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Wiesbaden positioniert sich gegen die Todesstrafe

Die St. Bonifatius-Kirche wird sich am Aktionstag in blauem Licht präsentieren
Wiesbaden positioniert sich gegen die Todesstrafe
Wiesbaden positioniert sich gegen die Todesstrafe
© Philippe Jaeck

Ein sichtbares Zeichen gegen die Todesstrafe: Am Abend des 30. November, dem internationalen Aktionstag wird die Fassade der Wiesbadener St. Bonifatius-Kirche blau beleuchtet. Am diesem Tag organisiert die Gemeinschaft Sant’Egidio in Zusammenarbeit mit anderen Organisationen den 20. Internationalen Aktionstag „Cities for Life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe”. Wiesbaden hat sich dieser Aktion angeschlossen und spricht sich damit für eine weltweite Abschaffung der Todesstrafe aus. Die Amnesty International-Gruppe St. Bonifatius wird außerdem mit einem Informationsstand auf das Anliegen aufmerksam machen.

„Die Todesstrafe ist eine nicht zu akzeptierende Strafe. Sie muss weltweit geächtet werden. Deshalb nimmt auch die Landeshauptstadt Wiesbaden an dieser wichtigen Aktion teil“, sagt Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende. Seit Beginn der Kampagne im Jahr 2002 wurden in über 100 Ländern Veranstaltungen zur Sensibilisierung der Zivilgesellschaft durchgeführt, um eine Kultur der Achtung des menschlichen Lebens zu stärken. Der internationale Tag „Cities for Life” ist die weltweit größte Mobilisierung von Städten mit ihren Bürgerinnen und Bürgern und möchte die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die Menschenrechte und den Wert des Lebens lenken. Seit 2002 sind allein in Deutschland fast 300 Städte beteiligt, darunter Berlin, Hamburg, Stuttgart, Bremen, Köln, Leipzig, Schwerin, Rostock, Düsseldorf, Frankfurt, Dortmund, Würzburg, aber auch viele kleinere Städte. 

Mehrere Male hat Papst Franziskus alle Menschen guten Willens aufgerufen, eine Kultur der Wertschätzung und des Friedens im Einsatz gegen Gewalt und auch gegen die Todesstrafe zu verbreiten. Er bezeichnet die Todesstrafe als „eine unmenschliche Maßnahme, die in jeglicher Weise ihrer Anwendung gegen die persönliche Würde verstößt“. In den vergangenen Monaten gab es trotz der Pandemie positive Entwicklungen im Bereich der Kampagne zur Abschaffung der Todesstrafe. Im Dezember 2020 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen zum wiederholten Mal eine Resolution über ein universales Moratorium der Todesstrafe mit noch größerer Zustimmung als in den vorherigen Jahren verabschiedet: 123 Länder für ein Hinrichtungsmoratorium, vier neue Staaten unterstützten die Resolution zum ersten Mal.

Besorgniserregend ist dagegen, dass besonders aus den Krisengebieten im Zusammenhang mit dem Terrorismus steigende Vollstreckungszahlen registriert werden. Durch populistische Ideen kommt es auch in europäischen Ländern zu Äußerungen, die eine Wiedereinführung der Todesstrafe fordern. 

Die Gemeinschaft Sant’Egidio ist eine christliche Laienbewegung in rund 70 Ländern der Welt, die sich für Frieden und Gerechtigkeit einsetzt. Seit 1998 engagiert sie sich gegen die Todesstrafe und setzt sich mit der World Coalition against the Death Penalty für ihre universale Abschaffung ein. Sie hat 2002 die Aktion „Cities for life – Städte für das Leben/Städte gegen die Todesstrafe“ ins Leben gerufen. Der 30. November wurde für den Aktionstag gewählt, weil an diesem Tag im Jahr 1786 das Großherzogtum Toskana als erster Staat der Welt Folter und Todesstrafe für abgeschafft erklärte. Mitglieder von Sant’Egidio pflegen weltweit Hunderte von Brieffreundschaften mit Todeskandidaten und sind weltweit im Einsatz für eine Humanisierung der Haftbedingungen in Gefängnissen insbesondere in Afrika engagiert.

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