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Von Katharina lernen

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Von Katharina lernen

Die Heiligsprechung von Katharina Kasper am 14. Oktober 2018 habe den Glauben gestärkt und viele Menschen zusammengeführt. Dies hat Bischof Dr. Georg Bätzing am 1. Februar, dem Gedenktag der ersten Heiligen des Bistums Limburg, im Limburger Dom betont.

„Katharina war eine kluge Frau. Dies ist mir auch bei der Lektüre ihrer gesammelten Briefe noch einmal klar geworden“, sagte Bätzing. Katharina habe einen bestimmten Schreibstil gehabt, der durch drei Elemente gekennzeichnet gewesen sei. Die Heilige habe zunächst immer versucht, mit dem Adressaten in Verbindung zu treten. Sie habe sich vorgestellt, wie es ihm ginge und was die Adressaten wohl beschäftige oder bedrücke. So habe sie sich in die Herzen derer gespielt, denen sie schrieb. Dann habe Katharina ganz klar die Dinge benannt, die es zu regeln galt. „Katharina hat den Adressaten dann aber immer auch einen Einblick in ihre Seele und in ihren Glauben gegeben“, so der Bischof.

Katharina habe in ihrem Leben immer nach dem Willen Gottes gesucht. Auch dies spiegle sich in den Briefen wider und im Stil der Schreiben seien bereits fündig geworden. „Wir finden den Willen Gottes nur gemeinsam. Wir müssen immer wieder in Verbindung treten und in Kontakt sein“, sagte Bätzing. Dann müsse klar und deutlich beschrieben werden, was zu tun ist, was für Fragen zu beantworten sind und was an der Zeit ist. Drittens müsse es möglich sein, anderen Anteil nehmen zu lassen am Glauben. „Wenn uns dies gelingt, dann werden wir die großen Herausforderungen der Kirche meistern. Wir dürfen für das Zeugnis der heiligen Katharina dankbar sein und gelassen in die Zukunft blicken“, so der Bischof. Gott schenke Zeit und gebe die Gewissheit, nicht alles immer sofort lösen zu müssen.

Katharina Kasper

Katharina Kasper wurde am 26. Mai 1820 als Tochter eines Kleinbauern in Dernbach im Westerwald geboren. Sie gründete um 1845 mit weiteren Frauen einen Verein, der sich der häuslichen Pflege von Kranken und Alten sowie der Kinderbetreuung widmete. Am 15. August 1851 entstand aus diesem Verein die Kongregation der Armen Dienstmägde Jesu Christi. Im Jahr 1870 wurde die Gemeinschaft vom Vatikan anerkannt. Katharina Kasper starb am 2. Februar 1898. Damals zählte der Orden bereits 1.725 Schwestern in 193 Niederlassungen. Heute zählt die Kongregation weltweit 560 Schwestern in 87 Niederlassungen. Katharina Kasper wurde im Jahr 1978 von Papst Paul VI. seliggesprochen.