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Statt Briefen die Frohe Botschaft zu den Menschen tragen

Im Porträt: Claudia Mazurek ist seit mehr als zwei Jahrzehnten Dernbacher Schwester und arbeitet als Gemeindereferentin in der Seelsorge in der Pfarrei St. Peter Montabaur. Sie begleitet dort Kinder, Familien und Menschen mit Handicap.
Statt Briefen die Frohe Botschaft zu den Menschen tragen
Statt Briefen die Frohe Botschaft zu den Menschen tragen
"Es ist spitze, dass ihr da seid." - Schwester Claudia begrüßt die Kinder zum Weggottesdienst in Horressen. Mit der Feier beginnt ihre Kommunionvorbereitung. © Bistum Limburg

„Es ist spitze, dass ihr da seid“, sagt Schwester Claudia Mazurek und strahlt. 20 Kinder und etwa 25 Erwachsene sind an einem Samstagnachmittag in die Kirche St. Johannes der Täufer in Horressen gekommen. Aufgeregtes Stimmengemurmel aus den vorderen Bänken ist in der Kirche zu hören. Mit einem Gottesdienst beginnt für die Kinder die Vorbereitung auf ihre Erstkommunion. Am Altar erklärt die 44-Jährige den Mädchen und Jungen, was ein Kommunionkind überhaupt ist und was sie in den kommenden Monaten erwartet. Mit im Gepäck hat Schwester Claudia Handpuppe Sem. Nach einem Einzelsegen singen die Kinder „Gottes guter Segen sei mit euch“. Schwester Claudia begleitet sie mit der Gitarre. Dass sie mit Freude und Begeisterung dabei ist, kann man spüren.

Familienbesuche zuhause

„Es war mir schon immer ein Anliegen, den Glauben an Kinder und deren Familien weiterzugeben“, erzählt Schwester Claudia. Seit mehr als sieben Jahren ist sie bereits in Montabaur Gemeindereferentin. Ihr Herz schlägt für die Arbeit mit Kindern und Familien. Kirchenführungen für Kindergartenkinder, Bibeltage und Familienwochenenden mit den zwei Familienkreisen der Pfarrei bereitet Schwester Claudia mit engagierten Ehrenamtlichen vor. Besonders wichtig sind ihr auch die Besuche bei den Familien, um die Kinder und deren Eltern zuhause kennenzulernen. „Die Kinder sind dann natürlich etwas aufgeregt“, sagt sie. Aber durch die Besuche lerne sie die Familien viel besser kennen. Manches Mal kämen auch Probleme zum Vorschein – finanzielle Sorgen, Scheidung und Trennung. Oft bleibe es dann nicht bei einem einzelnen Besuch. Zusammen mit dem Pfarrer überlegt Schwester Claudia, wie der Familie geholfen werden kann. „Das hat für mich sehr viel mit Seelsorge zu tun.“ Das, was die Kinder bewege und beschäftige, sei für sie etwas sehr Wertvolles. „Ich will das wecken, was Gott in sie hineingelegt hat.“

Gerade in der Sorge um die Kinder hat Schwester Claudia etwas gemeinsam mit Katharina Kasper, der Gründerin der Gemeinschaft, zu der sie seit über zwei Jahrzehnten gehört: den Armen Dienstmägden Jesu Christ, den Dernbacher Schwestern. Mit 22 Jahren hat sich die im polnischen Ruda Slaska geborene und später mit ihrer Familie nach Deutschland gezogene Katholikin dafür entschieden, in die Schwesterngemeinschaft einzutreten. Nach einer Ausbildung zur Briefträgerin bei der Deutschen Post entschied sie sich dafür, statt Briefe die Frohe Botschaft zu den Menschen zu tragen. Gemeinsam auf dem Weg sein und aus dem Glauben und der Beziehung zu Jesus Christus heraus das eigene Leben und die Beziehungen zu den Menschen gestalten - das fasziniert sie damals wie heute. Bevor sie eintrat, pendelte sie zwei Jahre an den Wochenenden mit dem Zug von Hagen nach Dernbach, lernte die Gemeinschaft kennen, lebte mit den Schwestern. „Ich habe gemerkt, das ist mein Ort.“

Katharina Kasper als Vorbild

Schwester Claudia ist gerne mit leichtem Gepäck unterwegs. Vor Jahren ist sie von Krakau nach Görlitz gepilgert. Auch den Jakobsweg sei sie bereits gelaufen. „Unterwegs zu sein, ist eines meiner Hobbies“, sagt die Schwester. Auch Katharina Kasper sei viel unterwegs gewesen und habe viele Reisen auf sich genommen, um mit den Schwestern ihrer Gemeinschaft zusammen sein zu können. Für Schwester Claudia ist Katharina aber nicht nur deswegen ein Vorbild: „Für mich ist Katharina eine mutige Frau, weil sie sich getraut hat, auf ihre innere Stimme zu hören. Sie war beharrlich und ist drangeblieben.“ Das zeige auch der intensive Briefverkehr Katharina Kaspers. „Sie hat sich nicht einfach hingesetzt und gewartet, dass etwas passiert. Sie war innerlich und äußerlich auf dem Weg.“ Aber auch ihre Bodenständigkeit und ihre geerdete Spiritualität mache es attraktiv, sich mit ihr zu beschäftigen. „Sie ist für mich eine Frau mit offenen Augen und offenen Herzen. Das hat anderen Menschen viel Hilfe und Leben gebracht.“

© Bistum Limburg
© Bistum Limburg
© Bistum Limburg
© Bistum Limburg

In der Reihe "Katharina und ihr Werk" porträtiert das Bistum Limburg zur Heiligsprechung von Katharina Kasper in Rom verschiedene Dernbacher Schwestern. Im Gespräch erzählen die Ordensfrauen von ihren verschiedenen Arbeitsfeldern, warum sie ihren Berufungsweg eingeschlagen haben und was sie an Katharina Kasper anspricht.

Weitere Porträts unter heilige-katharina-kasper.bistumlimburg.de