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Nicht zu Lasten der Erzieherinnen und Erzieher

Bistum Limburg fordert besseren Schutz für Kindertagesstätten
Nicht zu Lasten der Erzieherinnen und Erzieher
Nicht zu Lasten der Erzieherinnen und Erzieher
Die Einrichtungen in Hessen und Rheinland-Pfalz sollen bald in den Regelbetrieb zurückkehren. © pixabay.com

Das Bistum Limburg fordert dazu auf, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kindertagesstätten und Vorschulbereich besser zu schützen, sie bei der Vergabe von Impfterminen bevorzugt zu behandeln und Einrichtungen bei der Pandemiebewältigung besser zu unterstützen. „Ohne eine spürbare Verbesserung im Gesundheitsschutz und eine Nachjustierung bei den Unterstützungssystemen ist eine Rückkehr zu höheren Betreuungsquoten oder gar zum Regelbetrieb unverantwortlich“, betont Ralf Stammberger, Leiter der Abteilung Kindertageseinrichtungen im Bistum Limburg, mit Blick auf die derzeitige Ankündigungen der beiden Länder Hessen und Rheinland-Pfalz, Schulen und Kindertagesstätten für einen Regelbetrieb in der Pandemie zu öffnen. „Die Öffnung von Kitas kann für Familien nur nachhaltig und wirksam sein, wenn gleichzeitig die Schutzmaßnahmen in den jeweiligen Einrichtungen erhöht werden. Die Entlastung der Familien durch Angebote frühkindlicher Bildung darf nicht zu Lasten der Gesundheit der Erzieherinnen und Erzieher gehen“, sagt Stammberger.

Erzieherinnen und Erzieher früher impfen

In einem Positionspapier nennt die Fachabteilung, die etwa 300 katholische Einrichtungen im Bistum vertritt, mehrere Forderungen, die schnellstmöglich umgesetzt werden müssten. Da in den Einrichtungen keine Abstandsgebote eingehalten werden könnten und das Tragen von Masken durch pädagogische Fachkräfte weiterhin kritisch beurteilt werde, müssten Erzieherinnen und Erzieher früher geimpft werden. Derzeit befinden sich die Beschäftigten in den Kindertageseinrichtungen in der Impfkategorie III mit höherer Priorität gemeinsam mit Personen im Alter von 60 bis 70 Jahren, Risikopatientinnen und Patienten, dem Personal in Schulen und Mitarbeitende der Polizei und Feuerwehr sowie dem Einzelhandel. „Für mich ist nicht nachvollziehbar, warum innerhalb dieser Gruppe keine Priorisierung vorgesehen ist, obwohl sich hier Kontaktintensität und Schutzmaßnahmen sehr unterschiedlich darstellen können“, betont Stammberger. Personen, die durch die gängigen Schutzmaßnahmen wie das Tragen von Masken und einem Abstandhalten bereits geschützt werden können, könnten entsprechend auch später geimpft werden. Der aktuelle Prüfauftrag der Bundesregierung, eine höhere Priorisierung vorzusehen, wird begrüßt.

Das Bistum weist auch darauf hin, dass es anders als bei Schulen derzeit für Kindertagesstätten keine wirksamen Förderprogramme für die digitale Ausstattung der Einrichtungen mit notwendiger digitaler Infrastruktur und deren Betrieb gebe. Arbeiten, die bei entsprechender Ausstattung von besonders gefährdetem Personal auch im Home-Office erledigt werden könnten (zum Beispiel pädagogische Dokumentationen, Jugendhilfeberichte, Elternarbeit über digitale Medien etc.), müssten derzeit weiterhin in den Einrichtungen erledigt werden. „Wir brauchen hier dringend eine Refinanzierung“, sagt Stammberger. Eine Refinanzierung sei auch für den Einsatz von Vertretungskräften von zentraler Bedeutung, damit das Betreuungsangebot zum Wohle von Kindern und Eltern aufrechterhalten werden könne.   

Das Papier begrüßt ausdrücklich, dass die Bundesländer zusätzliche Mittel für die notwendige Schutzausrüstung zur Verfügung stellen. Die Verteilung dieser Mittel sei aber teilweise zu bürokratisch gestaltet und nur mit erheblichem Mehraufwand zu erhalten. Positiv bewertet das Papier auch die Möglichkeit für Beschäftigte in Kindertagesstätten, sich anlasslos und kostenfrei PCR-Tests zu unterziehen. Notwendig seien aber auch hier vereinheitlichte Regelungen.

Das Bistum Limburg vertritt die Interessen von etwa 300 Einrichtungen in katholischer Trägerschaft mit ihren 4500 Beschäftigten. Anfang 2020 besuchten mehr als 20.000 Kinder die Kindertagesstätten.

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