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Mut machen

Mehr als 70 Engagierte in der Seelsorge mit Familien nahmen an Online-Veranstaltung teil
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Die Online-Veranstaltung wurde von Edwin Borg von der Fachstelle Familienpastoral des Bistums Limburg moderiert. © David Schulke

Familien stärken, ihnen zuhören und ihre Leistungen wertschätzen  – das sind, nicht nur während der Corona-Pandemie, wichtige Aufgaben von Seelsorgerinnen und Seelsorgern in der Arbeit mit Familien. „Wir sind nicht als Absicherer gefragt, damit unsere Amtskirche nicht zugrunde geht und genug Menschen Kirchensteuer zahlen. Wir sind auch nicht beauftragt, dass die Menschen viele Bibelgeschichten kennen, sondern dass sie genau das spüren, was Menschen durch Jesus gespürt haben“, betonte Elisabeth Amrhein aus Würzburg bei der Online-Veranstaltung „Gott berührt“ am Freitag, 22. Januar 2021. Jesus habe Empathie, Sprache und Handlungsfähigkeit eingesetzt, um Menschen zuzuhören, sie zu heilen, sich mit ihnen zu freuen und Schwächere zu verteidigen. „Jesus, der Mutmacher, will, dass sich Menschen als selbstwirksam erfahren und sich weiterentwickeln“, sagte die Bildungsreferentin des Familienbundes der Katholiken.

Mit kleinen Gesten und Aktionen Familien wertschätzen

Seelsorgerinnen und Seelsorger seien die Träger einer mutmachenden Botschaft. Weil Familien aber heute selbst über ihren Glauben entscheiden würden, müssten sich die Seelsorgerinnen und Seelsorger gemeinsam mit Eltern und Kindern auf die Suche begeben, Spuren legen und offen und mit Mut über den eigenen Glauben sprechen. „Wir reden über den eigenen Glauben so wenig wie über das eigene Gehalt“, meinte Amrhein. Besonders in der Zeit der Corona-Pandemie sei es wichtig, Kontakt zu halten und zu schauen, was Familien derzeit wirklich brauchen. Nicht nur mit großen, sondern auch kleinen Aktionen könne Kirche zeigen, dass Familien klasse seien und deren Leistungen anerkannt und wertgeschätzt würden. „Das ist im Moment die größte Aufgabe der Kirche“, sagte Amrhein.

Kirche positiv erleben

Menschen Mut machen und sie stärken will auch Verena Krinke im Bistum Magdeburg mit ihren Feiern der Lebenswende. Etwa 800 konfessionsfreie Jugendliche entscheiden sich jährlich für das Angebot, das sich auch als Alternative zur Jugendweihe und Angeboten des Humanistischen Verbandes versteht. In einer Stadt, in der nur wenige Christinnen und Christen lebten, sei es für Kirche schwieriger, mit Menschen in Kontakt zu kommen. Oftmals nehme die Referentin für Suchendenpastoral auch Berührungsängste und Skepsis gegenüber der katholischen Kirche wahr. Durch die Feiern machten aber mehrere tausend Personen eine positive Erfahrung mit Glaube und Kirche.

Im Mittelpunkt der Feier und der Treffen zur Vorbereitung stehen die Jugendlichen, ihre Biografie, ihre Gedanken, Haltungen und Werte sowie ihre Pläne und Träume für die Zukunft. Sie erlebten dabei „ein Stück Himmel“ und erführen eine christliche Botschaft, die ein „großes Geschenk sei. „Du bist so wie du bist – mit all deinen Ecken und Kanten, mit deinen Schwierigkeiten und Freuden – genau richtig“, fasste Krinke diese Botschaft zusammen. „Ich finde es gut, dass wir Jugendlichen anbieten, in einen Prozess zu gehen, in dem sie über sich selbst noch viel mehr Positives erfahren, als sie sonst erfahren würden.“

Die „katholische Brille“ absetzen

Bei der Online-Veranstaltung, die von der Fachstelle Familienpastoral des Bistums Limburg in Kooperation mit dem Ressort Kirchenentwicklung, dem Referat für Liturgie und Glaubenskommunikation sowie der Villa Gründergeist in Frankfurt durchgeführt wurde, nahmen mehr als 70 haupt- und ehrenamtlich Engagierte aus unterschiedlichen Diözesen in Deutschland und der Schweiz teil. In sechs Workshops tauschten sie sich darüber aus, was Familien in der aktuellen Situation brauchen und mit welchen Angeboten sie  erreicht werden können. Lutz Neumeier, Social-Media-Beauftragter der Evangelischen Landeskirche Hessen-Nassau, informierte etwa über die Möglichkeiten sozialer Medien, um mit Familien in Kontakt zu bleiben. Pfarrer Axel Ebert von der Evangelischen Landeskirche Baden diskutierte mit den Teilnehmern darüber, wie Gemeinden gastfreundlicher werden können. Vorgestellt wurden aber auch das Modell der „Kirche kunterbunt“ als relativ neue Form kirchlicher Arbeit mit Familien, sowie Wege, wie Gott durch Naturrituale für Erwachsene erfahrbar gemacht werden kann. „Wir müssen uns als Christen in neue Räume wagen“, betonte ein Teilnehmer. Andere Teilnehmende sprachen sich dafür aus, die eingeübte „katholische Brille“ abzulegen und auf theologische akademische Sprache zu verzichten. Eine Teilnehmerin: „Es ist spannend, sich andere Übungsfelder zu suchen.“

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