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16.10.2016

Dem Ganzen die Treue halten

Pontifikalamt zum 40. Priesterjubiläum von Weihbischof Löhr

LIMBURG.- "Wenn man 40 Jahre im priesterlichen Dienst hinter sich hat, darf man gerne innehalten und zurückblicken", so Domdekan Prälat Dr. Günther Geis beim Pontifikalamt am Sonntag, 16. Oktober, im Hohen Dom zu Limburg.
Mehr als 400 Gläubige sind gekommen, um das 40. Priesterjubiläum von Weihbischof Dr. Thomas Löhr und Pater Professor Michael Schneider zu feiern. Gemeinsam mit dem ebenfalls anwesenden Professor Josef Freitag und sieben weiteren Männern waren Löhr und Schneider am 10. Oktober 1976 in Rom zu Priestern geweiht worden.

In seiner Predigt blickte Bischof Dr. Georg Bätzing auf die Veränderungen in den vergangenen 40 Jahren, sowie darauf, was das Priestertum heute ausmache: "Wir Priester müssen ständig rege sein darin, zu entdecken, was die Menschen bewegt."

"Allzeit beten und nicht nachlassen"

"40 Jahre im priesterlichen Dienst: Das ist ein ganz erstaunlicher Zeit­raum, betrachten wir nur all die Veränderungen, die sich in diesen Jahr­zehnten vollzogen haben, äußere und innere. Die Welt hat sich gedreht und sie dreht sich immer schneller", so Bischof Georg. Auch die Kirche habe sich verändert. Für viele Menschen sei Gott fraglich geworden in einer rundherum weltlichen Welt und Gott wirke "vielen als ein "Phantom", zu dem die Kirche immer noch und immer wieder ihr "Musical" aufführt". Doch gebe es noch nach wie vor Menschen, die an Gott glaubten und sich an Jesus orientierten.

Doch unter dem "Firnis der Säkularität" sei weiterhin die Vorstellung von einem Priester als Mensch mit besonderer Nähe zu Gott lebendig geblieben. Diesen Vertrauensvorschuss gelte es für das gute Werk Jesu Christi zu nutzen, sagte Bischof Georg. Am Beispiel der Jubilare betonte er, dass gelehrsame und gebildete Priester "heute gesuchte Gesprächspartner, weit über die Grenzen der Kirche hinaus" sind. Auch das Gebet sei wichtig, "wenn Priestersein nicht nur ein Job und eine Funktion, sondern ein ganzer Lebensentwurf in der Nachfolge Jesu" sei.

"Dem Ganzen die Treue halten; nicht aus der Erde flüchten und nicht den Himmel verraten: Das sind die Christen!" Dieser Appell von Pater Alfred Delp zeige, was den priesterlichen Dienst ausmache, so Bischof Georg: "Nicht aus der Zeit, aus den Sorgen und Freuden der Menschen, nicht vor dem Schrei der Geknechteten auf dieser Erde flüchten - und nicht den Him­mel verraten, unsere ganz persönliche Verantwortung vor Gott wie auch unsere große Hoffnung auf eine Zukunft in Frieden und Geborgenheit".

Brückenbauer und Unterstützer

Auch Domdekan Geis gratulierte den Jubilaren. In seinem Grußwort dankte er Weihbischof Löhr für sein langjähriges Wirken im Bistum Limburg: "An allen Orten seines Wirkens hat sich Thomas Löhr hohes Ansehen erworben." Auch vor seiner Weihe zum Bischof, zum Pontifex - lateinisch für Brückenbauer -, habe er mit seiner Bescheidenheit und dem Bemühen um Ausgleich und Verständigung zwischen den Menschen bereits viele Brücken gebaut.
Ebenfalls dankte er der anwesenden Familie von Löhr, darunter der 97-jährigen Mutter, dafür, dass diese geholfen habe, die zahlreichen Charismen und Begabungen des Weihbischofs zu entwickeln.

Als Vertreter der synodalen Gremien des Bistums Limburg dankte Wiegand Otterbach Weihbischof Löhr, der ein großer "Unterstützer des synodalen Geistes" sei.

Hintergrund

Thomas Löhr wurde am 29. Februar 1952 in Frankfurt geboren. Nach der Priesterweihe wirkte er als Kaplan in Frankfurt und Elz. Insgesamt 13 Jahre übernahm er dann zunächst als Subregens und ab September 1985 als Regens die Leitung des Bischöflichen Priesterseminars und damit Verantwortung für die Priesterausbildung. Im September 1997 wurde er Pfarrer in Rüdesheim im Rheingau und ab 2002 zudem Bezirksdekan im katholischen Bezirk Rheingau.
Seit November 2006 leitet er das Dezernat Pastorale Dienste im Bischöflichen Ordinariat des Bistums Limburg. Seit April 2008 ist er Mitglied des Limburger Domkapitels. Papst Benedikt XVI. ernannte ihn am 15. Juni 2009 zum Weihbischof in Limburg. Die Bischofsweihe empfing er am 30. August 2009 im Hohen Dom zu Limburg. Sein Wahlspruch lautet: "Veritatem facientes in caritate" - Die Wahrheit in Liebe tun.

 

Michael Schneider SJ wurde am 24. Juli 1949 in Köln geboren. Nach Studium, Priesterweihe und Promotion trat er in die Gesellschaft Jesu ein. Seit 1984 ist er Spiritual am Priesterseminar Sankt Georgen in Frankfurt, seit 1991 Professor für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Philosophisch-Theologischen Hochschule. Seit 1998 leitet er das Institut für Dogmen- und Liturgiewissenschaft, seit 2007 ebenfalls das Byzantinische Seminar der Hochschule Sankt Georgen.
Der Patriarch Gregorios III. Laham ernannte ihn 2002 zum Großarchimandriten des Patriarchats von Antiochien. (hm)

 

<link https: www.youtube.com>Eine Slideshow mit Bildern von den verschiedenen Stationen des Limburger Weihbischofs finden Sie hier.

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