Frankfurt, 15.01.2026
Berufspolitiker in den Zonen der Angst
Michael Roth trinkt kein Bier, isst keine Bratwurst, geht nicht gern auf die Kirmes - und mit den Frauen hat er es auch nicht so. Das zumindest schreibt er in seinem Buch "Zonen der Angst", in der Einblicke ins Leben von Berufspolitikern gibt. Vergangene Woche hat er es im Haus am Dom in einer Soirée vorgestellt - und Einblicke in den Text gegeben, der sich eigentlich ums Leben in der Berufspolitik dreht, allerdings auch schnell sehr persönlich wird. So fragt Roth schon relativ zu Beginn: "Ist ein schwuler Vegetarier, der wenig Alkohol trinkt, den Wählerinnen und Wählern in einer ländlichen Region nicht vermittelbar?"
Roth ist studierter Politologe und war von 1998 bis 2025 Mitglied des Deutschen Bundestages sowie von 2013 bis 2021 Staatsminister für Europa beim Bundesminister des Auswärtigen Amtes. In seinem im September 2025 bei C.H. Beck erschienenen Buch gibt er Einblicke ins Leben von Berufspolitikern. Dabei beschreibt er offen die "Zonen der Angst" und reflektiert über den Druck, die Rituale der eigenen Partei oder Peergroup zu hinterfragen, und die psychischen Belastungen, die er lange nicht erkannte. Mit seinem Buch will er anderen Mut machen, sich ihren eigenen Ängsten zu stellen.
Hier kann die von Studienleiterin Dr. Yvonne Zelter moderierte Veranstaltung im Video angesehen werden.