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Große Sorgen um Situation in Köln

Diözesanversammlung nimmt Stellung zu Vorgängen im Metropolitanbistum
Große Sorgen um Situation in Köln
Große Sorgen um Situation in Köln
Seit Wochen kommt das Erzbistum Köln nicht zur Ruhe. Die DV des Bistums Limburg hat zur Situation im Metropolitanbistum Stellung bezogen. (Symbolbild: Harald Oppitz/KNA-Bild)

Mit großer Sorge blickt das Präsidium der Diözesanversammlung (DV) des Bistums Limburg auf die Vorgänge im Erzbistum Köln, auf den dort um sich greifenden Vertrauensverlust und die zunehmende Schwierigkeit der Ausübung des Amtes durch Rainer Maria Kardinal Woelki. 

„Seit der für Spätherbst 2020 geplanten und kurzfristig verschobenen Veröffentlichung des unabhängigen Gutachtens der Münchner Kanzlei Westphal, Spilker, Wastl zu sexuellem Missbrauch im Erzbistum Köln kommt unser Metropolitanbistum nicht zur Ruhe“, heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der gewählten Vertretung der Katholikinnen und Katholiken in der Diözese Limburg von Samstag, 13. Februar 2021. Transparenz, Offenheit und schonungsloser Aufklärungswille, so wie ihn die Deutsche Bischofskonferenz angekündigt habe, sei in Köln nicht erkennbar. „Der Umgang mit dem Kölner Betroffenenbeirat und dessen zu vermutender Instrumentalisierung bei der Verhinderung der Veröffentlichung des Gutachtens beschämen uns“, so das Präsidium der DV. Opfer von sexuellem Missbrauch dürften sich keinesfalls erneut Vertuschungsversuchen ausgesetzt sehen. Es müsse vielmehr um einen Dialog auf Augenhöhe gehen, der mit ihnen und nicht über sie spreche. „Ebenfalls kann es nicht angehen, dass erwiesene Täter geschützt, Mitwisser geschont, Vorfälle verharmlost und Kritiker der Bistumsleitung eingeschüchtert werden“, betont die DV. Die Verantwortung dafür müssten alle Leitungsverantwortlichen, in erster Linie der Kölner Kardinal tragen. Mit jedem weiteren Tag des Zauderns, Zurückhaltens und Nichtoffenlegens werde seine Haltung fragwürdig. Kleriker dürften die ihnen übertragene Leitungsverantwortung nicht auf andere abschieben, auch nicht auf Prüfinstanzen im Vatikan. „Es geht darum, im Licht des Evangeliums die Zeichen der Zeit zu erkennen, gewissenhaft zum Wohle der Kirche die Verantwortung zu übernehmen und im Falle von Versagen die nötigen Konsequenzen zu ziehen“, so die Stellungnahme. 

Gemeinsam das Problem sexualisierter Gewalt in der Kirche überwinden

Das Präsidium der DV sieht Kardinal Woelki in der Pflicht, die konstruktiven Überlegungen des Kölner Diözesanrates und des Diözesanpastoralrates als einen Beitrag zur Überwindung der schweren Krise wahrzunehmen und auf die Gesprächsangebote einzugehen. „Sexueller Missbrauch kann nur gemeinsam mit allen Verantwortlichen, Haupt- und Ehrenamtlichen, aufgearbeitet werden. Nur gemeinsam kann das Problem sexualisierter Gewalt als strukturelles Problem der katholischen Kirche überwunden werden“, heißt es im Schreiben. Das Erzbistum Köln befinde sich gerade unter dem Brennglas der öffentlichen Wahrnehmung. Es sollte dabei nicht vergessen werden, dass längst noch nicht alle deutschen Diözesen eigene Missbrauchsstudien vorgelegt hätten. Daher ermutigt die DV Bischof Georg Bätzing dazu, auf der Frühjahrsvollversammlung der Bischöfe, eine umgehende, transparente und auf die Situation der Opfer bezogene Aufklärung zu verlangen. 

Aus der jüngsten Bistumsgeschichte erinnere sich das Präsidium der DV daran, dass bei aller notwendigen Härte in der Sache die christlichen Grundsätze im Umgang miteinander, auch mit Kardinal Woelki nicht verloren gehen dürften. 

Stellungnahme im Wortlaut
  • DV zur Situation im Erzbistum Köln

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