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14.09.2016

Schlicht, schön, würdig

Zeichen der Treue: Der Bischofsring ist in Trier entstanden.

LIMBURG/TRIER.- "Es ist ein schlichter Ring. Im Zentrum steht eine römische Münze. Auf der ist die Heilige Helena abgebildet, die eine wichtige Verbindung zu Trier hat", erklärt Kerstin Biesdorf-Roth. Die Trierer Gold- und Silberschmiedin hat den Bischofsring für Dr. Georg Bätzing, den künftigen Limburger Bischof, entworfen und in ihrem Trierer Atelier gefertigt. Bei der Bischofsweihe und Amtseinführung am 18. September wird der Bischofsring mit anderen Insignien feierlich überreicht. Er ist ein Zeichen für die Treue des Bischofs zur Kirche. Für Biesdorf-Roth ist es der erste Bischofsring. "Das ist eine große Ehre", sagt sie strahlend. Dr. Georg Bätzing und die 43-jährige studierte Schmuck- und Produktdesignerin kennen sich schon seit ihrer Ausbildungszeit in einer Trierer Goldschmiede.

"Um die Münze ist eine zarte Goldfassung gearbeitet", erklärt Biesdorf-Roth. "Um deren Wertigkeit hervorzuheben." Die Münze ist eine kleine Kostbarkeit: Noch vor das Jahr 340 nach Christus wird die kleine dunkle Münze datiert. Die Heilige, die Mutter des römischen Kaisers Konstantin, der das Christentum zur römischen Staatsreligion gemacht hat, soll der Überlieferung nach den Heiligen Rock nach Trier gebracht haben. Das Hauptmaterial des rund 20 Gramm schweren Rings aber ist 925er Silber. "Es ist ein schlichter, aber ein schöner und würdiger Ring", findet Biesdorf.

"Innere Ruhe, Geduld und vor allem eine ruhige Hand. Das braucht es für diesen Beruf", sagt Biesdorf-Roth. Mehrere Wochen hat sie an dem Ring gearbeitet: "Bei einem Ring, bei dem eine Münze im Mittelpunkt steht, fängt man an, die Fassung zu arbeiten. Um die Fassung wird dann ein Silberrand gebogen", erklärt Biesdorf-Roth. Dabei ist Fingerspitzengefühl gefragt, denn die Münze ist nicht exakt rund. Fassung und Rand werden aneinander gesteckt und verlötet. "Dann wird die Ringschiene gefertigt, die Aussparung für den Ringkopf erarbeitet." Anschließend würden Ringschiene und Ringkopf miteinander verlötet und die Münze eingefügt. "Zum Schluss sind hier und da noch kleine Feinheiten nachzubessern", sagt Biesdorf-Roth. "Dann sollte er aber passen." (clm)

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