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Das Bistum Limburg

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Das Bistum Limburg
© Bistum Limburg

Gemessen an der 2.000-jährigen Geschichte der katholischen Kirche ist das Bistum Limburg jung an Jahren: 2002 wurde mit einem Festakt in der Frankfurter Paulskirche das 175-jährige Bestehen gefeiert. Seine Geschichte beginnt mit dem Zusammenbruch der weltlichen und kirchlichen Machtstrukturen in Europa als Folge der Französischen Revolution. Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803, dem letzten Gesetz des Heiligen Römischen Reiches, werden Gebiete der alten geistlichen Kurfürstentümer Mainz und Trier den nassauischen Herzogtümern zugeschlagen, darunter das Gebiet um Limburg, das bis dahin den rechtsrheinischen Teil des Trierer Bistums darstellt. Das Herzogtum Nassau mit Regierungssitz in Wiesbaden initiiert zusammen mit der freien Reichsstadt Frankfurt die Errichtung eines eigenen Bistums.

Am 23. November 1827 ist es soweit: Das Bistum wird gegründet und der erste Bischof, Jakob Brand, nimmt seine Amtsgeschäfte auf. Das Bistum hat zum damaligen Zeitpunkt 134 Pfarreien mit 175.000 Katholiken. Die ehemalige Stiftskirche St. Georg, deren eigene Geschichte bis in das 10. Jahrhundert zurück reicht, wird zur Kathedrale, zur Kirche des Bischofs von Limburg.

Im Gebiet des Bistums leben heute rund 2,4 Millionen Menschen, davon sind etwa 645.000 Katholiken. Der Anteil der Katholiken an der Bevölkerung beträgt demnach rund 27 Prozent.

1827 - das Bistum Limburg wird gegründet

Die Geschichte des Bistums Limburg beginnt mit dem Zusammenbruch der weltlichen und kirchlichen Machtstrukturen in Europa als Folge der Französischen Revolution. Durch den Reichsdeputationshauptschluss im Jahre 1803, dem letzten Gesetz des Heiligen Römischen Reiches, werden Gebiete der alten geistlichen Kurfürstentümer Mainz und Trier den nassauischen Herzogtümern zugeschlagen, darunter das Gebiet um Limburg, das bis dahin den rechtsrheinischen Teil des Trierer Bistums darstellt. Das Herzogtum Nassau mit Regierungssitz in Wiesbaden initiiert zusammen mit der freien Reichsstadt Frankfurt die Errichtung eines eigenen Bistums.

Am 23. November 1827 ist es soweit: Das Bistum wird gegründet und der erste Bischof, Jakob Brand, nimmt seine Amtsgeschäfte auf. Das Bistum hat zum damaligen Zeitpunkt 134 Pfarreien mit 175.000 Katholiken. Die ehemalige Stiftskirche St. Georg, deren eigene Geschichte bis in das 10. Jahrhundert zurück reicht, wird zur Kathedrale, zur Kirche des Bischofs von Limburg.

Zwischen Kulturkampf und katholischer Soziallehre - die Zeit bis zur Weimarer Republik

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Die ersten Jahrzehnte des neuen Bistums sind geprägt von dem spannungsreichen Verhältnis zum nassauischen Staatskirchentum. Die Kirche strebt zunehmend nach mehr Eigenständigkeit. Allen voran setzt sich Bischof Peter Joseph Blum in seiner Amtszeit offensiv für die Freiheit von staatlicher Bevormundung ein. Im Kulturkampf muss er das Land verlassen und ins Exil gehen. Ab 1866 beginnt die "preußische Zeit" des Bistums, da das Herzogtum Nassau zusammen mit Hessen-Kassel und der Freien Stadt Frankfurt in die preußische Provinz Hessen-Nassau eingegliedert wird. Als Integrationsfigur für die Zeit nach dem Kulturkampf gilt Bischof Willi Dominicus, der ab 1898 der sechste Bischof von Limburg ist. Unter seiner Ägide wird vor allem das Ordensleben gestärkt.

Nach dem ersten Weltkrieg, in der Zeit der Weimarer Republik, wird die Hochschule St. Georgen in Frankfurt gegründet. Hier wirken bis heute weit über die Bistumsgrenzen hinaus bekannte katholische Wissenschaftler wie Professor Oswald von Nell-Breuning, der die Grundlagen der katholischen Soziallehre entwickelte.

Die Diözese während des Nationalsozialismus

Eine Zäsur in der Bistumsgeschichte stellt die Zeit des Nationalsozialismus dar, in der auch die katholische Kirche bedrängt wird. Die katholischen Jugendorganisationen, konfessionellen Schulen und Kindergärten sowie der Religionsunterricht an staatlichen Schulen werden verboten. Klöster werden aufgehoben, in St. Georgen wird der Lehrbetrieb durch Hausdurchsuchungen und Verhaftungen behindert. Auch Pallottiner aus dem Limburger Missionshaus werden immer wieder verhaftet. Der damalige Frankfurter Stadtpfarrer Alois Eckert ist von Februar bis Mai 1937 in Strafhaft, weil er sich weigert, die Kirche zum "Tag der Bewegung" am 9. November 1935 zu beflaggen. In Frankfurt protestieren auch einzelne Geistliche gegen die Novemberpogrome 1938. Limburger Bischof in dieser Zeit ist Antonius Hilfrich. Er agiert in der Auseinandersetzung mit den Nationalsozialisten zurückhaltend, protestiert aber in aller Schärfe im August 1941 beim Reichsjustizministerium gegen die Euthanasie-Morde in Hadamar. Sein Nachfolger, Ferdinand Dirichs, der 1947 ins Amt kommt, gilt als treibende Kraft des Klerus im Widerstand gegen die Nationalsozialisten.

Glaubensweitergabe in modernen Zeiten

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Dirichs proklamiert im Limburger Dom die Katholische Aktion, die eine stärkere Mitverantwortung der Laien im Blick hat. Dieses Thema gewinnt in den kommenden Jahren an Bedeutung, in denen innerkirchlich das Zweite Vatikanische Konzil eine Zäsur darstellt. In der Folge werden unter Bischof Wilhelm Kempf die synodalen Strukturen (Syn-odos, griech., bedeutet "gemeinsamer Weg") ausgebaut. Ziel ist es, dass Amtsträger und Mandatsträger unbeschadet der Leitungsverantwortung des Bischofs einen gemeinsamen Weg suchen, um den Auftrag Jesu in der Kirche gemäß den Anforderungen der Zeit zu erfüllen. In der Ära von Bischof Franz Kamphaus stehen Themen wie der Schutz des menschlichen Lebens, Fragen der Bioethik, die Option für die Armen und die Verantwortung für eine gerechte Welt auf der Agenda. Intensive Kontakte und Partnerschaften zu katholischen Diözesen in verschiedenen Ländern der Erde werden entwickelt.

Die Glaubensweitergabe in modernen Zeiten, der Abschied von der Volkskirche und die Neugestaltung einer - missionarischen - Kirche der Zukunft bei rückläufigem pastoralen Personal und absehbaren finanziellen Einbußen: Das sind seit Ende des letzten Jahrhunderts die Herausforderungen für die Kirche im Bistum Limburg. Im Jahr 2009 initiierte Tebartz-van Elst den Bistumsprozess "Bereitschaft zur Bewegung". Schwerpunkt des Prozesses ist eine Gebietsreform des Bistums und die Neuordnung der Pfarreien.

 

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