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Bewusstes Miteinander der Kirchen

Ökumenepreis 2019 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland an die „Sodener Passion“ überreicht
Bewusstes Miteinander der Kirchen
Bewusstes Miteinander der Kirchen
Die Gewinner aus Bad Soden: Brunhild Haller, der Vorsitzende der ACK, Radu Constantin Miron, Pfarrer Dr. Achim Reis und Ester Schaller (v.l.n.r.) © Foto: ACK/Gabriele Riffert

Die christlichen Kirchen in Bad Soden im Taunus sind für ihre „Sodener Passion“ mit dem Ökumenepreis 2019 der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland ausgezeichnet worden. Der mit 3.000 Euro dotierte Preis wurde bei einem Festakt im Rahmen der Mitgliederversammlung der ACK in Augsburg am 18. September verliehen. Das positive Miteinander der christlichen Kirchen in Bad Soden am Taunus basiert auf einem fast 50-jährigen ökumenischen Weg. Seit 16 Jahren begehen die christlichen Kirchen die Passionszeit gemeinsam– zunächst die evangelisch-lutherische und die römisch-katholische Kirche, bald darauf stieß auch die methodistische Kirche dazu. „Ich freue mich, dass mit diesem Projekt eine Initiative ausgezeichnet wird, die von hohem ehrenamtlichem Engagement getragen ist“, schrieb Kardinal Walter Kasper, der Schirmherr des Ökumenepreises, in seinem Grußwort anlässlich der Verleihung.

Auch nicht-kirchliche Stationen werden einbezogen

„Jedes Jahr entscheiden sich die Christinnen und Christen in Bad Soden für ein gesellschaftlich relevantes Thema, zu dem die unterschiedlichsten Veranstaltungen stattfinden – von Vorträgen über kulturelle Angebote bis hin zu Filmvorführungen“, betonte Jurymitglied Pastor Jürgen Stolze von der evangelisch-methodistischen Kirche in seiner Laudatio. Dadurch sei es gelungen, Ökumene im öffentlichen Raum erlebbar werden zu lassen und sie ins Bewusstsein zu rufen. Bei den verschiedenen Angeboten werden auch nicht-kirchliche Stationen, wie zum Beispiel das Sozialamt der Stadt, miteinbezogen. Die engagierten Christen haben sich dabei bereits mit dem Leid von Müttern befasst oder mit dem Thema „Fasten“. Im Jahr des Reformationsgedenkens 2017 wurde nach der Passionszeit am Ostermontag ein ökumenischer Gottesdienst mit der Taufe evangelischer und katholischer Kinder gefeiert. „Damit haben wir bewusst ein Zeichen gesetzt, weil die Taufe das Sakrament der Einheit in Christus ist“, betonte Pfarrer Achim Reis, von der Evangelischen Kirchengemeinde Bad Soden. Mit ihm waren Brunhild Haller, ehrenamtlich tätige Katholikin und Esther Schaller von der methodistischen Gemeinde gekommen, um sich für die Verleihung des Preises zu bedanken.

ACK mit gemeinsamen Jahresmotto für 2021

Die Mitgliederversammlung der ACK Deutschland beschäftigte sich in Augsburg auch mit dem für die Ökumene wichtigen Jahr 2021: Neben dem Dritten Ökumenischen Kirchentag in Frankfurt am Main treffen sich ca. 755 Delegierten und über 4000 Gäste und Beobachter des Ökumenischen Rats der Kirchen (ÖRK) in Karlsruhe zu ihrer Vollversammlung. Zudem werden auch 2021 die Gebetswoche für die Einheit der Christen und der Ökumenische Tag der Schöpfung durchgeführt. Wegen dieser bedeutsamen ökumenischen Ereignisse sprachen sich die Mitglieder der ACK Deutschland für ein gemeinsames Jahresmotto aller ökumenischen Veranstaltungen unter dem Titel „2021: Jahr der Ökumene“ aus.

Im Hinblick auf die Vorbereitung des Dritten Ökumenischen Kirchentags betonte die Mitgliederversammlung, dass es sich bei Ökumene nicht nur um das Miteinander von evangelischer und römisch-katholischer Kirche handle, sondern vielmehr um eine multilaterale Kooperation. Die Mitgliederversammlung sprach sich deshalb für eine starke Präsenz der ACK auf dem Ökumenischen Kirchentag aus. (PM ACK/clm)

Der 1948 gegründeten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK)in Deutschland gehören 17 Kirchen an. Acht Kirchen sind Gastmitglieder, fünf ökumenische Organisationen haben Beobachterstatus. Die ACK repräsentiert ca. 50 Mio. Christen in Deutschland. Die Mitglieder, Gastmitglieder und Beobachter entsenden Delegierte in die ACK, die zweimal im Jahr zur Mitgliederversammlung zusammenkommen. Alle drei Jahre wählt die Mitgliederversammlung den Vorstand der ACK. Derzeit ist Erzpriester Radu Constantin Miron Vorsitzender. Die Geschäftsstelle der ACK in Deutschland, genannt „Ökumenische Centrale“, hat ihren Sitz in Frankfurt am Main. Schwerpunkte der Arbeit der ACK in Deutschland sind das gemeinsame Gebet, die theologische Reflexion, das Engagement für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung sowie der Kontakt zu anderen ökumenischen Einrichtungen.