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Gemeinsam die neue Ausbildung in der Pflege umsetzen

Caritasverband und St. Josefs-Hospital haben eine Kooperationsvereinbarung getroffen
Gemeinsam die neue Ausbildung in der Pflege umsetzen
Gemeinsam die neue Ausbildung in der Pflege umsetzen
Bettina Schottler, Leiterin JoHo-Krankenpflegeschule; Maria-Theresia Gräfin von Spee, Caritasdirektorin Wiesbaden-Rheingau-Taunus; Thomas Reckmeyer, Geschäftsführer JoHo; Thomas Klärner, Diözesancaritasdirektor; Gregor Petermann, Abteilungsleiter Caritas Mobile Altenpflege; Thomas Mahlmann, Leiter Caritas-Altenpflegeschule; Annette Hofmann, Geschäftsführerin Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft (v.l.n.r.) © JoHo

Das St. Josefs-Hospital Wiesbaden (JoHo), der Caritasverband der Diözese Limburg, der Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus und die Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft starten einen Ausbildungsverbund, um die generalistische Pflegeausbildung ab 2020 gemeinsam zu gestalten und umzusetzen. Dazu wurde jetzt eine Kooperationsvereinbarung getroffen. An die Stelle der heute angebotenen Ausbildungsberufe in den Bereichen der Altenpflege, der Gesundheits- und Krankenpflege und der Gesundheits- und Kinderkrankenpflege tritt künftig ein EU-weit anerkannter, einheitlicher Pflegeberuf: Pflegefachfrau bzw. Pflegefachmann. 

Hohe pflegefachliche Kompetenz

„Besonders in Zeiten des Fachkräftemangels und des demographischen Wandels ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir weiterhin junge Menschen für eine moderne, qualifizierte und zukunftsorientierte Pflegeausbildung begeistern. Um das Pflegeberufegesetz erfolgreich umzusetzen, sind wir als Akteure in den Bereichen Krankenhaus und Altenpflege gemeinsam gefragt. Durch unsere Kooperation in Wiesbaden haben wir eine tragfähige Grundlage für die neue Pflegeausbildung geschaffen, um jungen Menschen die Chance auf eine hochqualifizierte Ausbildung, exzellente fachliche Weiterbildungen und eigenständige Studiengänge zu bieten. Und das bei attraktiven Verdienstmöglichkeiten sowie einer betrieblichen Altersversorgung durch den Caritas-AVR-Tarif“, erklären Thomas Reckmeyer, Geschäftsführer des St. Josefs-Hospitals Wiesbaden, und Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner. Caritasdirektorin Maria-Theresia Gräfin von Spee unterstreicht: „Caritas und JoHo sind zwei verlässliche, katholische Partner, die bereits seit vielen Jahren auf verschiedenen Ebenen hervorragend zusammenarbeiten. Ergänzt wird das noch von einer hohen pflegefachlichen Kompetenz in den unterschiedlichen Bereichen.“     

300 Ausbildungsplätze in Wiesbaden                                                 

Das neue Ausbildungsgesetz für Pflegeberufe war 2017 beschlossen worden. Danach soll ab 2020 in allen Pflegeschulen die Ausbildung mit einer zweijährigen generalistischen Ausbildung beginnen. Im dritten Ausbildungsjahr können die Auszubildenden entweder die generalistische Ausbildung fortsetzen oder pflegeprofessionelle Schwerpunkte wählen. Pflegekräfte arbeiten heute  im Gesundheitsbereich mit seinen unterschiedlichen Anforderungen wie Akut-Krankenhaus, Reha, häusliche Krankenpflege und auf der anderen Seite in der pflegerischen Versorgung der stationären und ambulanten Altenpflege. „Wir freuen uns, das Bildungsthema zukunftsweisend von nun an gemeinsam zu gestalten. Unseren Pflegeschulen kommt dabei die Gesamtverantwortung für die Koordination des Unterrichts mit den Trägern der praktischen Ausbildung zu. Dabei ist eine besondere Herausforderung, die neuen Curricula und Ausbildungspläne zu entwickeln und mit allen Beteiligten in die Praxis umzusetzen. Das funktioniert nur Hand in Hand. Zusammen bieten wir in Wiesbaden 300 jungen Menschen die Chance auf eine hochqualifizierte und zukunftsorientierte Ausbildung“, erklären Bettina Schottler, Leiterin der JoHo-Krankenpflegeschule, und Thomas Mahlmann, Leiter der Caritas-Altenpflegeschule.       

Chancen für die Altenpflege                                                                

Allerdings sehen die Kooperationspartner in den Neuerungen der Pflegeausbildung auch erhebliche Herausforderungen für die Pflegeeinrichtungen, Krankenhäuser, ambulanten Dienste und Pflegeschulen. Wegen der Umstellung seien vielfältige Koordinierungsaufgaben zu bewältigen und neue Curricula und Ausbildungspläne zu erstellen, die auch in der Praxis umzusetzen seien. So müssen unter anderem 2.500 Stunden in der Praxis in verschiedenen relevanten Pflegebereichen erfolgreich durchlaufen werden. Gregor Petermann, Abteilungsleiter Mobile Altenhilfe bei der Caritas, sieht noch große Herausforderungen darin, die praktische Ausbildung im Bereich der häuslichen Pflege adäquat umzusetzen, da nicht mehrere Auszubildende gleichzeitig von einer erfahrenen Pflegekraft bei einem Hausbesuch angeleitet werden könnten. Dass es jedoch für die Praxisseite auch positive Veränderungen geben könne, meint Annette Hofmann, Geschäftsführerin der Caritas Altenwohn- und Pflegegesellschaft: „Das neue gemeinsame Ausbildungskonzept stellt für die Altenpflege eine Chance dar, sich als attraktiver Arbeitsbereich zu präsentieren und hierfür Kräfte nach der Ausbildung zu gewinnen.“