzblut, die über die Jahre in die Arbeit für die Integration geflossen ist.“

Der Willkommenstreff der katholischen Pfarrei St. Ursula am Kirchort Liebfrauen in Oberursel wurde ausgezeichnet, weil sich die Kirchengemeinden in der Stadt seit mehr als 40 Jahren kontinuierlich für Migranten engagierten. Bereits im Jahr 1973 wurde für Aussiedler aus den ehemaligen Ostblockstaaten das ökumenische „AnZiehEck“ gegründet, eine Einrichtung für Bedürftige, die für wenig Geld gut erhaltene Kleidung erwerben können. Bis heute betreiben Ehrenamtliche die Einrichtung. Der erste, von der katholischen Pfarrei St. Ursula mitgegründete Arbeitskreis Asyl entstand Anfang der 90er Jahre, um Menschen, die aus dem umkämpften Jugoslawien nach Deutschland kamen, zu unterstützen.

Gemeindereferentin leistete wichtige Vorarbeiten für Hilfenetzwerk

Im Mai 2014, kurz vor dem starken Anstieg ein- und durchreisender Geflüchteter und Migranten aus Syrien, Afghanistan und Irak, gründete sich das städtische Netzwerk „Flüchtlingshilfe/Integration Oberursel“ auf Initiative von Oberursels Bürgermeister Hans-Georg Brum. Die katholische Gemeinde in Person der Gemeindereferentin Sandra Anker hatte dafür seit 2007 die Vorarbeit geleistet, indem sie ein Netzwerk für die Flüchtlingshilfe aufgebaut und den Runden Tisch Flüchtlingshilfe im Hochtaunuskreis initiiert hatte. Anker hatte auch großen Anteil an der Organisation und Durchführung der Veranstaltung zum Tag des Flüchtlings in Oberursel im Jahr 2015, bei dem sich das Netzwerk Flüchtlingshilfe mit all seinen Gruppen präsentierte.

Gemeinsam mit Pfarrer Andreas Unfried errichtete Anker das Kleiderlager im St. Hedwigsheim. Im Oktober 2015 eröffnete das ehrenamtliche Team um die Gemeindereferentin und als ökumenischer Kooperationspartner die evangelische Christusgemeinde den „Willkommenstreff“. Seitdem ist er täglich von Montag bis Samstag von 14 bis 17 geöffnet und wird von einem Team von 50 bis 60 Ehrenamtlichen betrieben. (PM Hochtaunuskreis/clm)

© Dietrich vom BergePfarrer Andreas Unfried spricht Dankesworte. Gemeindereferentin Sandra Anker (rechts) und Inga Becker von der evangelischen Christusgemeinde.
© Dietrich vom BergePfarrer Andreas Unfried spricht Dankesworte. Gemeindereferentin Sandra Anker (rechts) und Inga Becker von der evangelischen Christusgemeinde.
© Dietrich vom BergeGemeindereferentin Sandra Anker (r.) und Inga Becker von der evangelischen Christusgemeinde.