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07.09.2013

Ein parteilicher Anwalt für Benachteiligte

Sozialbüro Main-Taunus mit Stiftungspreis ausgezeichnet

HOFHEIM/FLÖRSHEIM.  Mit dem diesjährigen Stiftungspreis der Kurt-Graulich-Stiftung „Helfen in Not“ ist am Freitag, 6. September, in Hofheim das Sozialbüro Main-Taunus ausgezeichnet worden. Kurt-Jochen Graulich, Sohn des Stiftungsgründers und im Vorstand der Stiftung, übergab den mit 5000 Euro dotierten Preis an das Team des Sozialbüros. Seit über 15 Jahren werden im Sozialbüro Main-Taunus in Hofheim Menschen und Organisationen zusammen geführt, die eine besondere Gemeinschaft der Nächstenliebe und der Solidarität mit den Menschen in Not bilden: Das erklärte  Bischof Franz-Peter Tebartz van Elst in der Laudatio zur Preisverleihung vor rund hundert Teilnehmern, darunter Vertreter aus Politik und Gesellschaft. Der Feier im Gemeindezentrum von St. Peter und Paul war eine geistliche Einstimmung in der Pfarrkirche voraus gegangen. 

Mit seiner Nähe zu den Menschen in besonderen Notlagen sei das Sozialbüro ein parteilicher Anwalt für Benachteiligte im Main-Taunus-Kreis, sagte der Bischof. In diesem Sinne setze sich das Sozialbüro auch öffentlich für den Abbau sozialer Ungerechtigkeiten ein. So zeige es Widersprüche zwischen einerseits wachsendem Reichtum im Kreis und einer zugleich zunehmenden Zahl von Menschen in prekären Beschäftigungsverhältnissen auf. In seiner Ansprache verwies der Bischof darauf, dass das 1998 gegründete Sozialbüro das erste und einzige in Hessen ist. Jährlich fänden hier etwa 3000 Menschen aus dem Kreis Rat und Hilfe. Ausdrücklich dankte er zum Abschluss all denjenigen, die am Aufbau und der täglichen Arbeit beteiligt seien, ebenso wie den Unterstützern. Der besondere Dank gelte dabei der Kurt-Graulich-Stiftung und deren anhaltend großem Engagement zugunsten des Sozialbüros. 

Auf das christliche Grundverständnis der Nächstenliebe, wie es im Sozialbüro praktiziert werde, hatte sich in seiner Begrüßung der Gäste der Geschäftsführer des Caritasverbandes Main-Taunus, Otmar Vorländer, bezogen. Pastoralreferent Hans-Jürgen Wagner, Mitglied des Kuratoriums der Stiftung, bezeichnete das Bild des Schirmes als Symbol der Graulich-Stiftung. Auch das Sozialbüro mit seinen vielfältigen Hilfs-Angeboten sei so ein Schirm, der Menschen in Not und Krisensituationen nicht im Regen stehen lasse. Unter dem Thema „15 Jahre Sozialbüro“ beschäftigte sich anschließend eine Talkrunde, unter anderem mit der Hofheimer Bürgermeisterin Gisela Stang und Joachim Werle, dem Leiter des Amtes für Arbeit und Soziales, mit den sozialen Anforderungen im Kreis.   

Die Stiftung war 1995 von Kurt-Jochem Graulich gegründet worden mit dem Ziel, Menschen, die in Not geraten sind, sowie caritativen Einrichtungen und Institutionen schnell und unbürokratisch zu helfen. Die Stiftung unterstützt regional und überregional Einzelpersonen sowie soziale Projekte, die sich um Randgruppen der Gesellschaft kümmern. Träger des Sozialbüros ist der Caritasverband für den Bezirk Main-Taunus e.V. In seiner Rechtsträgerschaft arbeiten hier unter anderem das katholische Bezirksbüro und das diakonische Werk, der Verein „Frauen helfen Frauen“, die Kurt-Graulich-Stiftung und die ökumenische Wohnhilfe im Taunus sowie Kirchengemeinden und andere Organisationen in einem Netzwerk zusammen. Die bislang neben Marcus Krüger als Koordinatorin tätige Pastoralreferentin Gabriela von Melle wurde im Rahmen der Feierstunde verabschiedet. (rei)

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