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Über Heilige und Selige

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Über Heilige und Selige

LIMBURG. - Heilige und Selige des Bistums Limburg: Bei einem Studientag für Kapläne am Mittwoch, 6. Mai 2015, in Limburg hat der emeritierte Professor Friedhelm Jürgensmeier über genau dieses Thema referiert. Eingeladen zu dem Studientag hatte Regens Dr. Christof Strüder. "Wir feiern in diesem Jahr den 850. Todestag von Elisabeth von Schönau und auch darüber hinaus tauchen immer wieder Fragen zu Seligen oder Heiligen des Bistums auf", erklärt Strüder die Idee zu diesem Tag. 13 der insgesamt 18 Kapläne im Bistum sind zu diesem Studientag nach Limburg gekommen.

"Je älter, desto besser" - Diese Formel könnte auch auf den 79-jährigen Redner des Tages zutreffen, Jürgensmeier hat diese Formel aber natürlich nicht mit Blick auf sich selbst, sondern mit Blick auf die Anfänge der Heiligenverehrung in die Runde geworfen. Verehrte man im damaligen Erzbistum Mainz den Bischof Creszenz als einen Schüler des Paulus, so war dies gleichsam ein Pendant zur Verehrung des Bischofs Eucharius in Trier als einen Schüler des Petrus. Dass das mitunter reine Fiktion war, spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Damit steigt Jürgensmeier in die Geschichte der Heiligenverehrung ein. Waren es anfangs nur die Apostel als herausragende Nachfolger Christi, so erweiterte sich sukzessive der Kreis der Verehrten. Zu den "treuen Zeugen des Glaubens" kamen dann die so genannten "Blutzeugen", die Märtyrer, dazu. Mit dem Märtyrerkult im 3. Jahrhundert setzte der Kult um die Grabstätten der Heiligen und um Reliquien ein. Auch spielte der Todes- oder Geburtstag der Heiligen schon damals bei der Heiligenverehrung eine Rolle.

Nach der Ära der Märtyrer gab es verschiedene "Heiligentypen", wie zum Beispiel der Bekenner, der christliche Asket oder die gottgeweihte Jungfrau. Interessant ist später die Herausbildung von Namens- Standes- und Berufspatronen. Neben Kirchen, Berufsständen und Ortschaften stellten sich auch Bistümer unter den Schutz eines bestimmten Heiligen. Im Fall des Bistums Limburg war das der heilige Georg, dessen Reliquien mit dem Mainzer Erzbischof Hatto im 10. Jahrhundert nach Limburg zum Georgsstift kamen, erläutert der Kirchenhistoriker.

Elisabeth von Schönau seit 1853 im Limburger „Proprium“

Neben Georg hat das Bistum aber noch weitere Heilige, die in besonderer Weise verehrt werden. Ein Verzeichnis dieser Heiligen ist in dem jeweiligen "Proprium" einer Diözese zu finden. Da das junge Bistum Limburg erst nach der Säkularisierung im Zuge der Neuordnung der Bistümer gegründet wurde, hat es erst einmal die Heiligenverehrung der damaligen Erzbistümer Mainz und Trier übernommen. Auch ein erstes eigenes "Proprium" orientierte sich stark an Mainz und Trier. Erst mit Bischof Blum wurde ein zweites Proprium erarbeitet, für das insbesondere "neue" Heilige in den Blick genommen werden sollten. "Er suchte Heilige, die uns gehören", erklärt Jürgensmeier die Idee des Bischofs Blum. In diese von Blum initiierte Heiligenliste von 1853 wurde erstmals auch Elisabeth von Schönau aufgenommen. Im Zuge dessen hatte der damalige Pfarrer von Schönau in einem alten Paramentenschrank die Schädelreliquie der mittelalterlichen Mystikerin wiederentdeckt. Elisabeth wurde nie offiziell mit einem päpstlichen Prozess heiliggesprochen, wohl aber wurde sie im 17. Jahrhundert in das Heiligen- und Seligenverzeichnis in Rom (Martyrologium romanum) aufgenommen.

16 Heilige und ein Kirchweihfest

1914 und 1995 wurden weitere Versionen des „Propriums“ erarbeitet. Die deutlichste Veränderung: Die Anzahl der Feste wurde stark reduziert, von 95 auf 17 Feste. 16 Heiligenfeste und die Kirchweih des Limburger Doms sind seit 1995 festgeschrieben. Verehrt werden demnach heute in besonderer Weise im Bistum Limburg: Zum einen Valentin, Georg, Rupert, Elisabeth von Schönau, Goar, Helena, Hildegard von Bingen, Eucharius- Valerius- Maternus (ein gemeinsamer Gedenktag), Lubentius und zum anderen die 1995 neu dazugekommenen Adolf Kolping, Katharina Kasper, Gertrud von Altenberg, Ferrutius und Bischof Johann Nepomuk Neumann. Für Überraschung sorgte bei den Teilnehmern, dass der Heilige Nikolaus als zweiter Patron des Domes nicht im „Proprium“ zu finden ist. Nichtsdestotrotz vergeht wohl kein 6. Dezember in der Diözese, an welchem nicht an diesen berühmten Heiligen gedacht wird.  (fl)