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Bürgerkrieg im anglophonen Kamerun verhindern

Diözesanversammlung des Bistums Limburg ruft Bundesregierung zur Mithilfe auf
Bürgerkrieg im anglophonen Kamerun verhindern
Bürgerkrieg im anglophonen Kamerun verhindern
© Montz/Bistum Limburg

Die Diözesanversammlung des Bistums Limburg hat die Bundesregierung in Berlin aufgefordert, gegen die Unterdrückung der anglophonen Bevölkerung im westafrikanischen Kamerun vorzugehen und eine drohende humanitäre Krise zu verhindern. „Im Mittelpunkt müssen eine Beendigung des Mordens von beiden Konfliktparteien und die Wiederherstellung von Rahmenbedingungen eines Lebens in Würde für die Bevölkerung stehen“, schreibt Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung, in einem offenen Brief an die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Dr. Bärbel Kofler. Das Bistum teile die Sorge der katholischen Bischöfe Kameruns um einen bevorstehenden Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land. „Wir bitten Sie nachdrücklich, der Konfliktlösung in Kamerun den nötigen Stellenwert beizumessen und Maßnahmen zu ergreifen, bevor weitere Opfer und Taten der Gewalt zu beklagen sind“, heißt es weiter in dem Schreiben.

Die Präsidentin der Diözesanversammlung bittet die Bundesregierung konkret darum, sich für einen UN-Sonderbeauftragten einzusetzen, der in der Region Gewaltakte und Zerstörungen dokumentieren und Vorgänge recherchieren könne. „Ohne eine Aufarbeitung dieser Akte wird auch langfristig Gerechtigkeit nicht einkehren können“, betont Schillai. Darüber hinaus solle die Regierung gemeinsam mit Partnern – etwa Frankreich – die Regierung Kameruns unter Staatspräsident Paul Biya dazu bewegen, Menschenrechte zu achten, sich für einen Gewaltverzicht auszusprechen und den Dialog mit Vertretern des anglophonen Kameruns zu suchen. Partner in Kamerun monierten im Gespräch mit Vertretern des Bistums Limburg, dass Biya Anglophone kollektiv als Terroristen bezeichne, zugleich im Norden des Landes aber mit der islamistischen Terrororganisation Boko Haram verhandele.  

Bistum Limburg pflegt seit 30 Jahren Partnerschaft

Das Bistum Limburg unterhält seit etwa 30 Jahren eine intensive Partnerschaft mit dem Bistum Kumbo im englischsprachigen Teil Kameruns. Ende Mai hatte eine Delegation aus Deutschland im Krisengebiet die Bistümer Mamfe, Bamenda und Kumbo besucht und sich mit den Ortsbischöfen sowie Menschenrechtsvertretern getroffen. In dem westafrikanischen Land unterdrückt die französischsprachige Regierung des Landes seit Jahren die englischsprachige Minderheit. Separatisten fordern die Abspaltung des englischsprachigen Westens Kameruns. Im vergangenen Jahr kam es immer wieder zu Gewaltausbrüchen im anglophonen Teil. Zuletzt starben bei einem Angriff der Armee auf ein Dorf Ende Mai 30 Menschen. Das Büro für Humanitäre Hilfen der Vereinten Nationen (OCHA) schätzt, dass etwa 160.000 Menschen wegen des Konflikts auf der Flucht sind. Helfer vermuten, dass die Armee gezielt die anglophone Bevölkerung aushungern und vertreiben wolle. Die katholischen Bischöfe des anglophonen Kameruns hatten im Oktober Befürchtungen eines drohenden Genozids geäußert.

  • Krise in Kamerun

    Offener Brief der Diözesanversammlung an die Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung

Die Diözesanversammlung ist die gewählte Vertretung aller Katholiken im Bistum Limburg. Ihr gehören derzeit 77 Personen an, die sich zweimal jährlich mit aktuellen Entwicklungen in Kirche, Gesellschaft und Politik beschäftigen.