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Glocken rufen ökumenisch zum Gebet

Gemeinsame Aktion - gerade auch an Ostern ein Zeichen setzen
Glocken rufen ökumenisch zum Gebet
Glocken rufen ökumenisch zum Gebet
Das Geläute des Limburger Doms © Bistum Limburg

Normalerweise rufen die Glocken Gläubige zum Gottesdienst, jetzt rufen sie in der Coronakrise jeden Tag zum gemeinsamen Gebet. Das Bistum Limburg, das Bistum Mainz und die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau empfehlen ein gemeinsames Geläut für maximal fünf Minuten, täglich um 19.30 Uhr. Ziel ist es, in der Kontaktsperre ein hörbares Zeichen der christlichen Gemeinschaft, des gegenseitigen Trosts und der Ermutigung in der Öffentlichkeit zu setzen.

Auch an Ostern sind alle Kirchengemeinden zu einem ökumenischen Glockenläuten eingeladen - als „Zeichen der Zuversicht in Zeiten der Corona-Pandemie“  Am Abend des Palmsonntags (5. April 2020) sollen zu Beginn der Karwoche um 19.30 Uhr alle Kirchenglocken in Deutschland ebenso läuten wie am Ostersonntag (12. April 2020) um 12.00 Uhr.

„Wir wollen mit diesem Glockenläuten an die Botschaft Jesu erinnern: Mit den Glocken am Palmsonntag läuten wir gemeinsam die Karwoche ein. Das Glockenläuten am Osterfest drückt die Freude über die Botschaft von Ostern aus: Der Tod hat keine Macht über das Leben. Gerade in dieser dramatischen Zeit der Corona-Pandemie wollen wir als Christinnen und Christen mit dem Glockenläuten und der Freude über das Osterfest Hoffnung vermitteln“, so der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, fügt hinzu: „Dankbar sind wir für die vielen Zeichen der Präsenz in den vergangenen Wochen, ob es das Glockenläuten zu den Gottesdienstzeiten, die vielen digitalen Gottesdienstformate, das Balkonsingen oder Kerzen in den Fenstern waren. Das sind Momente des Dankes an alle, die dem Leben dienen und in diesen Zeichen treu an der Seite der kranken und alten Menschen stehen. Jetzt, an Palmsonntag und an Ostern rufen wir gemeinsam auf: Läuten wir, um die Herzen der Menschen zu erreichen.“

In den vergangenen Tagen hatte ein Austausch zwischen der Deutschen Bischofskonferenz und den Bistümern sowie dem Kirchenamt der EKD und den 20 Landeskirchen zu einem gemeinsamen Osterläuten stattgefunden. „Wir freuen uns, dass viele Bistümer und Landeskirchen mitmachen werden. So wird am höchsten Fest der Christen ein Klangteppich über unserem Land liegen, der ausdrückt: Niemand ist allein, denn Ostern findet statt“, so Bischof Bätzing und Landesbischof Bedford-Strohm.

Jeden Abend um 19.30 Uhr gemeinsam beten

Schon die bisherigen Glockengeläute waren ein Angebot für "gemeinsame" Abendgebete: Alle sind nach wie vor eingeladen ein Vater Unser zu beten, die vorgeschlagenen Gebete zur Corona-Krise zu sprechen, die Vorschläge zu Gebetszeiten der Kirchen zu nutzen oder aber auch ganz einfach für Menschen zu bitten, die ihnen lieb sind, die krank sind oder die in dieser schwierigen Zeit in Krankenhäusern arbeiten. Dazu sind kurze Texte für zuhause bei den Gemeinden und online erhältlich.

Inzwischen haben sich seit Beginn der Coronakrise in den Gebieten der beteiligten Kirchen – wie bundesweit auch - ganz unterschiedliche Läute-Traditionen zu unterschiedlichsten Zeiten herausgebildet. Wenn sie sich vor Ort - am Besten in regionaler und ökumenischer Verbundenheit – bereits bewährt haben, können sie gerne beibehalten werden.
 

Gebet des Bischofs
  • Gebet

    Bischof Georg Bätzing hat ein Gebet zur Corona-Krise formuliert.