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Menschen zusammenbringen statt Karriere machen

Wer sind die Kandidaten, die zu Diakonen geweiht werden?
Menschen zusammenbringen statt Karriere machen
Menschen zusammenbringen statt Karriere machen
Die Weihekandidaten (von links): Matthias Thiel, Mirko Millich, Fabian Bruns, Matthias Böhm und Lucas Eduard Weiss gemeinsam mit Regens Dr. Christof May. © Bistum Limburg

"Wohin ich dich auch sende, dahin sollst du gehen und was ich dir auftrage, das sollst du verkünden" (Jer, 1,7). Das wird der Weihespruch der fünf Männer sein, die Bischof Georg Bätzing zu Diakonen weihen wird. Mit Blick auf die Corona-Pandemie musste sie aber verschoben werden. Der neue Termin ist am Pfingstsonntag, 31. Mai, um 14.30 Uhr. Die Weihe wird im Live-Stream übertragen.

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Lange bevor Matthias Böhm sein Studium angefangen hat, war bereits das Interesse für die Theologie da. „Ich habe versucht, den Glauben zu verstehen und zu leben. Ich habe gemerkt, ich muss Theologie studieren“, sagt der 29-Jährige. Sein Grundanliegen für den kommenden Dienst als Diakon und später als Priester ist es, „Menschen auf ihrer Suche nach Gott zu begleiten und sie zu Gott zu führen.“ Böhm freut sich darauf, Messe zu feiern, den Glauben zu verkünden und zu predigen. Ein Ziel von ihm ist es, Menschen zusammenzubringen. Er ist in der Pfarrei St. Peter und Paul in Wiesbaden eingesetzt.

Gebet und Befreiung

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„Die Faszination an Jesus, ihm nachzufolgen – für mich ist dieser Weg das Priestertum“, sagt Fabian Bruns aus Schenkelberg. Für ihn war der Glaube schon immer ein wichtiges Thema. Nach seinem Abitur begann der 27-Jährige zunächst Chemie zu studieren und hat sich während dieser Zeit immer wieder gefragt, ob dieser Weg der richtige ist. „In den Fragen habe ich immer wieder Halt im Glauben gefunden und angefangen, mich mehr damit zu beschäftigen, auch selbst zu beten“, sagt Bruns. Diese Gebete seien eine befreiende Erfahrung gewesen. Er möchte vor allem ein guter Seelsorger sein. „Durch die Sozialraumerkundungen haben wir eine neue Perspektive kennengelernt, auf die Gegebenheiten und Ressourcen und Bedarfe zu schauen“, sagt Bruns. „Wo treffen sich Leute, wo entsteht kulturelles Leben? Und wie können wir das als Kirche mitgestalten?“ Er ist in der Pfarrei St. Jakobus in Frankfurt-Niederrad eingesetzt.

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Mirko Millich ist derzeit in der Pfarrei Herz Jesu in Dillenburg und St. Petrus in Herborn tätig. Er wurde 1983 in Dernbach im Westerwald geboren und ist in Dreikirchen aufgewachsen. Nach einer Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten arbeitete er einige Jahre selbstständig und entschied dann, Priester zu werden. „Ich habe mein Leben vorher immer mit dem Gehirn geplant, hab gemacht, was logisch war, was sinnvoll war, was mich weitergebracht hat. Und dann habe ich gemerkt: Das ist es nicht, ich muss auf mein Herz hören“, sagt Millich. So möchte er auch Priester sein. „Ich will nicht planen, was ich in zehn oder 20 Jahren mache, ich will gucken, was kommt und dann meinen Platz finden und den möglichst gut ausfüllen. Ich will nicht Karriere machen und irgendwas darstellen.“ Für ihn hat die Jugend in der Kirche zu wenig Stimme. „Ich denke, da muss ein Schwerpunkt der Kirchenentwicklung sein. Man muss die Jugendlichen da abholen, wo sie stehen“, sagt Millich.

Nicht Mainstream

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Bereits seit 1990 ist Matthias Thiel aus Frankfurt Messdiener. Im Jahr 2012 kam dann die Beauftragung zum Gottesdienstleiter dazu. Aber bis die Entscheidung fiel, dass er Priester werden möchte, dauerte es noch weitere zwei Jahre. „Es war ein langer Zeitraum, in dem die Entscheidung reifen musste“, sagt Thiel. Im Jahr 2015 hat er dann das Studium begonnen und ist ins Priesterseminar St. Lambert in Lantershofen eingetreten. Mit 38 Jahren ist er der älteste der fünf Männer, die nun zu Diakonen und in einem Jahr dann zu Priestern geweiht werden. Auf die Frage, ob Priester zu werden noch zeitgemäß ist, antwortet Thiel: „Der Priester ist eigentlich eine Provokation an die Lebenswelt generell. Es geht darum, zu etwas zu stehen, das nicht Mainstream ist, und nicht jeden Trend mitzumachen.“ Er möchte sich als Seelsorger vor allem um Menschen kümmern, die mit besonderen Lebensumständen konfrontiert sind, beispielsweise in der Militär- oder auch der Jugendseelsorge. Thiel ist in der Pfarrei St. Ursula in Oberursel und Steinbach tätig.

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Lucas Eduard Weiss stammt aus Rüdesheim am Rhein. Der 24-Jährige ist der jüngste in der Reihe der Fünf. Nach seinem Abitur verschlug es Weiss nach Rom zu einem Internationalen Freiwilligendienst und zur Vorbereitung der Ministrantenwallfahrt im deutschen Pilgerzentrum. Anschließend, im Oktober 2014, trat er in Sankt Georgen ins Priesterseminar ein. „Ich glaube, dass es meine Berufung ist und der Weg meines Lebens“, sagt Weiss. Eine wichtige Rolle bei Entscheidungen in seinem Leben spielte auch der Schulpfarrer, so Weiss. „Er ist auch heute noch mein geistlicher Vater und begleitet mich auf diesem Abenteuer.“ Dieses Abenteuer, das ist ein wichtiges Bild für den 24-Jährigen. So sei der Weg, den er gewählt hat, einer von „vielen abenteuerlichen Lebensentwürfen und eines der schönsten Abenteuer, die man erleben kann“. Eine wichtige Frage, auch in Bezug auf die Kirchenentwicklung, ist für Weiss die Frage nach der Zukunftsfähigkeit der Kirche. „Wie können wir uns weiterentwickeln ohne die Wurzeln zu vergessen?“ Eine Aufgabe, die ihn sehr freuen würde, ist die geistliche Begleitung von Familien. Er ist in der Pfarrei St. Josef in Frankfurt eingesetzt.