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Zwischen Pferdestall und Kapelle

Erstmals Reitexerzitien unter dem Dach des katholischen Sportverbandes DJK
Zwischen Pferdestall und Kapelle
Zwischen Pferdestall und Kapelle
Gruppenfoto mit Pferd. © Andreas Gottselig
© Simon SchadeKaplan Mirko Millich mit Babette

Zum ersten Mal in der Geschichte des Bistums Limburg wurden diesen Herbst Reitexerzitien angeboten: Unter dem Dach des katholischen Sportverbandes DJK (=Deutsche Jugendkraft) ging es im Oktober nach Seebarn in Bayern. Dort konnten Familien und Einzelpersonen zwischen Pferdestall und Kapelle ihren Glauben neu entdecken und gemeinsam Lebensfragen miteinander teilen.

Dass das Glück sich auf dem Rücken der Pferde findet, ist für Johannes nicht nur ein geflügeltes Wort. Der sechsjährige Junge aus Wiesbaden sitzt über beide Ohren strahlend auf seinem Pferd und erklärt stolz: „Bella ist mein Lieblingspferd – das ist so toll hier!“ – er hat grade seine Reitstunde abgeschlossen, gleich geht es dann in der Kapelle weiter.

Exerzitien mit Pferden sind mehr als nur Ferien auf dem Bauernhof oder Reitstunden. Sie sind eine Auszeit, zu der der Stallmist genauso dazugehört wie der Weihrauch in der Kapelle. Der Tag beginnt frühmorgens  nach einem kurzen Fußweg durch den Nebel mit der Messe. Beim anschließenden Frühstück gibt es neben dem leiblichen Wohl auch geistliche Nahrung mit auf den Weg: In Form von Texten und Bildern bekommt man verschiedene Möglichkeiten für eine Tagesaufgabe an die Hand, die eine neue Perspektive auf den Glauben und das Leben eröffnet. Über den Tag verteilt finden dann Einzelgespräche mit dem Exerzitienleiter, Pferdepflege und Reitstunden statt, um dann mit einer meditativen Gebetszeit und dem Abendessen den Tag ausklingen zu lassen.

„Mir ist es wichtig, dass es für jeden in dieser sehr heterogenen Gruppe ein passendes Angebot gibt“, erklärt Mirko Millich, der diese Exerzitien mit seinem Team organisiert hat. Seit seiner Priesterweihe in diesem Jahr arbeitet der Enddreißiger als Kaplan in der Pfarrei St. Birgid in Wiesbaden. „Pferde sind für mich ein Spiegel zur Seele“, erklärt der gebürtige Westerwälder: „Die Arbeit mit den Tieren holt uns aus unseren normalen Bewegungs- und Denkabläufen. Ein Pferd ist uns zugewandt und denkt, reagiert und bewegt sich doch ganz anders. Dadurch öffnen wir Menschen uns für Neues. Und in dieser Offenheit und Andersartigkeit ist Gott für mich immer mit dabei.“

Robert, einer der erwachsenen Teilnehmer, stimmt zu: „Ich hätte nicht gedacht, dass in so kurzer Zeit und in einer so unterschiedlichen Gruppe so viel passieren kann. Es ist grandios, so viele neue Gedanken und Erfahrungen mit nach hause zu nehmen.“ Melanie, eine junge Frau aus Mainz, ergänzt: „Die Sonne, der Geruch nach Pferdestall und das gemeinsame Interesse an Pferden und am Glauben war ein Nährboden für eine wunderbare Erfahrung für mich persönlich und es ist toll, dass wir eine richtige Gruppe in dieser Zeit geworden sind.“

Entstanden ist die diese Idee an Kaplan Millichs Ausbildungsstelle in Dillenburg. „Nach der Christmette 2019 beim anschließenden Empfang haben einer meiner Ausbildungspfarrer, mein Bruder und ich die Idee durchgespielt und wir haben gesagt: Wir probieren das einfach einmal aus., sagt der Geistliche und blickt am Ende der ersten Reitexerzitien zurück: „Und jetzt haben wir es durchgezogen und es ist wirklich etwas Geistliches passiert. Ich bin völlig überrascht, es ist viel mehr entstanden, als ich es mir vorgestellt habe.“

Mit so viel Begeisterung in der Gruppe bleibt am Ende natürlich die Frage, wie es im kommenden Jahr aussieht. Viele der Teilnehmenden haben schon Interesse bekundet, auch im kommenden Jahr zu fahren. „Natürlich muss ich das jetzt erst einmal mit meinem Ausbildungsleiter, dem Regens, und in meiner Gemeinde besprechen“, sagt Millich. Aber dann strahlt er über beide Backen und ergänzt: „Aber da ist wirklich etwas Tolles entstanden und ich hoffe, dass wir das im kommenden Jahr wiederholen können“. Bei so viel Leidenschaft und Freude sei es ihm und allen anderen Mitreisenden gegönnt. (Simon Schade)

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