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Seligsprechungsverfahren für Luise Löwenfels eröffnet

Seligsprechungsverfahren für Luise Löwenfels eröffnet
Seligsprechungsverfahren für Luise Löwenfels eröffnet

Der Apostolische Administrator des Bistums Limburg Weihbischof Manfred Grothe hat das Seligsprechungsverfahren für Schwester Maria Aloysia Luise Löwenfels (1915-1942) von den Dernbacher Schwestern eröffnet. Für diese laut Weihbischof Grothe "schöne und ehrenvolle Aufgabe" hat er ein so genanntes Seligsprechungstribunal aus Theologen und Historikern eingesetzt. Dieses Gremium wird sich nun ein Bild machen über das Leben, das Martyrium und die Wundertätigkeit der katholischen Ordensfrau mit jüdischen Wurzeln, die im Konzentrationslager Auschwitz ermordet wurde. Aloysia Löwenfels konvertierte 1935 im Alter von 20 Jahren zum katholischen Glauben und trat zwei Jahre später in den Orden der Dernbacher Schwestern, der "Armen Dienstmägde Jesu Christi", ein. 1942 wurde sie in einer niederländischen Niederlassung des Ordens verhaftet und im Alter von 27 Jahren deportiert und ermordet.

Angestoßen hat das Seligsprechungsverfahren der Orden der Dernbacher Schwestern, allen voran die niederländische Schwestern und in Deutschland Schwester Christiane Humpert. Sie beschäftigt sich seit mehreren Jahren intensiv mit der Biographie und dem Glaubenszeugnis ihrer Mitschwester. Sie hat als Postulatorin des Verfahrens die Aufgabe, den Lebensweg, die Schriften von Schwester Aloysia und schriftliche und mündliche Aussagen von Zeitzeugen zusammenzutragen. Für Schwester Christiane und ihre Ordensgemeinschaft gibt es mehrere Gründe für die Seligsprechung ihrer Mitschwester. Vor allem seien ihr Glaubenszeugnis und ihr Martyrium von großer Bedeutung. "Wir verehren sie als eine Frau, die - ungeachtet ihres noch jungen Alters - entschieden dem Weg gefolgt ist, den Gott sie geführt hat", erklärt Schwester Christiane Humpert. "Sie hat als Märtyrerin Zeugnis für ihren Glauben abgelegt".

Zu der feierlichen Einsetzung des Seligsprechungstribunals im Limburger Bischofshaus kam auch eine Mitschwester aus den Niederlanden, wo Schwester Aloysia Löwenfels zuletzt lebte. Die niederländische Mitschwester Arnolda de Haas ist als Vize-Postulatorin ernannt worden. Zu den Vertretern des Ordens der Dernbacher Schwestern sagte Grothe: "Sie sind auf dem besten Wege, eine Gemeinschaft von Seligen und Heiligen zu werden". Damit spielte er darauf an, dass zurzeit auch ein Heiligsprechungsverfahren für die Ordensgründerin, die Selige Katharina Kasper, läuft.

Pater Dr. Georg Schmidt ist als Bischöflicher Delegat hauptverantwortlich für das Prüfverfahren. Für ihn ist Schwester Aloysia Löwenfels ein Vorbild im Glauben. Ihren Lebensweg und ihren Eintritt in den Orden versteht er als Hingabe. "Allerdings müssen wir jetzt klarer herausarbeiten, was sie für ein Mensch war und welche Spiritualität sie hatte." Mit Hilfe theologischer und historischer Gutachter wird er eine Stellungnahme verfassen, ob eine Seligsprechung empfohlen wird oder nicht. Dafür wird der Jesuit auch 40 bis 50 Zeugen hören. "Insgesamt kann das bischöfliche Verfahren, bis wir die Stellungnahme erarbeitet haben, ein Jahr dauern", erklärt Pater Schmidt. Dann geht die Stellungnahme, die Positio, zur Prüfung nach Rom zur Kongregation für Selig- und Heiligsprechungen. Die Seligsprechung selbst erfolgt dann bei positivem Urteil durch den Papst.

Schwester Maria Aloysia Löwenfels

Luise Löwenfels wurde am 5. Juli 1915 in Trabelsdorf in der Nähe von Bamberg geboren. Schon in jungen Jahren fühlte sie sich zum katholischen Glauben hingezogen. Während ihrer Ausbildung zur Kindergärtnerin in Nördlingen nahm sie am Konvertiten-Unterricht teil. Zum Missfallen ihrer jüdischen Familie konvertierte sie 1935 zum katholischen Glauben. Getauft wurde sie in der Kapelle des Ordens "Arme Dienstmägde Jesu Christi" in Mönchengladbach-Hehn. Als sie dort als Jüdin denunziert worden war, floh sie 1936 in die Niederlande, ohne auf die Umsetzung eines Angebots des Ordens, nach England zu gehen, zu warten. In Geleen fand sie bei den Schwestern Unterkunft und Arbeit. 1937 trat sie dort in den Orden ein und nahm den Namen Maria Aloysia an. Nach dem Einmarsch der deutschen Besatzungsmacht in die Niederlande war sie auch dort nicht mehr sicher. Dennoch lehnte sie das Angebot eines ihrer Brüder, mit dem sie nach dem Bruch mit ihrer Familie noch in Kontakt stand, mit der Familie ins Exil in die USA zu gehen, ihres Glaubens wegen ab. Am 2. August 1942 wurde sie in Geleen verhaftet und mit weiteren Priestern sowie männlichen und weiblichen Ordensleuten jüdischer Herkunft, darunter auch Edith Stein, ins Konzentrationslager Auschwitz deportiert. Dort wurde sie kurz nach der Ankunft in den Gaskammern ermordet. Ihr Tod wird auf den 9. August 1942 datiert.

Mitglieder des Seligsprechungstribunals

Zum Seligsprechungstribunal gehören als Bischöflicher Delegat Pater Dr. Georg Schmidt SJ (Diözese Limburg), als Kirchenanwalt Monsignore Prof. Dr. Stefaan van Calster (Diözese Roermond/ Niederlande), als Notare Prof. Dr. Peter Platen und Anke Schäfer (beide Diözese Limburg), als theologische Gutachter Prof. Pater Dr. Rainer Berndt SJ (Philosophisch-Theologische Hochschule St. Georgen Frankfurt) und Monsignore Dr. M.G.M. Ben Janssens (Diözese Roermond/ Niederlande), als historische Gutachter Monsignore Dr. Paul W.F.M. Hamans (Diözese Roermond/ Niederlande), Domkapitular Dr. Norbert Jung (Erzdiözese Bamberg) und Dr. Barbara Wieland (Universität Frankfurt) und als Übersetzer Dennis Sutherland. (fl)