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Stetiger Fortschritt mit Herausforderungen

„Nachgefragt Spezial“ mit Bischof Georg Bätzing
Stetiger Fortschritt mit Herausforderungen
Stetiger Fortschritt mit Herausforderungen
Bischof Bätzing über den Fortschritt der Implementierung. © Bistum Limburg

Aktuell werden 64 Maßnahmen, die künftig sexuellen Missbrauch im Bistum Limburg verhindern sollen, umgesetzt. In der Interviewreihe „Nachgefragt“ geben wir konkrete Einblicke in die Umsetzung und berichten über die Arbeit der Verantwortlichen an einzelnen Maßnahmen. Der aktuelle Stand der Umsetzung kann jederzeit hier eingesehen werden. 

In „Nachgefragt Spezial“ spricht Bischof Dr. Georg Bätzing über den bisherigen Weg des MHG-Folgeprojektes „Betroffene hören – Missbrauch verhindern“ im Bistum Limburg und erzählt, was er von dem kommenden Jahr erwartet. 

Ein Jahr Implementierung ist vorüber – Wie sehen Sie die bisherige Umsetzung der Maßnahmen?

2021 war das Jahr der intensiven Vorbereitung und Startphase der Implementierung. Inzwischen sind 46 der 64 Maßnahmen in der Erarbeitung und neun Maßnahmen sind bereits abgeschlossen. Darin sehe ich einen stetigen Fortschritt, an dem viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Bistum mitwirken. Wir haben große Schritte gemacht mit der Arbeit an der Ausbildungsordnung, der Gleichstellungsordnung, beim Beschwerdemanagement und der Interventionsordnung. Mit den vorliegenden Zwischenergebnissen aus der Arbeitsgruppe zum spirituellen Missbrauch sind wir als Institution in einem neuen, hochaktuellen Themenfeld unterwegs.
All das zeigt: Die Organisation der Implementierung und die Qualitätsprüfungen funktionieren. Wer möchte, kann durch die Quartalsberichte die Fortschritte transparent im Internet verfolgen.

Welche Herausforderungen gab es im vergangenen Jahr?

Die Konstituierung des Betroffenenbeirates und der Unabhängigen Kommission hat wesentlich länger gedauert, als ich mir das vorgestellt hatte. Nun habe ich die Hoffnung, dass wir von den soliden Vorarbeiten profitieren werden, wenn es ans konkrete Arbeiten geht.

Ein zweites Problem ist, dass im Moment die erarbeiteten Maßnahmen für viele noch nicht genügend sichtbar und spürbar sind. Wir können nur das aktiv kommunizieren, was auch konzeptionell klar ist. Das wird nun ein Schwerpunkt im vor uns liegenden Jahr sein. Es bleibt eine Herausforderung, die komplexen Maßnahmen bis 2023 umzusetzen. Ich bin aber zuversichtlich, da ich schon viele konkrete Schritte sehe, die gegangen wurden.

Welche Erwartungen haben Sie an das Jahr 2022?

Wichtig wird es sein, den Betroffenenbeirat und die Unabhängige Kommission ihren jeweiligen Aufgaben entsprechend im neuen Jahr einzubinden. Ihre Rückmeldungen sind für die Qualität der Implementierung wesentlich.

Danach brauchen wir eine breite Kommunikation der Ergebnisse überall dorthin, wo wir als Bistum mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten wie in die Kitas, Schulen oder Jugendverbände. Denn es geht ja nicht nur um eine Aufarbeitung der Vergangenheit, sondern ebenso darum, in der täglichen Arbeit die bereits vielfältig vorhandenen Konzepte von Prävention und Intervention nachhaltig weiterzuentwickeln und mit der Implementierung zusammenzuführen.

Betroffene hören und Missbrauch verhindern – das habe ich den Betroffenen im Sommer 2020 in der Paulskirche versprochen. Das setzen wir im Bistum Limburg mit allen Kräften um.

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