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Vom Handy zum Hilfsprojekt

Missio bittet um Handyspenden
Vom Handy zum Hilfsprojekt
Vom Handy zum Hilfsprojekt
Handys sind Gold wert. © Bistum Limburg

Das katholische Hilfswerk missio in Aachen ruft zum Spenden von ausgemusterten Mobiltelefonen auf, die für einen guten Zweck recycelt werden. Den Höhepunkt der Aktion bildet in diesem Jahr die Woche der sogenannten Goldhandys von Samstag, 7. November, bis Sonntag, 15. November. Bundesweit besteht dabei an Abgabestellen die Möglichkeit, alte Handys zu spenden oder per Post an missio zu schicken.

Für Akuthilfe und Aufklärungsprogramme

„Über 200 Millionen Smartphones könnten recycelt werden, denn diese Anzahl verstaubt aktuell in den deutschen Haushalten", erklärt Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von missio Aachen. Wie wertvoll die Goldhandys mit ihren Mineralien sind, zeigt die Erfahrung. „Bislang wurden für missio rund 154.000 Mobiltelefone gespendet. Mit den Recycling-Erlösen, die wir erhalten haben, konnten wir Hilfsprojekte in der Demokratischen Republik Kongo unterstützen. Insgesamt profitierten über 13.000 Frauen, Männer und Kinder bislang durch psychologische Hilfe, Traumaarbeit, Akuthilfe und Aufklärungsprogramme von dem Erlös der Aktion", so der missio-Präsident.

Zuspruch aus der Politik

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller unterstützt die Recycling-Aktion. Er kennt von seinen Reisen in Länder wie der Demokratischen Republik Kongo die Lieferketten der Smartphones. „Mehr als 40 Rohstoffe sind in einem normalen Handy verbaut. Gold ist der wertvollste davon“, sagt der Bundespolitiker. „Am Anfang des Goldes stehen aber leider oft Kinderarbeit, Menschenrechtsverletzungen und Umweltzerstörung. Deswegen setze ich mich für Nachhaltigkeit und Verantwortung in unseren Lieferketten ein. Das umfasst auch das Recycling der wertvollen Rohstoffe“, betont Müller. Würde die Anzahl der ausgemusterten Mobiltelefone übereinandergestapelt werden, so entstünde ein riesiger Berg von Elektroschrott, der rund 200 Mal die Höhe des Mount Everest erreicht.

Spenden und gewinnen

Im Bistum Limburg können die Handys beispielsweise im Weltladen Limburg, im Eine-Welt-Laden in Taunusstein, in der Katholischen Domgemeinde in Frankfurt und im Jugendhilfezentrum Johannesstift in Wiesbaden abgegeben werden. Unter den Handyspendern verlost missio ein fair produziertes Smartphone. Alle weiteren Informationen zur Woche der Goldhandys 2020 gibt es unter www.missio-hilft.de/handyspenden.

Hintergrund zu missio:

Das Internationale Katholische Missionswerk missio ist eines der größten deutschen Hilfswerke und gehört zu einem Netzwerk von rund 120 Werken weltweit. In Deutschland gibt es ein Werk in München und eines in Aachen, zu dem das Bistum Limburg gehört. 2019 zum Beispiel förderte missio Aachen 946 Projekte in 68 Ländern mit einem Kampagnenvolumen von rund 47,4 Millionen Euro. Unterstützt werden die katholischen Ortskirchen in Afrika, Asien, Ozeanien und im Nahen Osten. Diese Förderung soll die pastorale, soziale und interreligiöse Arbeit, die Infrastruktur sowie die Ausbildung von Laien, Priestern und Ordensleuten der katholischen Kirche in diesen Regionen stärken.

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