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Bistum will Konsequenzen aus Studie ziehen

​​​​​​​Diözesansynodalrat fordert permanente Weiterarbeit an der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch
Bistum will Konsequenzen aus Studie ziehen
Bistum will Konsequenzen aus Studie ziehen
© pixabay.com

Das Bistum Limburg will Konsequenzen aus den Erkenntnissen der Studie von sexuellem Missbrauch durch Kleriker ziehen, einen offenen Gesprächsprozess über die systemischen Faktoren führen und die Aufarbeitung mit externer Expertise weiter vorantreiben. Aus den Erkenntnissen, die die MHG-Studie der Bischofskonferenz benennt, sollen konkrete Schritte für die Diözese abgeleitet werden, die permanent bearbeitet würden. Dafür hat sich der Diözesansynodalrat (DSR) im Bistum Limburg in seiner Sitzung am Samstag, 20. Oktober, in Limburg ausgesprochen.

„Mit der MHG-Studie, die Teil der Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch in der Kirche ist, muss nun weiter gearbeitet werden. Sie darf nicht einfach in irgendwelchen Schubladen verschwinden oder unter den Tisch fallen. Wir müssen über das Thema und die Empfehlungen aus der Studie sprechen und Konsequenzen für unser Bistum Limburg ziehen“, sagte Ingeborg Schillai, Präsidentin der Diözesanversammlung. Eine solche Weiterarbeit und Auseinandersetzung fordert auch Bischof Dr. Georg Bätzing, der sich in der Pflicht sieht, die Empfehlungen der Studie für sein Bistum umzusetzen. „Ich wünsche mir Beratung und Austausch zum Themenfeld des sexuellen Missbrauchs. Wir müssen miteinander darüber ins Gespräch kommen und die Themen und Empfehlungen, die die MHG-Studie benennt und die die deutschen Bischöfe beraten haben, offen, ehrlich und ohne Tabus diskutieren“, so Bätzing.

Notwendige Veränderungen sollen angestoßen werden

Er werde sich erst öffentlich zu den Erkenntnissen aus der MHG-Studie äußern, wenn es eine konkretere Vorstellung davon gebe, wie notwendige Veränderungen im Bistum Limburg angestoßen werden könnten. Die Mitglieder des Diözesansynodalrates und der Bischof waren sich einig, dass das weitere Vorgehen gemeinsam geplant und eine breite Beteiligung erreicht werden müsse, wenn es wirklich um den Abbau von Klerikalismus und Machtstrukturen in der Kirche gehen solle. Neben ersten Elementen eines solchen Vorgehens hielten die Mitglieder fest, dass die Perspektive der Opfer von sexuellem Missbrauch unbedingt in die weiteren Überlegungen einbezogen werden müsse.

Der DSR sieht es als sinnvoll an, bereits angestoßene Gesprächsprozesse im Bistum – etwa über die kirchliche Sexualmoral, Homosexualität, Segensfeiern für Paare, die nicht kirchlich heiraten können und um den Segen bitten oder die grundlegenden Optionen aus dem päpstlichen Schreiben Amoris Laetitia – um Aspekte aus der MHG-Studie zu ergänzen. Darüber hinaus müsse über Themen wie Machtmissbrauch und Klerikalismus ebenso wie über die Rolle der Frauen in der Kirche und über den Pflichtzölibat gesprochen werden.

Bischof Georg kündigte an, dass das Bistum bei der Aufarbeitung und Weiterarbeit am Thema auf externe Expertise bauen werde. „Wir sind es den Opfern schuldig, dass wir die Erkenntnisse der Studie in Gänze wahrnehmen und wir brauchen darüber hinaus noch vertiefte Erkenntnisse über die Situation in unserem Bistum“, sagte Bätzing.

Nachtrag - Projektskizze für Aufarbeitung soll bis Mitte November erarbeitet werden 

Die Generalvikare der 27 deutschen (Erz-)Diözesen haben sich Mitte Oktober in Würzburg mit den Konsequenzen der Beratungen der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz aus der Studie „Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz“ (MHG-Studie) befasst. Die Konferenz betonte, dass es nicht nur gelte, die Maßnahmen zu Intervention und Prävention weiterzuentwickeln, sondern auch das institutionelle Versagen aufzuarbeiten. Dazu gehörten auch das Thema der innerkirchlichen Machtstrukturen sowie Fragen der Sexualmoral. Bis zur nächsten Sitzung des Ständigen Rates Mitte November 2018 wird eine Projektskizze vorgelegt, die aus mehreren Teilprojekten besteht und die Selbstverpflichtungen von Fulda kontinuierlich umsetzt.