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Davidstern, glorreiche Knoten und eine Brezel

Symbole und Zeichen der Religionen in den Frankfurter Römerhallen
Davidstern, glorreiche Knoten und eine Brezel
Davidstern, glorreiche Knoten und eine Brezel
Auch Hennamalereien gehören zu den religiösen Symbolen © D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. StadtkircheLicht spielt in vielen Religionen eine Rolle, wie hier der Chanukka-Leuchter des Judentums

Der 3. Tag der Religionen lädt zum Rätselraten ein: Was hat es mit dem rechtsläufigen Schneckenhaus oder dem glorreichen Knoten auf sich? Wofür steht der Davidstern oder die Swastika? Und wieso ist die köstliche Lebkuchenbrezel ein christliches Symbol? „Symbole und Zeichen in den Religionen“ ist die Veranstaltung am Sonntag, 3. November, in den Frankfurter Römerhallen überschrieben.

An zahlreichen Ständen präsentieren neun Frankfurter Religionsgemeinschaften ihre Rituale und Traditionen: Tibetisch-buddhistische Glückssymbole wie Schneckenhaus und Knoten, hinduistische Lotosblüten als Symbol des Universums, ein jüdisches Chanukka-Spiel um einen vierseitigen Kreisel, mit dem unter brutalen Besatzungsmächten im Verborgenen die Torah gelehrt werden konnte, gilt es zu entschlüsseln. Oder eben die Brezel, ein Gebäck, das wie zwei zum Beten verschränkte Arme geformt ist.

Die religiöse Vielfalt Frankfurts, wo mehr als 260 Gemeinden unterschiedlicher Religionen existieren, wird in diesem Mikrokosmos sichtbar. Ein vielfältiges musikalisches Bühnenprogramm, charakteristische Leckereien oder auch die Möglichkeit, sich die Hände mit Hennafarben verzieren zu lassen, eine Kunst, die in mehreren Religionen bis heute verbreitet ist, stoßen auf Begeisterung.

Religiöse Traditionen und interreligiöse Begegnungen

Gemeinsam mit dem Rat der Religionen ist die Stadt Frankfurt Veranstalter des dritten Frankfurter Tags der Religionen. Das Amt für multikulturelle Angelegenheiten kooperiert seit 2017 mit dem Rat der Religionen, um diesen Tag im Römer zu ermöglichen. „Für viele Menschen in unserer Stadt hat die eigene Religion eine große Bedeutung in ihrem Leben“, betont Integrationsdezernentin Sylvia Weber zur Eröffnung.

Auch der Vorsitzende des Rates der Religionen, Joachim Valentin, Direktor des katholischen Bildungszentrums Haus am Dom, zeigt sich glücklich über die Möglichkeit, „im Rathaus zu Gast zu sein und hier die religiösen Traditionen der Mitgliedsgemeinden, aber auch die Erfahrungen mit interreligiösen Begegnungen zu teilen. Und wir möchten darüber ins Gespräch kommen, welche Themen die Menschen vor Ort bewegen,“

© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche
© D. Wiese-Gutheil/Kath. Stadtkirche

Zehn Jahre Rat der Religionen in Frankfurt

Bevor die Tore der Römerhallen sich an diesem regnerischen Sonntag öffnen, hat der Rat der Religionen bereits ein besonderes Jubiläum im Kaiserhall feiern dürfen. Seit zehn Jahren gibt es den Rat, der sich dem Dialog zwischen den Religionsgemeinschaften und der Stadtgesellschaft widmet. Als Vorsitzender verweist Valentin dabei auf die große Bedeutung der Einrichtung, die Fremdheit überwinden und neue Horizonte eröffnen will. Mit zahlreichen Stellungnahmen zu gesellschaftlichen und politischen Themen der Stadt Frankfurt diene der Rat dem Dialog und dem friedlichen Miteinander in der Stadt.

Die Zusammenarbeit im Rat verändere den Blick und auf andere und fördere die gegenseitige Wertschätzung, unterstreicht auch sein Vorgänger als Ratsvorsitzender, Khushwant Singh, über die Jahre sei unschätzbares Vertrauen entstanden, das gerade in Zeiten zunehmender Spaltung, subtiler  Gewalt und Diffamierung ein wichtiger Faktor in der Stadtgesellschaft sei. Der Rat und die in den Religionsgemeinschaften engagierten Bürger trügen mit Mut, Geduld, Weisheit und konstruktiven Vorschlägen zu einer friedlichen Gesellschaft bei.