Taunus, 09.03.2026
Ein Tuch, das bewegt: Pilgernde, Kunst und 50 Jahre gelebte Solidarität
Das farbgewaltige Misereor-Hungertuch 2025 „Gemeinsam träumen – Liebe sei Tat“ von Konstanze Trömmer haben die Menschen in der Katholischen Region Taunus in diesem Jahr mit Beginn der Fastenzeit gleich mehrfach in den Blick genommen: Das Hungertuch hängt nicht nur in vielen Kirchen der Region und im Bistum aus, sondern war auch im Rahmen der Eröffnung der Misereor-Fastenaktion in Hofheim auf vielfältige Art und Weise sichtbar. Da waren zum einen die Hungertuch-Wallfahrenden, die sich aus dem Rheingau, dem Westerwald und dem Taunus auf den Weg nach Hofheim gemacht hatten und das Tuch dabei gut sichtbar mit sich trugen – als Zeichen ihrer Solidarität mit Misereor. Auf dem Weg durch die Orte und Städte des Bistums kamen die Wallfahrenden darüber mit den Leuten ins Gespräch, auch um auf die Anliegen der Menschen im globalen Süden hinzuweisen.
Im Rahmen des Misereor-Eröffnungsgottesdienstes in Hofheim ging es aber auch um das Jubiläum „50 Jahre Hüngertücher“.1976 hatte Misereor die Tradition der Hungertücher wieder ins Leben gerufen; seitdem wird alle zwei Jahre ein neues Bild gestaltet. Laut dem Hilfswerk „ermöglichen die Misereor-Hungertücher eine Begegnung mit dem Leben und dem Glauben von Menschen anderer Kulturen“. Im Rahmen einer Ausstellung konnten in der Hofheimer Stadthalle im Anschluss an den Eröffnungsgottesdienst alle 25 Tücher betrachtet werden – vom ersten Bild von Iyati Sahi bis zum aktuellen.
Einladung zur Besinnung
Die eigentliche Geschichte des Hungertuchs reicht über tausend Jahre zurück. Ursprünglich wurde es verwendet, um den Altar und die bildlichen Darstellungen Jesu, vor allem das Kreuz, während der Fastenzeit zu verhüllen. In der Tradition der mittelalterlichen Tücher möchte Misereor mit seinen Bildern zur Betrachtung des Leidens Christi und zur Besinnung einladen.
Auch nach dem Jubiläumsjahr wird es wieder ein Hungertuch geben: Das 26. Bild ist zwar noch nicht fertig, aber der kreative Prozess ist bereits im vollen Gange. Beauftragt wurde der in Frankreich lebende Künstler Bruce Clarke mit Verbindungen nach Südafrika und Burundi. In sein Kunstwerk werde er die Emmausgeschichte integrieren, verrät Hannah Braucks von Misereor. In der Regel würden im Vorfeld mehrere Künstlerinnen und Künstler gebeten, einen Entwurf abzugeben. Den inhaltlichen Impuls setzt dabei Misereor. Wenn das Hilfswerk dann den Auftrag vergeben hat, liegt die weitere Ausgestaltung bei der kunstschaffenden Person. Bruce Clarke verbindet in seinen Arbeiten Malerei mit Collagen und arbeitet dabei verschiedene Schichten heraus. Laut Braucks sei Clarke ein politischer Künstler, der über den eigenen Tellerrand schaue und Konflikte aus der Welt in seine Kunst hineintrage. Vorgestellt wird das nächste Hungertuch dann zur Fastenzeit 2027.
In folgenden Pfarreien im Taunus hängt das Hungertuch in der Fastenzeit aus:
Pfarrei Maria Himmelfahrt im Taunus
St. Johanne der Täufer Schneidhain
St. Vitus Oberhöchstadt
jeweils zu den Gottesdiensten geöffnet
Pfarrei St. Elisabeth Hofheim.Kriftel.Eppstein
St. Michael Eppstein-Niederjosbach
St. Jakobus Eppstein-Vockenhausen
Beide Kirchen sind in der Regel tagsüber geöffnet
In St. Bonifatius Hofheim-Marxheim gibt es eine Auswahl vieler Hungertüchern der vergangenen Jahre (nicht öffentlich zugänglich). Hier kann man sich auf Nachfrage welche ausleihen.
Kontakt: Odila Machill, o.machill@sankt-elisabeth-maintaunus.de
Pfarrei St. Marien Bad Homburg – Friedrichsdorf
Herz Jesu Bad Homburg-Gartenfeld
zu den Gottesdiensten geöffnet
St. Bonifatius Friedrichsdorf
tagsüber geöffnet
am Sonntag, 15. März, um 11 Uhr ist das Hungertuch Thema im Gottesdienst
Pfarrei St. Martinus Hattersheim
St. Martinus Hattersheim
Christ König Okriftel
jeweils täglich von 9 bis 15 Uhr
St. Martin Eddersheim
täglich 9 bis 15 Uhr (außer samstags)
Pfarrei St. Teresa am Main
St. Josef Flörsheim
St. Bonifatius Hochheim
St. Peter und Paul Hochheim
St. Katharina Wicker (wird noch ausgehängt)
jeweils zu den Gottesdiensten geöffnet
Pfarrei St. Ursula Oberursel – Steinbach
In allen Kirchen außer St. Ursula
zu den Gottesdiensten geöffnet