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Einer muss da sein, es zu sagen

Hirtenwort des Bischofs zur Seligsprechung
Einer muss da sein, es zu sagen
Einer muss da sein, es zu sagen
© Bistum Limburg

Pater Richard Henkes ist für Bischof Dr. Georg Bätzing ein Impulsgeber und ein Vorbild für die Nachfolge Christi. Sein Zeugnis sei aktuell wie nie und biete viele Anknüpfungspunkte in die heutige Zeit. Dies macht der Bischof von Limburg in seinem Hirtenwort zur Seligsprechung des Pallottinerpaters am Sonntag, 15. September, deutlich. Das Schreiben wurde am Wochenende in den katholischen Gottesdiensten in der Diözese bekannt gemacht. 

Gespür für Wahrheit und Wahrhaftigkeit

Ein wichtiger Wesenszug des neuen Seligen sei das Gespür für Wahrheit und Wahrhaftigkeit sowie seine innere Freiheit. „Es braucht den innerlich freien Menschen, der sich ganz persönlich für seine Überzeugung, seinen Glauben, seinen Weg der Nachfolge entscheidet. Nur freie Persönlichkeiten seien imstande, sich Verlockungen des Zeitgeistes zu entziehen und den Weg der Nachfolge Christi zu gehen“, schreibt der Bischof. Es verwundere nicht, dass Henkes nach 1933 sehr rasch die Propaganda des Naziregimes durchschaute. Der neue Selige sei zu einem leidenschaftlichen Verteidiger der Würde des einzelnen Menschen, gerade auch des kranken, alten, behinderten, fremden geworden. Es sei daher kein Wunder, dass er der Gestapo ein Dorn im Auge gewesen sei und ihn viele baten, vorsichtiger zu sein. „Pater Henkes hat das wohl ängstliche Schweigen vieler nicht angeprangert, aber er machte seiner Familie deutlich: ‚Einer muss da sein, es zu sagen’“, so Bätzing. Er habe einfach nicht anders gekonnt. Der freiheitsliebende Henkes habe sich nicht einschüchtern lassen.

Bei allen drängenden Fragen von Veränderungen in der Kirche dürfe der Blick nicht zuerst auf die Belange der Institution Kirche gerichtet werden. „Das Evangelium ist für die Menschen da, und im Licht des Evangeliums blicken wir auf die Herausforderungen unserer Zeit. Ich bin dankbar für jede und jeden, der sich in Wort und Tat widersetzt, wenn die Würde des Menschen missachtet wird, ob es sich um den ungeborenen oder den sterbenden Menschen handelt, den gescheiterten oder den fremden. Jeder Mensch ist uneingeschränkt Gottes Tochter und Sohn, unsere Schwester, unser Bruder“, schreibt der Bischof. 
 

Kreuzfest und Seligsprechung

Für Bischof Georg Bätzing ist es ein „wunderbares Zusammentreffen“, dass die Seligsprechung von Pater Henkes am Kreuzfest des Bistums gefeiert werde. Henkes Martyrium im Konzentrationslager Dachau sei nämlich ohne den Tod Christi und das Geschehen von Golgota nicht zu verstehen. Wenn am 15. September im Altarraum des Limburger Domes die Kreuzreliquie zur Verehrung gezeigt werde und daneben eine Reliquie von Pater Henkes, dann sei das ein Zeichen dafür, dass jede Generation und jeder Einzelne vor der Herausforderung der Kreuzesnachfolge stehe und sich in ihr bewähren müsse. „Als Bischof Wilhelm Kempf das Kreuzfest 1959 neu belebte, ging es ihm darum, die verschiedenen Teile und Herkünfte des Bistums zu vernetzen, damit alle einander in der gemeinsamen Feier des Glaubens bestärken. Das erhoffe ich auch vom Kreuzfest 2019, denn die Seligsprechung von Pater Henkes ist letztlich ein Fest des Glaubens, das uns alle auf dem gemeinsamen Weg stärken will“, so Bätzing. 

Das Hirtenwort zusammengefasst in Gebärdensprache

 

Hörfassung des Hirtenworts

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