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Mit neun Kindern im Lockdown

Im Bethanien Kinder- und Jugenddorf wird derzeit Außergewöhnliches geleistet
Mit neun Kindern im Lockdown
Mit neun Kindern im Lockdown
Entspannung am Nachmittag in der riesigen Lego-Landschaft. © Bethanien Kinder- und Jugenddorf
© Bethanien Kinder- und JugenddorfMorgens steht Schule auf dem Programm.

Der erneute Lockdown verlangt Familien enorm viel ab. Distanzunterricht, Haushalt, Freizeitbeschäftigung – vor diesen Herausforderungen stehen auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Bethanien Kinderdorfes Eltville. Um der Dauerbelastung standzuhalten und den Kindern und Jugendlichen Halt zu geben, ist der Tagesablauf in den Kinderdorffamilien und Wohngruppen aktuell klar geregelt. „Morgens Homeschooling“ – „Nachmittags geht ́s raus“ Um in dieser Zeit gut durch den Tag zu kommen, braucht es Regelmäßigkeiten und feste Strukturen: Das beginnt schon am frühen Morgen, denn Homeschooling bedeutet, Lernunterlagen zu organisieren, Zeiten für Aufgaben zu fixieren und die richtige Lernumgebung zu finden – individuell für jedes Kind und jeden Jugendlichen, denn die meisten besuchen unterschiedliche Schulen oder Klassen.

Nachmittags in die Lego-Landschaft

Nach dem gemeinsamen Mittagessen stehen am Nachmittag Bewegung oder andere Aktivitäten auf dem Programm. Damit niemandem die Decke auf den Kopf fällt, gibt es immer wieder verschiedene Corona-konforme Freizeitangebote für die Kinder und Jugendlichen. Während eine Wohngruppe ihre Zeit am liebsten in der riesigen Lego-Landschaft verbringt, um Eisenbahnen oder Märchenschlösser zu bauen, zieht es andere raus in die nahegelegene Natur. Auch wenn wie sonst keine besonderen Aktivitäten und Ausflüge stattfinden können, sind schon diese kleinen Ereignisse eine große Freude für die Kinder und Jugendlichen, die in diesen Momenten kurz all ihre Sorgen vergessen können. Nachdem sich nachmittags alle ein wenig ausgepowert haben, wird gemeinsam zu Abend gegessen und der Tag gemütlich beendet.

Rund um die Uhr in einer Großfamilie

Da die Kinder und Jugendlichen aktuell 24 Stunden am Tag zuhause sind, hat sich auch der Personalbedarf im Bethanien Kinderdorf Eltville erheblich erhöht. Die Homeschooling-Situation bindet die Betreuer und Betreuerinnen an den Vormittagen stark ein. Susanne Lange ist Kinderdorfmutter im Haus 3 auf der Marienhöhe: „In meiner Kinderdorffamilie leben neun Kinder zwischen drei und 17 Jahren. Alle sind rund um die Uhr zu Hause,“ erzählt Susanne Lange. „Mit neun Kindern im Lockdown - das geht nur mit festen Absprachen. Die vier kleinen Kinder im Kindergartenalter benötigen Beschäftigung und Zuwendung, während die Größeren Schularbeiten erledigen müssen.“ „Das ist nicht immer einfach, doch mit Humor und Zuversicht geht vieles leichter von der Hand“, ergänzt Erzieherin Julia Kremer. „Natürlich gibt es mal den ein oder anderen Durchhänger, da hilft Zuhören und gemeinsam Spaß haben.“ Trotz den Erfahrungen, die die Kinder mitbringen, meistern sie die Zeit wirklich gut. „Sicherlich liegt es an unserer Gemeinschaft, die ihnen Halt in dieser Zeit gibt“, ergänzt Kinderdorfmutter Susanne Lange.

© Bethanien Kinder- und JugenddorfVerdiente Pause

Gemeinsam durch die Krise

Trotz der herausfordernden Momente setzt das Bethanien Kinderdorf Eltville auf Zuversicht und Wärme in einer familiären Atmosphäre. „Das, was Kinder und Jugendliche gerade erleben, kann schnell zu Verunsicherung, Angst und Perspektivlosigkeit führen“, schildert Ulrike Bergner-Schmitt vom Psychologischen Fachdienst im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville. „Um das zu vermeiden oder abzufangen, ist es wichtig, den jungen Menschen genau zuzuhören. Durch unterstützende Gespräche vermitteln wir ihnen Verständnis und Zuversicht, damit alle mit einer positiven Perspektive in die Zukunft blicken und ermutigt werden diese Zeit gut zu bewältigen“, erläutert Ulrike Bergner-Schmitt. Die Betreuerinnen und Betreuer im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville haben es geschafft, die Gemeinschaft auch ohne Zusammenkünfte und Feste aufrechtzuerhalten. So kann man dem erneuten Lockdown doch zumindest etwas Gutes abgewinnen: Noch nie haben die Kinder und Jugendlichen so viel Zeit miteinander verbracht. Alle Gruppen sind noch stärker zusammengewachsen und der Gemeinschaftsgedanke ist größer denn je.

Im Bethanien Kinder- und Jugenddorf Eltville leben 100 Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihrer Herkunftsfamilie aufwachsen können. In den Kinderdorffamilien und Wohngruppen leben die Kinderdorfmütter, Pädagoginnen und Pädagogen mit den ihnen anvertrauten Kindern und Jugendlichen in familiären Lebensgemeinschaften zusammen. Die Kinder und Jugendlichen werden individuell gefördert und unterstützt, so dass sie die Chance haben, sich zu eigenständigen Personen zu entwickeln. Seit der Gründung 1965 durch die Dominikanerinnen von Bethanien fanden über 700 Kinder und Jugendliche im Bethanien Kinderdorf ein neues Zuhause. Neben dem Bethanien Kinderdorf in Eltville gibt es weitere Kinderdörfer in Schwalmtal und Bergisch Gladbach. Weitere Informationen unter: www.bethanien-kinderdoerfer.de.

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