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Zeit des Umbruchs

Abschluss der Visitation im Bezirk Rhein-Lahn
Zeit des Umbruchs
Zeit des Umbruchs
© pixabay.com

Seit Ende August hat Bischof Georg Bätzing Orte und Menschen im katholischen Bezirk Rhein-Lahn besucht. Er feierte mit den Bewohnerinnen und Bewohnern des Seniorenheim Wohnparks am Paulinenstift in Nastätten einen Gottesdienst und spendete den Fenster-Segen, sprach mit Vertreterinnen und Vertretern der Hotels und Gaststätten im Mittelrheintal über die Herausforderungen der Corona-Beschränkungen und mit Landrat Frank Puchtler über den demografischen Wandel. Außerdem besuchte er das Kloster Arnstein und das Krematorium in Dachsenhausen. Zum Abschluss seiner Visitation feierte der Bischof am Sonntag, 8. November 2020, einen Gottesdienst in Lahnstein.

Für wen sind wir da?

In seiner Predigt sprach Bischof Georg Bätzing über den Patron der Pfarrei, den Heiligen Martin. „Der Heilige Martin ist ein guter Patron und eine hilfreiche Orientierung in diesen Zeiten“, sagte er. Martin sei ein Epochenheiliger, der in einer Umbruchzeit gelebt habe, in der der christliche Glaube an Ausbreitung und Bedeutung zunahm. Eine ähnliche Tragweite habe der Epochenwandel der heutigen Zeit: „Glauben ist kein Automatismus mehr (…) Die alte Zeit und die alte Kirche, die wir erinnern und oft genug betrauern, sie wird nicht mehr sein“, so der Bischof. Doch statt aus Angst zu fragen, was aus der Kirche werde, sollte die Aufmerksamkeit mit der Frage „Für wen sind wir da?“ auf die Zukunft gerichtet werden.

Die Biographie des Heiligen Martin biete dafür eine Orientierung. Er verbinde einen weiten Horizont und ein großes Netz von Beziehungen, lebte geistlich aus einer verlässlichen Bindung an einen Ort und eine Gemeinschaft. „Weite und Nähe. Immer wieder versuche ich mit diesen Stichworten zu verdeutlichen, warum ich die Pfarrei neuen Typs als echte Chance der Glaubensvergewisserung und der Glaubensverwurzelung für uns Heutige in den verschiedensten Formen von Gemeinschaft verstehe (…)“, so Bischof Bätzing weiter.

Christ sein im Dilemma

Die Unübersichtlichkeit der Globalisierung, die rasanten Fortschritte der Neuro- und Biowissenschaften oder auch die Lasten des Wohlstandes, die zukünftige Generationen von uns erbten seien manchmal schwer mit dem christlichen Glauben zusammenzubringen. Dieses Dilemma hätte auch der Heilige Martin gekannt. Die biographische Beschreibung des Sulpicius Severus sehe in der Mantelteilung vor den Toren Amiens den Beweis dafür, dass Martin nicht so sei, wie man sich einen gewöhnlichen Soldaten vorstelle. „Manchmal sind Kompromisse nötig, manchmal aber auch – etwa in Fragen des Lebensschutzes, der Gerechtigkeit, der Armut, des Krieges – ent­schiedene Alternativen. Hier ist Profilbildung gefragt, auch in der Grundausrichtung unserer Pfarreien“, so der Bischof.

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