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Mit Solidarität gegen Corona

Unterstützer und Projekte aus dem Bistum Limburg für Italien
Mit Solidarität gegen Corona
Mit Solidarität gegen Corona
Italien ist von der Corona-Pandemie besonders betroffen. © pixabay

Papst Franziskus steht auf dem Petersplatz in Rom und spricht den Segen „Urbi et Orbi“. Der Heilige Vater blickt auf einen leeren Vorplatz des Vatikans. Dort, wo sonst viele tausende von Katholiken und Katholikinnen stehen, ist am 23. März keine Menschenseele. Dieses Bild hat weltweit die Runde gemacht. Die Corona-Pandemie wirkt sich auf alle Lebensbereiche der Menschen aus und stellt auch das religiöse Miteinander auf den Kopf. In Europa ist besonders Italien von dem Virus betroffen. Das Land, in das die Deutschen bevorzugt in den Urlaub fahren, steht vor großen Herausforderungen und braucht nun Hilfe.

Die Umstände sind dramatisch

Italien war lange das Land Europas mit den meisten Infizierten und hat bis heute die höchste Zahl an Corona-Toten zu beklagen. Die Ausgangsbeschränkung und das kollabierende Gesundheits- und Sozialsystem sind vor allem für psychisch und körperlich Erkrankte, Notleidende, Wohnungslose und Menschen in Armut schwierig. Die gebürtige Italienerin Stephania Gavin, Mitarbeiterin des Personalmarketings Kitas des Bistums Limburg in Frankfurt, macht sich große Sorgen um ihre Heimat. Einige ihrer Bekannten arbeiten in der Pflege und berichten von den täglichen Herausforderungen. „Ich bin nunmehr seit acht Jahren in Deutschland, meine Familie lebt aber nach wie vor im Süden Italiens. Die Situation ist sehr belastend. Ich bin zwar froh, dass alle soweit gesund sind, aber es bleibt ein großes Fragezeichen, wie wir diese Krise überstehen werden. Auch mit Blick auf die Wirtschaft“, sagt die Erzieherin.

Unterstützung aus dem Bistum Limburg

Ähnlich besorgte Gedanken erreichen auch die Italienische Katholische Gemeinde Bad Homburg bei Frankfurt. Dort meldete sich der italienische Pfarrer Don Luca Piazzolla aus der Gemeinde San Giuseppe in der Stadt Sesto San Giovanni mit einen Hilferuf. In diesem Großraum gibt es aktuell über 14.2000 Corona-Fälle (Stand 30. April). Die Stadt Sesto San Giovanni hat circa 82.000 Einwohner und befindet sich im Norden von Mailand, verbunden durch die Hauptstrecke der Metro. Aufgrund dieser engen Verbindung ist die Stadt stark vom Virus betroffen. Der Bürgermeister der Industriestadt Roberto Di Stefano äußerte sich am 23. März mit eindrücklichen Worten: „In Sesto San Giovanni wohnen viele Menschen, die über 65 Jahre alt sind, ungefähr 35 Prozent. Es sind vor allem Arbeiter, die in den 70er und 80er Jahren in Fabriken, Stahlwerken und Gießereien gearbeitet haben, die jetzt vor allem Atemnot haben, was dem Asbest geschuldet ist. Sie haben keine „gesunden“ Lungen. Sollten sie das Virus bekommen, würden sie es nur schwer überleben.“ Der Caritasverband vor Ort und Pfarrer Don Luca verteilen Lebensmittelpakete an Familien in prekären Lebenslagen. Die Ausgaben für diese Einzelfallhilfen sind jedoch immens, weshalb die italienische Gemeinde Bad Homburg einen Spendenaufruf gestartet hat. „Wir unterstützen diesen Hilferuf gerne und freuen uns, wenn auch andere Gemeinden sich anschließen würden“, sagt Pastoralreferent Georg Feller aus dem Hochtaunus.

Alle im selben Boot

Das Bezirksbüro Main-Taunus hat ebenso einen Spendenaufruf und ein eigenes Unterstützungsprojekt für Italien ins Leben gerufen. Kooperationspartner dafür ist der Caritasverband der Erzdiözese Trento (Trient). Gemessen an der Einwohnerzahl zählt die Region dieses Erzbistums zu den am schlimmsten betroffenen Provinzen und braucht dringend Hilfe. „Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Aktion, bei der wir uns anhängen konnten, also haben wir selbst die Initiative ergriffen“, erklärt Matthias Braunwarth, Bezirksreferent Main-Taunus. Das Motto der Aktion „Wir sitzen alle im selben Boot“ bezieht sich auf das besagte Gebet von Papst Franziskus am 27. März auf dem Petersplatz in Rom. Mit dem Projekt ist auch ein Aufruf an alle Menschen verbunden, sich finanziell zu beteiligen und weitere Ideen zur Unterstützung von Menschen in Not einzubringen, um gemeinsam europäische Verbundenheit in solchen Zeiten erfahrbar zu machen.

Helfen, wo dringend Hilfe gebraucht wird

In Zusammenarbeit mit der Geschäftsführerin der Caritas in Trento, Anita Scoz, werden vor allem drei große Arbeitsschwerpunkte gefördert. Zum einen steht die Unterbringung und Versorgung von Obdachlosen im Vordergrund, zum anderen sollen einzelne Familien in prekären Lebenslagen unterstützt werden. Zudem soll hilfsbedürftigen, verängstigten, gehandicapten und psychisch sowie körperlich kranken Menschen zur Seite gestanden werden. Die gesammelten Spendengelder werden über das Bistum an den Caritasverband in Trento weitergegeben und in Absprache gezielt eingesetzt. Zum Beispiel werden davon Lebensmittel, Hygieneartikel und Kleidung für Notleidende, Überbrückungsgelder für anstehende Mietzahlungen oder kurzfristige Schlafplätze für Wohnungslose finanziert. Manchmal gibt es auch konkrete Anliegen aus Italien, wie die Bitte um professionelle Masken oder Fieber-Thermometer, mit denen man kontaktlos messen kann. „Je nach Bedarf versuchen wir weiterzuhelfen“, sagt Braunwarth.

Unterstützer und Befürworter im Bistum

Die katholische Stadtkirche Frankfurt schließt sich diesem Projekt an und bittet um Spenden, um europäische Solidarität und christliche Nächstenliebe zu zeigen. Stadtdekan Johannes zu Eltz und die Vorsitzende der Stadtversammlung Frankfurter Katholiken, Marianne Brandt, bedauern, dass die Menschen in Italien seit vielen Wochen in dramatischer Weise von der Epidemie betroffen sind. Die Halbitalienerin Elisa Bergamo aus Frankfurt ist von dem Einsatz und Engagement des Bistums begeistert. Die Familie der Studentin lebt in der Nähe von Venedig. Ihr Vater wohnt auf dem Land und ist nunmehr seit über zwei Monaten in Isolation. „Die Projekte aus dem Bistum setzen die richtigen Signale. Ich finde, es ist eine sehr schöne Initiative der Kirche. Das zeigt, dass wir innerhalb von Europa zusammenhalten und dass man als Christ auch links und rechts über geografische Grenzen hinweg schaut, wie es den Menschen mit der Situation ergeht“, sagt die Studentin aus der Gemeinde St. Ignatius in Frankfurt.

Spendenaktionen aus dem Bistum Limburg unterstützen:

Spendenaktionen aus dem Bistum Limburg unterstützen:

Konto:Katholisches Bezirksbüros Main-Taunus

IBAN: DE92 5114 0029 0376 2168 00

BIC: COBADEFFXXX

Verwendungszwecks: „Im selben Boot“

Zuwendungen für dieses Spendenprojekt können steuerlich geltend gemacht werden.

Weitere Infos unter: https://main-taunus.bistumlimburg.de/beitrag/wir-sitzen-alle-im-selben-boot/

 

Konto: Parrocchia S. Giuseppe – oratorio

IBAN : IT72J0845320703000000120240     

BIC: ICRAITRRCL0 

Betreff: Aiuto Covid 19