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Integration fällt nicht vom Himmel

Positive Bilanz zum Abschluss des Projektes "Willkommenskultur für Flüchtlinge"
Integration fällt nicht vom Himmel
Integration fällt nicht vom Himmel
Ein besonderes Projekt wurde 2016 realisiert: Das Theaterprojekt Arche 2.0 mit einer Aufführung in der Jugendkirche Kana. © Benjamin Dahlhoff

„Integration fällt nicht vom Himmel, und auch das Engagement des Einzelnen allein reicht nicht,“ erklärt Merhawit Desta, Referentin für Migration und Sozialrecht beim Caritasverband für die Diözese Limburg. „Integration braucht das Miteinander von Menschen, funktionierende Netzwerke und nicht zuletzt Geld, um Projektideen für und mit Flüchtlingen umzusetzen. Daher haben wir zusammen mit Caritasverbänden, Pfarreien, ehrenamtlichen Initiativen, Bildungsträgern und Vereinen im Laufe der vergangenen Jahre verlässliche und gute Unterstützungsstrukturen mit Hilfe des Fonds ‚Partnerschaft mit Flüchtlingen‘ (PmF) im Bistum Limburg aus- und aufgebaut“, führt Desta aus, die nach fast acht Jahren ´Willkommenskultur für Flüchtlinge im Bistum Limburg' ein durchweg positives Fazit zieht.

Unter anderem wurde der seit mehr als drei Jahrzehnten bestehende PmF-Fonds ab dem Jahr 2015, als viele Menschen auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger nach Deutschland kamen, um 150.000 Euro aus dem Willkommenskultur-Projekt auf den doppelten Betrag aufgestockt. „Da war es das Gebot der Stunde, schnell zu helfen“, um gerade ehrenamtliches Engagement in Pfarreien zu unterstützen, so Generalvikar Rösch.

Mittlerweile können viele Pfarreien und Initiativen auf viele Erfolgsgeschichten schauen, so wie Gemeindereferent Heiko Litz in der Pfarrei St. Bonifatius in Wiesbaden. „Die Arbeit mit und für Menschen mit Flucht- und Migrationserfahrungen ist sehr viel einfacher mit diesem guten Netzwerk, mit der Unterstützung der Willkommenskultur des Bistums und der Caritasverbände, mit unbürokratisch zu beantragenden Mitteln aus dem PmF-Fonds und dem wirklich tollen Engagement von so vielen Menschen“, resümiert Litz. Nur so habe man die Angebote der Willkommenskultur in der Pfarrei gut etablieren können und sich auf die Bedarfe der Menschen und auf deren Ankommen in der Gesellschaft konzentrieren können. Dieser Ansatz hat auch Bischof Dr. Georg Bätzing überzeugt, der sich bei seiner Visitation im Sommer 2021 ein Bild von den Aktivitäten vor Ort machen konnte.

Wohnungsführerschein und Wohnprojekt für junge Frauen

Nach seinen Erfahrungen haben sich die Integrationsanforderungen der Menschen im Laufe der vergangenen Jahre verändert. Sie seien nun komplexer und differenzierter. „Menschen einen Sprachkurs zu Beginn ihrer Integration anzubieten oder zu vermitteln ist einfacher, als sie in Arbeitsprozesse und bei einer gleichberechtigten gesellschaftlichen und sozialen Teilhabe zu begleiten“, erklärt der Gemeindereferent. Diesem Umstand tragen die Angebote der katholischen Pfarrei St. Bonifatius Rechnung. Zusammen mit Kooperationspartnern wie dem Caritasverband Wiesbaden-Rheingau-Taunus und der Katholischen Familienbildungsstätte wurden Beratungs- und Unterstützungsangebote geschaffen, die, so Litz, ein Alleinstellungsmerkmal in Wiesbaden haben wie der „WohnungsFührerschein“ für Wohnungssuchende und das Wohnprojekt „Arche“ für junge Frauen ab 18 Jahre.

„Vor allem das Engagement der vielen Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden gilt es an dieser Stelle ausdrücklich zu würdigen, betont Diözesancaritasdirektor Jörg Klärner. „Unterstützungsangebote wie der Fonds ‚Partnerschaft mit Flüchtlingen‘ ermöglichen vor Ort wichtige Initiativen und Integrationsprojekte für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund und geben den vielen Engagierten Rückenwind und auch Vertrauen“, so Klärner.

Und genau diesen Rückenwind und das Vertrauen brauche es für alle Akteure, bestätigt Desta. „Denn auch in Zukunft werden uns als Caritas die Themen Flucht, Migration und Integration beschäftigen.“ Und hier müsse man sich weiter stark machen für Integration. Daher freut sich die Referentin, die zuständig ist für den von Bischof em. Franz Kamphaus initiierten PmF-Fonds, dass das Bistum den Fonds weiterhin mit jährlich 50.000 Euro unterstützt. Insgesamt hat der Fonds damit ab 2022 ein jährliches Volumen von rund 200.000 Euro.

Hintergrund: Fonds „Partnerschaft mit Flüchtlingen“

Der Fonds wurde 1986 von Altbischof Dr. Franz Kamphaus ins Leben gerufen. Die verfügbaren Mittel ermöglichen Kirchengemeinden, katholischen Einrichtungen und Initiativen sowie Caritasverbänden in der Diözese Limburg seit mehr als 35 Jahren ein differenziertes Betreuungs- und Orientierungsangebot für Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund zu unterhalten.

Hintergrund: Projekt „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ im Bistum Limburg 

Das Bistum Limburg engagiert sich mit dem Projekt „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ seit Anfang 2014 für Geflüchtete mit einem Finanzvolumen von 5,8 Mio. Euro. Von 2015 bis 2021 hat der Fonds Partnerschaft mit Flüchtlingen (PmF) aus dem Projekt jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 150.000 Euro erhalten. So war es möglich, dass zahlreiche Integrationsmaßnahmen vor Ort stattfinden können, die Caritasverbände, Pfarreien, ehrenamtliche Initiativen und viele andere umgesetzt haben.

Das Projekt „Willkommenskultur für Flüchtlinge“ ist nach fast acht Jahren Ende Dezember 2021 beendet worden. Eine Dokumentation über die gesamte Projektlaufzeit ist in Arbeit und wird in Kürze erscheinen.

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