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Monitoring zum Stand der Prävention in Deutschland

Unabhängiger Beauftragter für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung und Deutsches Jugendinstitut stellen Ergebnisse vor
Monitoring zum Stand der Prävention in Deutschland
Monitoring zum Stand der Prävention in Deutschland
© pixabay.com

Ein Monitoring zum Stand der Prävention in Einrichtungen und Organisationen in Deutschland (2015–2018) hat das Deutsche Jugendinstitut (DJI) im Auftrag des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM) erarbeitet. Die Ergebnisse haben der UBSKM, Johannes-Wilhelm Rörig, und die stellvertretende Forschungsdirektorin des DJI, Prof. Dr. Sabine Walper, am Mittwoch, 4. September, in Berlin vorgestellt. Das Monitoring nimmt auch die Situation katholischer Pfarreien in den Blick. Zwar konnte die ausschließlich qualitative Erhebung nur einen kleinen Ausschnitt der Situation katholischer Pfarreien erfassen, sie gibt aber wichtige Anregungen und Impulse zur Unterstützung und Umsetzung der intensiven Präventionsarbeit in der katholischen Kirche. 

„Ich bin dankbar für die differenzierten Hinweise, die das Monitoring gibt. Sie werden Berücksichtigung finden können in den überarbeiteten Fassungen der Leitlinien sowie der Rahmenordnung zur Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen“, so Bischof Dr. Stephan Ackermann, Beauftragter der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes.

Schon heute können Pfarreien bei der Etablierung von Schutzkonzepten auf förderliche innerkirchliche Rahmenbedingungen aufbauen, beispielsweise die Unterstützung durch diözesane Präventionsfachkräfte. Auch können positiv wahrgenommene Elemente vorhandener Schutzkonzepte, wie abgestufte Schulungssysteme für Haupt- und Ehrenamtliche oder ein konkret ausformulierter Verhaltenskodex, Anregungen für die weitere lokale Arbeit bieten. Die Ergebnisse des Monitorings zeigen aber auch, dass die vorhandenen Anstrengungen weiter verstärkt werden müssen. Die stark gewachsene Bedeutung digitaler Medien schafft zudem neue Herausforderungen für die Präventionsbemühungen. 
 

Hintergrund

Im Jahr 2016 haben der Beauftragte der Deutschen Bischofskonferenz für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, Bischof Dr. Stephan Ackermann (Trier), und der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs der Bundesregierung (UBSKM), Johannes-Wilhelm Rörig, eine Vereinbarung geschlossen, in der sich die Deutsche Bischofskonferenz verpflichtet hat, die Einführung von Schutzkonzepten gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen in ihren Strukturen bestmöglich zu unterstützen. Die katholische Kirche in Deutschland und alle ihr zugehörigen Einrichtungen sollen ein sicherer Ort für die verletzlichsten Mitglieder der Gesellschaft sein.

Der Abschlussbericht des Montorings sowie Factsheets zu den zentralen Handlungsfeldern (Kita, Schule, Heime, Gesundheit, Freizeit) sind auf der Internetseite des UBSKM www.beauftragter-missbrauch.de verfügbar.