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Regenbogenbanner abgerissen

Vandalismus an der katholischen Jugendkirche Kana in Wiesbaden
Regenbogenbanner abgerissen
Regenbogenbanner abgerissen
Seit rund einem Jahr zeigte die Jugendkirche mit dem jetzt verschwundenen Banner Flagge. © Jugendkirche Kana
© Klima/Jugendkirche KanaEin Werbeplakat, das auf die Jugendkirche Kana hinweist, wurde abgerissen und auf den Boden geschmissen.

„Da fällt einem ja die Kinnlade herunter, das ist krass“: Thomas Klima, Leiter der katholischen Jugendkirche Kana, traute am Dienstag, 27. Juli, seinen Augen nicht. Das große Regenbogenbanner, das seit rund einem Jahr am Kirchengebäude aufgehängt ist, ist über Nacht verschwunden. „Dafür braucht man immerhin eine Leiter“, zeigt sich Klima verärgert über die kriminelle Energie, die hier aufgewendet wurde. Ein Werbeplakat der Jugendkirche, das unter dem Banner angebracht war, wurde abgerissen und auf dem Boden zurückgelassen. Dieser Vorfall zeige deutlich, dass Homophobie weiterhin ein gesellschaftliches Thema sei, ist der Theologe überzeugt. „Das ist einfach kein Umgang miteinander“. Wer anderer Meinung sei, könne doch auch mit dem Team das Gespräch suchen.

Der Schock über den Vandalismus ist auch deswegen groß, weil gerade erst eine erfolgreiche Premiere über die Bühne gegangen ist, wie der Jugendkirchen-Leiter berichtet. Am vergangenen Sonntag wurde erstmals zusammen mit dem Evangelischen Stadtjugendpfarramt ein ökumenischer Gottesdienst zum Christopher Street Day (CSD) gefeiert. Die Resonanz darauf sei sehr gut gewesen. „Leute aus der queeren Szene haben sich dankbar gezeigt, dass sie hier Anschluss finden“, so Klima. Im Rahmen der Statements innerhalb der Feier habe jemand erzählt, dass er als Jugendlicher Messdiener gewesen sei, dann aber aufgrund negativer Erfahrungen der Kirche den Rücken gekehrt habe. Jetzt hier zu stehen, sei für ihn ein besonderer Moment, so der Gottesdienstteilnehmer.

Die Jugendkirche Kana hat sich mit einem eigenen Arbeitsbereich „Queere Jugendarbeit“ in den vergangenen anderthalb Jahren deutlich positioniert und an Projekten der Queeren Community Wiesbaden beteiligt. So gab es unter anderem Aktionen zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie (IDAHOBIT) und zum CSD im vergangenen Jahr. Zu diesem Anlass wurde das Regenbogenbanner an der Kirche angebracht. „Wir hatten uns entschieden, es als lebens- und menschenbejahendes Zeichen hängen zu lassen“, erklärt Klima. Jetzt müsse sich das Team erst fangen, aber eins sei jetzt schon klar: "Wir werden dem Motto des CSD-Gottesdienstes 'Sei Mutmacher:in' weiter treu bleiben und das Banner hochhalten."

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