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Hirtenwort 2026

Kehrt um und denkt neu

Bischof Dr. Georg Bätzing wirbt in seinem Hirtenwort zur Österlichen Bußzeit 2026 für einen mutigen Perspektivwechsel. Unter dem Leitwort „Kehrt um – denkt neu: Das Himmelreich ist nahe!“ ermutigt der Bischof dazu, sich nicht von Angst, Untergangsszenarien und Resignation bestimmen zu lassen, sondern die frohe Botschaft Jesu als Antrieb für Veränderung, Hoffnung und neues Denken zu begreifen. Das Hirtenwort wird am ersten Fastensonntag, 22. Februar 2026, in allen Pfarreien des Bistums veröffentlicht. 

Angesichts der tiefgreifenden Umbrüche in Gesellschaft, Politik, Kirche und persönlichem Leben beschreibt Bischof Bätzing die Gegenwart als „anstrengende Zeiten“, in denen vieles Vertraute an seine Grenzen komme oder bereits zu Ende gehe. Viele Menschen seien verunsichert, Zukunftsängste nähmen zu. Doch Angst sei aus seiner Sicht kein guter Wegweiser. 

Angst ist ein schlechter Ratgeber

„Angst ist ein schlechter Ratgeber, wenn es um die Veränderung unserer Einstellungen und mehr noch unserer Lebensweisen geht. Drohgebärden und Untergangsszenarien führen eher dazu, dass Menschen erstarren; es kommt jedenfalls selten Bewegung ins Spiel“, betont der Bischof. Stattdessen lenkt er den Blick auf Jesus: „Jesus wirbt mit einer großen attraktiven Vision: Das Himmelreich ist nahe. Es kommt.“ Diese Hoffnung sei keine Vertröstung, sondern eine Kraft, die Menschen aufrichte, heile und neu ausrichte. „Ich will mich nicht ständig von den Unglückspropheten unserer Zeit beeinflussen lassen“, schreibt Bätzing. „Ich will bewusst nach guten Nachrichten Ausschau halten, die Mut machen, weil da gute Saat aufgeht von denen, die etwas riskieren. Ich will selbst Hoffnung verbreiten – mit vielen anderen Hoffnungsvollen zusammen.“ 

Alte Denkmodelle stoßen an Grenzen

Der Bischof macht deutlich, dass im Ruf zur Umkehr eine zweite Perspektive liege, die helfen könne, Veränderung zu wagen. Der bekannte Satz aus der Bibel „Kehrt um und tut Buße“, könne vom Ursprung betrachtet auch „ändert euren Sinn“ oder „denkt neu“ bedeuten. „Und das finde ich besonders spannend: Wenn Gewohnheiten und Denkmodelle an Grenzen stoßen, wenn Vertrautes wegbricht und an ein Ende kommt, dann denkt um, denkt neu“, so Bätzing.  

Um diesen neuen Blick einzuüben, schildert Bätzing drei Erfahrungen, die ihm Mut gemacht haben. Die erste: Glaube sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr – und gerade deshalb etwas Kostbares. „Für mich ist jede und jeder, der heute glaubt, ein Wunder der Gnade Gottes“, schreibt er. Statt ständig den Rückgang zu beklagen, gelte es neu wahrzunehmen, wie konkret Gott im Leben einzelner Menschen wirke. 

Zweitens berichtet der Bischof von wachsenden Anfragen von Menschen, die sich neu für den Glauben interessieren, wieder in die Kirche eintreten oder sich taufen lassen möchten – darunter viele junge Menschen. „Unter ihresgleichen und in den sozialen Netzwerken wird offen über Spiritualität und persönlichen Glauben gesprochen – und das finden sie spannend. Das hilft doch, die vielen Herausforderungen anzugehen, mit denen sie zu tun haben“, so Bätzing.  Er zitiert die Erfahrung des französischen Kardinals Jean-Marc Aveline, der mit Blick auf tausende Menschen, die sich seit Jahren auf die Taufe in der Osternacht vorbereiten, sagte: „Wir haben zwar die Eingangstür zur Kirche offengehalten, aber viele sind durch das Fenster gekommen.“ 

Als drittes Beispiel nennt der Bischof neue Formen kirchlicher Präsenz, etwa die ökumenische „Tiny Church“ in Frankfurt-Niederrad – eine mobile Mini-Kirche mitten in einem neuen Stadtquartier. Statt großer Gebäude setze man dort auf Nähe, persönliche Begegnung und kreative Angebote. „Neu denken und Erfahrungen sammeln, wie wir wirklich unter den Menschen und im Kontakt mit ihnen Kirche sein wollen“, beschreibt Bätzing diesen Weg. 

Auf die Vision des Evangeliums schauen

Er weitet den Blick auf die noch unverwirklichte Vision des Evangeliums: mehr Gerechtigkeit, echter Friede, Versöhnung, gegenseitige Wertschätzung und die Sorge um die Schwachen. „Mit dem Ruf ‚Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe‘ will uns der Herr dazu bewegen, die große Zukunft Gottes als Anreiz zu verstehen“, so Bätzing. Die Fastenzeit sei eine geschenkte Zeit, um neue Perspektiven einzuüben, die Sinne zu wecken und mutig neu zu denken. 

Hörfassung des Hirtenwortes

Hirtenwort zusammengefasst und übersetzt in Gebärdensprache

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