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An der Schule Heimat finden

Die Schulgemeinde der Bischof-Neumann-Schule in Königstein feierte 75-jähriges Schuljubiläum
An der Schule Heimat finden
An der Schule Heimat finden
Ein Blick zurück in die Anfänge der Bischof-Neumann-Schule in Königstein. © Bischof Neumann Schule

Dass katholische Schulen als (neue) Kirchorte erkannt und geschätzt werden und durch ihr pädagogisches, soziales und pastorales Wirken für Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien eine Haltekraft im Glauben entwickeln können: Diese Hoffnung hat der Schulleiter der Königsteiner Bischof-Neumann-Schule (BNS), Jens Henninger, im Rahmen des Festaktes zum 75-jährigen Schuljubiläum zum Ausdruck gebracht. Vor rund 150 Gästen im Haus der Begegnung sagte er, die BNS sei bereit, Teil des pastoralen Netzes im Bistum Limburg zu sein. Ausdrücklich dankte er der St. Hildegard-Schulgesellschaft, die als Schulträger eine große Hilfe bei allen anstehenden Veränderungen und Herausforderungen sei.

Bürgermeister Leonard Helm hob in einem Grußwort die Bedeutung der Bischof-Neumann-Schule für die Stadt Königstein hervor und lobte die gute Zusammenarbeit. In Vertretung von Landrat Ulrich Krebs überreichte Gregor Maier, Leiter Fachbereich Kultur des Hochtaunuskreises, als Geschenk vier Lektionare zum Gebrauch für die Gottesdienste in der kürzlich wiedereröffneten Kollegskirche.

Der Vergangenheit verpflichtet, auf die Zukunft ausgerichtet

Ralf Stammberger, Leiter Dezernat Schule und Bildung im Bistum Limburg, und Stephan Behr, Geschäftsführer der St. Hildegard-Schulgesellschaft, warfen in einem gemeinsamen Grußwort den Blick auf die Geschichte sowie die Veränderungen der Schule: Angefangen mit der Internatszeit über die Namensänderung der Schule im Jahr 1966 und dem Wandel zu einem koedukativen Gymnasium in den 1980er Jahren bis hin zu den heutigen aktuellen Herausforderungen. Das kritische Hinterfragen der Dinge und Positionen gemäß Sokrates sowie das Hinterfragen der Menschen und des Glaubens, wie Jesus es getan habe, könnten, so die beiden Redner, beispielhaft sein, um das erweiterte Leitmotiv der Schule „Der Vergangenheit verpflichtet, auf die Zukunft ausgerichtet“ auch zukünftig leben zu können.

© Irene PolkeMit dem Jugendkammerorchester unter der Leitung von Mechtild Geißler wurde der Festakt eröffnet.
© Bischof Neumann SchuleEin besonderer musikalischer Abschluss: Ehemalige Schülerinnen und Schüler gaben am Abend ein Konzert.

Schulen in freier Trägerschaft fair behandeln

Das langjährige Aufsichtsratsmitglied Prof. Dr. Martin Havers würdigte die besonderen Leistungen der Lehrkräfte. Dies zeige sich in der breiten Allgemeinbildung und dem Verantwortungsbewusstsein, das Schülerinnen und Schüler an der Schule vermittelt bekämen. Dass viele Absolventen nach ihrer Schulzeit in den verschiedensten gesellschaftlichen Bereichen Verantwortung übernähmen, sei hierfür ein eindeutiger Beleg.

Veronika Loch, Vorsitzende des Schulelternbeirats, zog einen Vergleich zwischen den Eltern, die ihre Kinder nach den schlimmen Erfahrungen der Kriegsjahre nach Königstein in die St. Albert-Internatsschule schickten, und den heutigen Eltern. Die christliche Orientierung „Educare in christum (in Christus hinein erziehen)“ und die damit verbunden Wertmaßstäbe seien damals wie heute ein guter Beweggrund, um an der Schule eine Heimat - nicht nur, aber auch im Glauben - zu finden. Heike Beitel, die Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer, zeigte die gemeinschaftlich erreichten Projekte auf und betonte, die Bedeutung des Miteinanders aller Beteiligten. Leonhard Loch, der derzeitige Schulsprecher, warf einen ganz persönlichen Blick auf „seine Schule“ und lobte das gute Miteinander von Schüler- und Lehrerschaft.

Schulleiter Jens Henninger nahm in seiner Anspreche auch die Bedeutung der freien (christlichen) Schulen und die derzeitige Diskussion um die Ersatzschulfinanzierung in den Blick. Die Koexistenz von privatem und öffentlichem Schulsystem sei essentiell für das deutsche Schulwesen. Es gebe gute Gründe, warum die Väter und Mütter des Grundgesetzes nach den Erfahrungen mit der nationalsozialistischen Ideologie den Bildungsauftrag nicht nur dem Staat übertragen hätten. Er forderte eine faire Behandlung der Schulen in freier Trägerschaft, die nichts Anderes einforderten als die ihnen gesetzlich zustehenden Mittel.

© Bischof Neumann SchuleDr. Susanne Nordhofen übergab den Bischofsstab von Bischof Kindermann.

Der Bischofsstab von Bischof Kindermann

Zum Festakt waren aus jeder Klasse und jedem Kurs ein Schüler- sowie ein Elternvertreter eingeladen, ebenso das aktuelle Kollegium sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als externe Gäste konnten unter anderem der ehemalige BNS-Schüler, Staatsminister a.D. Jürgen Banzer, und die ehemaligen Schulleiter Dr. Darko Heimbring sowie Dr. Susanne Nordhofen begrüßt werden. In Vertretung von Weihbischof Dr. Gerhard Pieschl übergab Frau Dr. Nordhofen den Bischofsstab von Bischof Adolf Kindermann. Der Stab hatte sich in Pieschls Besitz befunden. Im Rahmen der Wiedereröffnung der Kollegskirche im Mai hatte dere Weihbischof bereits das Brustkreuz Kindermanns der Bischof-Neumann-Schule vermacht. Schulleiter Henninger versprach, in der Kollegskirche einen würdigen und angemessenen Ort für Stab und Pektorale zu finden.

Inhaltlicher Mittelpunkt des Festaktes war die Podiumsdiskussion mit dem Titel „Christlich-humanistische Bildung im Spiegel der Zeit – 75 Jahre Bischof-Neumann-Schule“. Fünf ehemalige Schülerinnen und Schüler aus verschiedenen Jahrzehnten berichteten über ihre persönlichen Erfahrungen, darunter Verfassungsrichter Prof. Dr. Andreas Paulus (Abiturjahrgang 1987).

Christsein heute im Schulalltag

Begonnen hatten die Festlichkeiten am Jubiläumstag mit einem Gottesdienst. Auch wenn dieser pandemiebedingt nicht in der Kollegskirche gefeiert werden konnte, gelang es den Schülerinnen und Schülern aus dem Arbeitskreis Schulseelsorge, den Lehrkräften aus der Schulpastoral und Kaplan Benedikt Wach, in einem würdigen Rahmen aufzuzeigen, wie Christsein heute im Schulalltag gelingen kann.  Neben dem täglichen Morgengebet und den Gottesdiensten im Jahreskreis wurden das große soziale Engagement und ganz besonders der Einsatz für die Partnerschule in Kiserian (Kenia) genannt.

Im Zeichen des Jubiläums stand auch eine Baumpflanzaktion zwei Tage zuvor, die der Eltern-Umwelt Arbeitskreis der Schule in Zusammenarbeit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald sowie Hessenfort organisiert hatte. 120 engagierte Mitglieder der Schulgemeinde pflanzten bei Nebel und Nieselregen 620 Eichenstecklinge und setzten hiermit angesichts der Herausforderungen durch den Klimawandel ein Hoffnungszeichen für die Zukunft. 

Die Schule war am 15. November 1946 als „Sankt-Albert-Internatsschule“ im Unterhaus des ehemaligen Kasernenkomplexes in Königstein eröffnet worden. Am 15. November hatte Bischof Wilhelm Kempf die neue Bischof-Neumann-Schule eingeweiht.1986 war aus der bisherigen Jungenschule ein koedukativ geführtes Gymnasium geworden. 1995 wurde die St-Hildegard-Schulgesellschaft als neue Trägerin der Bischof-Neumann-Schule gegründet.

© Bischof Neumann SchuleWie Christsein heute im Alltag gelingen kann war Thema des Gottesdienstes.

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