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Fachtage zur Prävention vor sexualisierter Gewalt
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Etwa 50 Fachkräfte aus Pfarreien, Jugendverbänden und Fachstellen haben an den Fachtagen teilgenommen. © Bistum Limburg

Was die Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch bedeutet und was alles dazugehört – darum ging es bei Fachtagen der Koordinationsstelle Prävention vor sexualisierter Gewalt im Bistum Limburg am 7. und 8. Mai im Limburger Priesterseminar. Das Angebot unter dem Titel „Kirche als Tatort – Traumatisierte Systeme verstehen und systemisch handeln“ richtete sich an geschulte Fachkräfte, die in Pfarreien, Jugendverbänden oder Fachstellen als Ansprechpartner vor Ort für Fragen zur Prävention vor sexualisierter Gewalt zur Verfügung stehen. Insgesamt haben etwa 50 Personen teilgenommen.

Transparenz und Vertrauen

© Bistum LimburgCarmen Kerger-Ladleif begleitet seit über 30 Jahren Menschen und Institutionen, die mit sexualisierter Gewalt konfrontiert wurden.

Im Fokus der Fachtage stand die Frage, was es brauche, um eine Sensibilisierung nicht nur für missbrauchsbedingte Strukturen zu schaffen, sondern auch für die Menschen und Systeme, die dadurch traumatisiert werden. Im offenen Austausch über Erfahrungen im Umgang mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs und ersten Vermutungen darüber wurde deutlich, dass Prävention und Intervention untrennbar mit dem Aufarbeitungsprozess verbunden sind.

Gerade in diesen Bereichen seien transparente Aufarbeitungsstrukturen und verständliche Abläufe wichtig, betonte die Referentin Carmen Kerger-Ladleif. „Nur durch Klarheit kann Vertrauen entstehen“, sagte sie. Seit über 30 Jahren begleitet Kerger-Ladleif Menschen und Institutionen, die mit sexualisierter Gewalt konfrontiert wurden.

Reflektionsorte zum Weiterentwickeln

„Mit den regelmäßigen Fachtagen wollen wir Lern- und Reflektionsorte zum gemeinsamen Weiterentwickeln der Ansätze und der Entfaltung der Präventionsarbeit in unserem Bistum bieten“, erklärt Stephan Menne, Leiter der Koordinationsstelle Prävention vor sexualisierter Gewalt im Bistum Limburg und Präventionsbeauftragter. Kritische und konstruktive Reflektionen sollten Präventionsprozesse weiter optimieren. So sei beispielsweise die Idee entstanden, die Fachkräfte enger untereinander zu vernetzen. Dazu seien bereits weitergehende Gespräche geplant.

Geschulte Fachkräfte zur Prävention vor sexualisierter Gewalt.

Im Verbund mit der Koordinationsstelle Prävention vor sexualisierter Gewalt gibt es im Bistum Limburg das Diözesane Netzwerk der geschulten Fachkräfte zur Prävention vor sexualisierter Gewalt. Das sind Personen in den Pfarreien, Verbänden und Einrichtungen des Bistums, die vor Ort Ansprechpartner für Fragen zur Prävention sind. Bei einer zweitätigen Schulung bekommen sie Basiswissen und Informationen zu den Abläufen vermittelt. Aktuell gibt es 173 geschulte Fachkräfte im Bistum Limburg. Freiwillige Fachtage dienen als Fort- und Weiterbildung und bieten Gelegenheit zum Austausch. Weitere Informationen gibt es unter www.praevention.bistumlimburg.de