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Finanzpolitik der Menschlichkeit

Kardinal Rosa Chávez ruft die EZB zu menschenfreundlichen Entscheidungen auf
Finanzpolitik der Menschlichkeit
Finanzpolitik der Menschlichkeit
Die Adveniat-Partner Kardinal Gregorio Rosa Chávez aus El Salvador (Mitte) und Briseida Iglesias vom indigenen Volk der Kuna in Panama beim Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos (links neben dem Kardinal). © Carolin Kronenburg/ Adveniat

Adveniat, das Lateinamerika-Hilfswerk der katholischen Kirche in Deutschland, steht für kirchliches Engagement an den Rändern der Gesellschaft und an der Seite der Armen. Dazu arbeitet Adveniat entschieden in Kirche und Gesellschaft in Deutschland. Getragen wird das Werk von hunderttausenden Spenderinnen und Spendern vor allem auch in der alljährlichen Weihnachtskollekte am 24. und 25. Dezember. Adveniat finanziert sich zu 95 Prozent aus Spenden. Die Hilfe wirkt: Im vergangenen Jahr konnten rund 2.200 Projekte gefördert werden, die mit 38 Millionen Euro genau dort ansetzen, wo die Hilfe am meisten benötigt wird: an der Basis, direkt bei den Armen.

Adveniat-Partner Kardinal Gregorio Rosa Chávez hat den Vizepräsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, zu einer Finanzpolitik der Menschlichkeit aufgerufen. „Alle Entscheidungen der EZB müssen zum Wohl der jungen Menschen in Europa und der ganzen Welt getroffen werden“, forderte der Kardinal aus San Salvador am 29. November bei einem Gespräch mit dem EZB-Vizechef in Frankfurt. Als junger Mann habe der heute 75-Jährige ein soziales Europa kennen und die europäischen Werte schätzen gelernt. Heute beherrsche das Kapital Europa. „Der Euro ist aber mehr als eine Währung, er ist ein politisches Projekt als Beitrag zum Frieden“, sagte Kardinal Rosá Chavez. Ein soziales Europa würde nur das nehmen, was es brauche. „Europa lebt auch auf Kosten der Armen in Lateinamerika. Die Finanzpolitik muss allen Menschen dienen mit dem Ziel, Armut, soziale Ungerechtigkeit und Korruption zu verringern“, betonte Rosa Chávez. Begleitet wurde der Kardinal von Adveniat-Partnerin Briseida Iglesias vom indigenen Volk der Kuna in Panama, der Adveniat-Geschäftsführung Pater Michael Heinz und Stephan Jentgens, Winfried Montz vom Bistum Limburg und Pastoralreferent Joaquim António Nunes von der portugiesischsprachigen Gemeinde Offenbach. Das Gespräch fand im Rahmen der Aktivitäten zur Adveniat Advents- und Weihnachtsaktion unter dem Motto „Chancen geben – Jugend will Verantwortung“ statt.