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Hildegard-Forschung mit neuester Technologie

St. Hildegard-Akademie erstellt erste digitale Gesamtbibliographie
Hildegard-Forschung mit neuester Technologie
Hildegard-Forschung mit neuester Technologie
Sr. Dr. Maura Zátonyi OSB ist die Vorsitzende der vor zweieinhalb Jahren gegründeten St. Hildegard-Akademie. © St. Hildegard-Akademie

Mit 3850 Titeln ist die erste digitale Gesamtbibliographie zu Hildegard von Bingen gestartet. Sie ist auf der Homepage der St. Hildegard-Akademie Eibingen zugänglich und erfasst systematisch alle Werksausgaben Hildegards sowie die komplette Sekundärliteratur seit Beginn der modernen Forschung bis heute. Die Bibliographie bildet das Fundament für jegliche wissenschaftliche Arbeit, erklärt die Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie, Schwester Maura Zátonyi, die zusammen mit Melanie Mortelé einige Jahre an der Erstellung gearbeitet hat. Es werde damit erstmals ein Forschungsinstrument zur Verfügung gestellt, dass sich bei Bewahrung wissenschaftlicher Sorgfalt neuester digitaler Technologien bediene. Insbesondere ermöglicht die Digitalität die kontinuierliche Weiterführung der Bibliographie, die damit immer auf dem aktuellsten Stand ist.

Immer für Überraschungen gut

„Hildegard von Bingen ist immer für Überraschungen gut“, fasst Schwester Maura Zátonyi einen Erkenntnisgewinn in Worte. So gebe es Texte, die als authentische Werke Hildegards jetzt erst zur Geltung kämen. Zugleich hielten manche Gegebenheiten, die Jahrhunderte lang weitererzählt wurden, einer genaueren wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand. Diese Entdeckungen spiegelten sich in der Bibliographie wider. Darüber hinaus mache das Verzeichnis deutlich, dass das Interesse an der Heiligen deutlich zugenommen habe. Im Vergleich zu der vorliegenden gedruckten Bibliographie, die den Zeitraum bis 1998 umfasst und gut 3000 Titel auflistet, sind ab diesem Datum bereits mehr als 1200 Titel dazu gekommen.

Mit dem langen Atem einer Benediktinerin

Die Verantwortung der wissenschaftlichen Forschung bestehe darin, ein authentisches Bild von Hildegard nachzuzeichnen und zu porträtieren, sagte die Vorsitzende der St. Hildegard-Akademie bei einem Festakt zur Präsentation der Bibliographie. Dabei gelte es, „sich gegen eine dem Zeitgeist gemäße Vereinnahmung und Verengung zu wehren“. Hildegards Visionen vermittelten eine theologische Botschaft, die keine kurzfristigen Lösungen enthalte. Sie deute die Welt „mit dem langen Atem einer Benediktinerin in der Gegenwart Gottes lebend, von Gott her“ und erkenne die Schöpfung als Ort der Gottesoffenbarung und die Geschichte als Heilshandeln Gottes an den Menschen. Diese Botschaft bleibe immer aktuell, „wenn wir den Mut haben, diese aufrüttelnde Aktualität einer heilsgeschichtlichen Deutung der Welt wahrzunehmen.“

Die Hildegard-Bibliographie steht auf der Website der St.  Hildegard-Akademie Eibingen allen Interessierten gratis zur Verfügung. 

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