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FRANKFURT, 28.08.2016

Fest zu Ehren des Heiligen Bartholomäus

Mehrere tausend Gläubige feiern Frankfurter Stadtpatron.

FRANKFURT.- Mit einer festlichen Pilgermesse hat das katholische Frankfurt am Sonntag, 28. August, den Heiligen Bartholomäus, Stadtpatron von Frankfurt und Namensgeber des Kaiserdoms, gefeiert. Mehrere tausend Katholiken waren bei strahlendem Sonnenschein und hochsommerlichen Temperaturen in die Stadt geströmt, um den Stadtheiligen zu Ehren, dessen Reliquie seit rund 1000 Jahren im Dom aufbewahrt wird.

Per Schiff aus Höchst und Griesheim, mit der U-Bahn aus Bornheim, Seckbach und Enkheim, mit Fahrrädern aus dem Norden und Süden der Stadt oder zu Fuß auf dem Jakobsweg aus der Pfarrei St. Jakobus im Westen hatten sich die Gläubigen auf die Pilgerwege begeben. Immerhin steht Frankfurt mit der Schädelreliquie des Apostels in einer Reihe mit so bedeutenden Pilgerzielen wie Santiago de Compostela, Rom oder Trier. Nur einmal im Jahr - am Sonntag nach dem Namenstag des Heiligen (24. August) - wird die kostbare Reliquie der Öffentlichkeit gezeigt und in einer Reliquienprozession verehrt. Die Reliquie erinnert an das Leben des Heiligen, der vor rund 2000 Jahren mit Jesus und dessen Jüngern durch das Heilige Land zog und als Märtyrer starb. Der Legende nach soll er in Indien, Mesopotamien und Armenien gepredigt haben. Weil er seinen Glauben bezeugte, wurde ihm bei lebendigem Leibe die Haut abgezogen und er anschließend kopfunter gekreuzigt.

Glaubwürdige Zeugen statt grimmiger Propheten 

Auch heute brauche Gott „glaubwürdige Zeugen und keine grimmigen Propheten“, hob Stadtdekan Johannes zu Eltz in seiner Predigt im vollbesetzten Kaiserdom hervor. Die Kirche brauche ein Lehramt, „das die Welt aufhorchen lässt“, die Gläubigen aber nicht gängele und in Furcht versetze, ihnen auch nicht die Freude an der Freiheit nehme. Nötig seien vielmehr Menschen, die sich von Jesus angesprochen fühlten, ein gutes Herz hätten und ohne Stolz, Neid und Furcht „gerade heraus reden und handeln“. „Ich glaube und hoffe, dass wir einen Bischof gewählt haben, der genau das kann, weil er selbst so ist,“ sagte zu Eltz in Anspielung auf den ernannten Bischof von Limburg, Georg Bätzing, der in drei Wochen in sein Amt eingeführt wird.

Stadtdekan zu Eltz verabschiedete zum Ende des Gottesdienstes Pfarrer Michael Metzler aus Bornheim, der im September in den Ruhestand geht und 18 Jahre als ständiger Vertreter des Stadtdekans gewirkt hat. Seine Funktion wird nun Dekan Rolf Glaser, Pfarrer in Nied und Griesheim, übernehmen. Zu Eltz würdigte die Lebensklugheit und Menschennähe Metzlers, der sein Talent zur Vermittlung auch in schwierigen Zeiten gezeigt habe.

Laufen bis nach Rio 

Beim anschließenden Fest auf dem Domplatz zeigte die Stadtkirche ihre fröhliche und aktive Seite: Zahlreiche Ehrenamtliche warben für die Eine-Welt-Arbeit in den Gemeinden und den fairen Handel, für faire Geldanlagen und ein gutes Miteinander von Menschen aus aller Welt. Eine eritreische Kaffeezeremonie lockte die Besucher ebenso an wie ein Fitness-Laufband, wo man Sponsoren für das Solidaritätsbündnis "Rio bewegt. Uns" gewinnen konnte, oder Informationen der Hessischen Jakobusgesellschaft. Auch die Kollekte des Gottesdienstes hatte die Menschen im Blick, die schlechte Startbedingungen haben: Gesammelt wurde für die Casa San Antonio, ein Projekt der Stadtkirche, das Einzelpersonen und Familien, die von muttersprachlichen katholischen Gemeinden begleitet und beraten werden, eine vorübergehende Wohnmöglichkeit bietet. (dw) 

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