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Schutzlos der Außenwelt ausgeliefert

Kunst & Kultur am Autoberg: Fotoserie über Schlafplätze von Obdachlosen in Frankfurt
Schutzlos der Außenwelt ausgeliefert
Schutzlos der Außenwelt ausgeliefert
Wohnungslose haben keinen privaten Raum zum Rückzug. © Uwe Grellneth
© Uwe GrellnethDen Blicken schutzlos ausgesetzt.

Im Rahmen des Veranstaltungsprogramms „Kunst und Kultur am Autoberg“ präsentiert der Frankfurter Künstler und Fotograf Uwe Grellneth ab 24. September im Haus Sankt Martin am Autoberg (Frankfurter Straße 43) in Hattersheim eine Auswahl seiner Arbeiten mit dem Titel „wohnungslos I & II“ – eine Fotoserie über Schlafplätze von Obdachlosen in Frankfurt. Grellneth war aufgefallen, dass die Zahl der Wohnungslosen während des ersten Lockdowns dramatisch zugenommen hatte. Er fing an, sich mit dem Thema Obdachlosigkeit zu beschäftigen, vor allem mit dem Verhältnis zwischen privaten und öffentlichen Raum.

„Aus der Perspektive eines Obdachlosen ist der private Raum öffentlich und ungeschützt. Dies ist besonders während der Schlafzeit deutlich, da die schlafende Person der Außenwelt schutzlos ausgeliefert ist“, sagt der Fotograf. „ Beim Fotografieren verletze ich jene Privatsphäre, mache aber auch deutlich, welchen Mangel und welche Not diejenigen erleiden, die keine geschützte Unterkunft haben.“  Uwe Grellneth beschreibt sein Projekt als eine Gratwanderung zwischen Not, Voyeurismus, Menschenwürde, dem Bedürfnis nach menschlicher Wärme und Schutz, Ordnung und Chaos, Überlebenswillen und Selbstaufgabe. Diese Gratwanderung soll auch in seinen Arbeiten sichtbar werden.

Klaus Störch, Leiter der Caritas-Einrichtung für Wohnsitzlose, und selbst Kulturschaffender, freut sich, dass Grellneth seine wichtigen, ausdrucksstarken Fotos im Haus Sankt Martin präsentiert. „Die Wohnungslosen sind mitten unter uns, sie sind Teil, Seite, Moment unserer sozialen Wirklichkeit. Wohnungslosigkeit ist die vielleicht extremste Form von Armut überhaupt – die Bilder des Fotografen bringen dies unmissverständlich zum Ausdruck."

Uwe Grellneth (57) kam mit 16 Jahren von Rumänien nach Deutschland, studierte Kommunikationsdesign an der Hochschule RheinMain in Wiesbaden. Er arbeitet als Integrationshelfer in Frankfurt. Er ist verheiratet und hat eine Tochter. Seit der Corona-Pandemie arbeitet er an Serien, die zunehmend soziale Probleme und Umweltthemen aufgreifen, und erkundet dabei den öffentlichen Raum als Kulisse und Bühne für seine Arbeiten. Eine Auswahl ist unter www.grellneth.net zu sehen.

Die Ausstellung wird am 24. September um 15 Uhr im Haus St. Martin mit einem Werkstattgespräch mit dem Fotografen eröffnet. Nach dem 24. September ist die Ausstellung in den Öffnungszeiten des Hauses St. Martin montags - freitags von 9.00 bis 11.30 Uhr zu besichtigen. Um telefonische Anmeldung unter 06190-935712 wird gebeten.

© Uwe Grellneth

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