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Studenten sollen kulturelle und religiöse Sensibilität lernen

Religionsgemeinschaften wollen Hochschulleben mit gestalten
Studenten sollen kulturelle und religiöse Sensibilität lernen
Studenten sollen kulturelle und religiöse Sensibilität lernen
Das Café Abraham, eines der interreligiösen Angebote auf dem Frankfurter Uni-Campus © KHG

Die Angst vor fundamentalistischen Aktivitäten im Raum der Hochschule macht es religiösen Gruppen und Einrichtungen der verfassten Kirchen an Hochschulen zunehmend schwer, sich religiös zu betätigen. Nach Einschätzung des katholischen Forums  Hochschule und Kirche (FHoK/Bonn) werden ihre Handlungsmögolichkeiten immer wieder von Hochschulleitungen eingeschränkt oder gar unterbunden. Vertreter der drei abrahamitischen Religionsgemeinschaften haben deshalb am Donnerstag, 7. November, an der Frankfurter Goethe-Universität ein gemeinsames Interreligiöses Positionspapier unterzeichnet. Sie wollen damit ihren Anspruch, an den Hochschulen Gesellschaft mitzugestalten, öffentlich deutlich machen.

Das Interreligiöse Positionspapier wurde von den vier großen Dachverbänden der jüdischen, muslimischen und christlichen Gruppierungen und Einrichtungen an den Hochschulen gemeinsam verfasst, vom Verband der Evangelischen Studierendengemeinden (ESG), dem katholischen Forum Hochschule und Kirche (FHoK), der Jüdischen  Studierendenunion (JSUD) und dem Rat muslimischer Studierender und Akademiker (RAMSA). Die Religionsvertreter bekennen sich in dem Papier zur Freiheit der Wissenschaften, treten für die Menschenrechte und für die Gleichberechtigung der Geschlechter ein und bekennen sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Sie machen sich stark für eine positive Religionsfreiheit an den Hochschulen und zeigen sich überzeugt, dass die Anerkennung religiöser Vielfalt auch dort dazu beiträgt, die Persönlichkeitsbildung von Studierenden und Forschenden um kulturelle und religiöse Sensibilität zu bereichern. Beides sei für die Entwicklung einer friedlichen und toleranten Gesellschaft unverzichtbar.

Unterzeichnet wurde das Papier im Casinosaal der Frankfurter Goethe-Universität  im Beisein von Weihbischof Wilfried Theising (Münster), verantwortlich für Hochschulseelsorge in der Deutschen Bischofkonferenz, und der evangelischen verantwortlichen Oberkirchenrätin Birgit Sendler-Koschel (Hannover). Der Präsident der Kultusministerkonferenz und hessische Kultusminister Alexander Lorz, der ein schriftliches Grußwort an die Unterzeichnenden richtete, sieht darin eine Einladung zum Dialog über die Relevanz und den Umgang mit Religion an den Hochschulen.

Bundesweit umfassen die vier Dachorganisationen mehr als 300 Hochschulgruppen und kirchliche Einrichtungen wie Hochschulgemeinden oder Hochschulzentren. In vielfältigen Formen tragen diese Einrichtungen und Gruppierungen zur Persönlichkeitsbildung, zur religiösen Entwicklung und zur interreligiösen Sensibilisierung von Studierenden bei. Sie bieten Beratung und Unterstützungsleistungen in Notsituationen an und fördern die interkulturelle und die interreligiöse Begegnung und Verständigung an den Universitäten und Hochschulen.