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Kirchliches Engagement bei Rhein.Main.Fair

Weihbischof Thomas Löhr trifft sich mit Mitgliedern der Steuerungsgruppe des Vereins
Kirchliches Engagement bei Rhein.Main.Fair
Kirchliches Engagement bei Rhein.Main.Fair
Kirche passt als Unterstützer "wunderbar bei uns rein": Christina Berthold, Thorsten Schreiner, Weihbischof Löhr, Matthias Braunwarth, Salvatore Mele, Johanna Zschornack (v.l.n.r.) © JOCHEN REICHWEIN

Unterstützung und Zustimmung für die Anliegen der Initiative Rhein.Main.Fair hat Weihbischof Dr. Thomas Löhr bei einem Treffen mit Mitgliedern der Steuerungsgruppe am Donnerstag, 22. August, in Hofheim bekundet. Für die Kirche sei es selbstverständlich, sich im Sinne der Umwelt einzusetzen, sagte der  Weihbischof, der derzeit zur Visitation im Bezirk Main-Taunus ist, mit Verweis auf die Papst-Enzyklika Laudato Si. Bezirksreferent Dr. Matthias Braunwarth, seit 2017 Mitglied der Steuerungsgruppe, hob den – länderübergreifenden - Netzwerkcharakter der Initiative hervor, der Vertreter der Wirtschaft, des Handels und der Kommunen ebenso angehören wie kirchliche Akteure, Nichtregierungsorganisationen und Bewohner. Kirche habe nicht nur die Aufgabe, nützlich zu sein für eine menschenwürdige Schöpfung und Gesellschaft. Das Engagement sei für sie auch als Lernfeld zu verstehen.

Metropolregion soll fair werden

Rhein.Main.Fair, 2015 entstanden und ganz aktuell am 21. August als Verein gegründet, will Themen wie den fairen Handel und Nachhaltigkeit in der Region Frankfurt/Rhein-Main stark machen. Ein wichtiges Etappenziel, die Auszeichnung der Metropolregion zur fairen Region könnte noch in diesem Jahr erreicht werden. 54 Kommunen und sechs Landkreise in der Region sind bereits als Fairtrade-Towns ausgezeichnet. Das schließt 60 Prozent der Einwohner ein. Für eine Auszeichnung zur fairen Region werden 67 Prozent der Bevölkerung benötigt. Zwei weitere Landkreise haben bereits ihre Anträge gestellt. Sie würden die fehlenden sechs Prozent beisteuern.

Globales Lernen von Anfang an

Als Schwerpunkt neben dem fairen Sport wurde 2017 das Projekt FaireKita angedockt, um globales Lernen im Alltag der Kinder zu verankern. Spielerisch und mit allen Sinnen sollen die Kinder von Anfang an lernen und erfahren, dass die Waren, von denen sie umgeben sind – vom Essen bis zum Spielzeug – eine Herkunft haben. Dabei werden sie auch zu Multiplikatoren, unterstrich bei der Begegnung im Vincenzhaus die Projektkoordinatorin FaireKita, Johanna Zschornack. Wie sie berichtete, sind bundesweit bereits über 265 Kitas ausgezeichnet, in Hessen sind es bislang gerade einmal zehn, allerdings lägen viele Anträge vor. Dass dieses Konzept nicht über Verbote funktioniere, hob in diesem Zusammenhang Braunwarth hervor, der auch darauf hinwies, dass die für eine Auszeichnung nötigen fünf Schritte keine zu große Hürde darstellten.

Einzigartige Vernetzung

„Über die Kitas erreicht man alle“, lobte der Weihbischof den Ansatz und zeigte sich darüber hinaus beeindruckt von der „einzigartigen Vernetzung“. Gerade in diesen Zeiten, in denen man zunehmend das Gefühl habe, dass die Gesellschaft auseinander falle, stehe eine solche Initiative für Zusammenhalt. Wie eine Beteiligung des Bistums am neugegründeten Verein konkret aussehen könne, sei zu prüfen, sagte der Weihbischof. Er sei aber zuversichtlich, dass es da ein positives Echo geben werde. Bislang ist der katholische Bezirk Main-Taunus in der Steuerungsgruppe. Die evangelische Kirche in Hessen und Nassau und Kurhessen-Waldeck ist mit ihrem kirchlichen Entwicklungsdienst vertreten.

An dem Treffen im Vincenzhaus hatten außer Johanna Zschornack die Projektkoordinatorin von Engagement Global, Christina Berthold, der Datenschutzbeauftragte der Fairetrade Stadt Kelsterbach und ehemalige Fairtrade-Koordinator Thorsten Schreiner, sowie Salvatore Mele vom Ministerium des Inneren und für Sport Rheinland-Pfalz teilgenommen. Engagement Global ist eine gemeinnützige Gesellschaft mit beschränkter Haftung (gGmbH), deren alleiniger Gesellschafter die Bundesrepublik Deutschland ist

Weitere Informationen unter www.rheinmainfair.de und www.facebook.de/rheinmainfair.