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Vorbildlich in vieler Hinsicht

Trauer um den Jesuitenpater Medard Kehl
Vorbildlich in vieler Hinsicht
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© Pixabay.com

Das Bistum Limburg trauert um Pater Medard Kehl. Der Jesuit ist am Donnerstag, 23. September 2021, im Alter von 78 Jahren in der Seniorenkommunität Peter-Faber-Haus in Berlin-Kladow verstorben.

"Pater Kehl, den ich bereits vor vielen Jahren kennenlernen durfte - und mit dem ich seit Beginn meiner Amtszeit in Limburg häufig und gern zusammengekommen bin - war für mich vorblidlich in vieler Hinsicht", schreibt Bischof Dr. Georg Bätzing in einem Brief an den Jesuitenprovinzial. Die Menschenfreundlichkeit und aufmerksame Zugewandtheit im Gespräch blieben ihm ebenso in Erinnerung wie seine Leidenschaft als Priester und Seelsorger, an der Seite der Menschen in jedweder Situation zu stehen. Beides habe seine Theologie geprägt, die tiefgründig, sachkundig und zugleich verständlich in die Zukunft weisend an den Fragen der Zeit dran gewesen sei. "Als Student haben mich seine Veröffentlichungen zur Ekklesiologie und zur Eschatologie begeistert, und nach wie vor prägen sie meine Sicht auf die Kirche mit all ihren Herausforderungen...", so Bischof Georg. Kehl habe Generationen von Theologiestudierenden durch seine Liebenswürdigkeit fasziniert und geprägt. 

Pater Kehl wurde 1942 in Berlin geboren und wuchs mit vier Geschwistern in Bonn auf. Über den Bund Neudeutschland, die heutige KSJ, kam er zu den Jesuiten. Er trat 1961 in den Orden ein, verbrachte sein Noviziat in Eringerfeld und sein Philosophiestudium in Pullach bei München, studierte Theologie an der ordenseigenen Hochschule in Frankfurt und promovierte in Tübingen beim damaligen Professor und späteren Kardinal Walter Kasper.

Von 1975 bis 2012 lehrte er Dogmatik und Fundamentaltheologie zunächst als Dozent, später als Professor an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Sankt Georgen in Frankfurt und war Berater der Deutschen Bischofskonferenz. Von 2000-2004 und 2006-2008 war er Prorektor der Hochschule. Als Seelsorger war er unter anderem in einem Kinderheim in Offenbach am Main und in einem christlichen Behindertenwohnheim (Arche) bei Basel tätig. Von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2012 war er zudem Pfarrer der Gemeinde in Frankfurt-Oberrad. Außerdem betreute er von 1977 bis 2005 die Kirchengemeinde in Ebersbach im Spessart seelsorglich mit.

Kirche von Kindheit an menschlicher und geistlicher Lebensraum

Die katholische Kirche war für Kehl von Kindheit an sein menschlicher und geistlicher Lebensraum, in dem er sich zu Hause fühlte, so sagte er selber in einem Interview: „Dieses Verhältnis ist natürlich keineswegs immer ungetrübt, das muss man auch sagen. Es gibt immer wieder Ärger, Enttäuschungen. Ich bin deswegen in einige Auseinandersetzungen mit dem Lehramt gekommen. Was ich aber nie gemacht habe war, mit diesen Konflikten in die öffentliche Presse, also die nichtkirchliche Presse, zu gehen; denn ich wollte auf keinen Fall Druck von außen auf die Kirche durch die Presse ausüben. Das verträgt sich meiner Einschätzung nach nicht mit dem „sentire cum ecclesia“ des Heiligen Ignatius. Und der Grundton bei all diesen Auseinandersetzungen war und ist bis heute doch meine Liebe und Treue zur Kirche. Ich habe ihr viel zu verdanken, das muss ich schon sagen: Einen erfüllenden Beruf, der mir Freude macht, sehr gute menschliche Beziehungen, auch Freundschaften, die ich auf keinen Fall missen möchte.“

Zu seinen wichtigsten Veröffentlichungen zählen: „Die Kirche. Eine katholische Ekklesiologie“ (1994) und „Eschatologie“ (1996). Seit April 2021 lebte Pater Kehl in unserer Seniorenkommunität Peter-Faber-Haus Berlin-Kladow.

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