Suchwort eingeben

Limburg/ Mainz/ Wiesbaden, 12.01.2026

Ein starkes Zeichen für Kinderrechte

Mit deutlichen Botschaften gegen Kinderarbeit und für die Stärkung von Kinderrechten waren Sternsingerinnen und Sternsinger aus den Bistümern Limburg, Mainz, Fulda, Speyer und Trier in der vergangenen Woche zu Gast bei den Landesregierungen von Rheinland-Pfalz und Hessen.

Sowohl in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei in Mainz als auch im Hessischen Landtag in Wiesbaden machten sie unter dem Motto „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ auf weltweite Verletzungen von Kinderrechten aufmerksam.

In Mainz empfing der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Alexander Schweitzer etwa 40 Sternsingerinnen und Sternsinger in der Staatskanzlei. Am Dreikönigstag, 06. Januar 2026, folgten Sternsingerinnen und Sternsinger aus den Bistümern Limburg, Fulda und Mainz der Einladung von Landtagspräsidentin Astrid Wallmann in den Hessischen Landtag. An beiden Orten brachten die Kinder und Jugendlichen ihre Forderungen in den politischen Dialog ein.

Kinderarbeit ist kein fernes Problem

Die Mädchen und Jungen beleuchteten die unterschiedlichen Perspektiven von Kinderarbeit. Eine Gruppe aus Mainz stellte in einem Rollenspiel den Alltag von Tarsim, einem Kind aus Bangladesch, dar, das in einer Aluminiumschüsselfabrik arbeitet. Die Sternsingerinnen und Sternsinger aus Fulda regten mit interaktiven Beispielen dazu an, eigene Vorstellungen von Kinderarbeit zu hinterfragen. Dabei wurde deutlich: Kinderarbeit ist kein fernes Problem, sondern kann auch in Deutschland Realität sein – etwa dann, wenn Kinder familiäre Pflegeaufgaben übernehmen und dadurch Bildungschancen verlieren.

Politik und Gesellschaft in der Verantwortung

Hendrik Schmidt, Diözesanvorsitzender des BDKJ Limburg, betonte: „Nicht nur die Sternsingerinnen und Sternsinger müssen gegen Kinderarbeit kämpfen, sondern auch die Politik und Gesellschaft muss sich gegen ausbeuterische Kinderarbeit einsetzen und Kinderrechte wahren. Dabei müssen auch Kinder und Jugendliche selbst zu Wort kommen“.

Ministerpräsident Alexander Schweitzer würdigte das Engagement der Sternsingerinnen und Sternsinger und hob die universelle Bedeutung von Kinderrechten hervor: „Menschenrechte sind global – sie machen nicht an Grenzen halt. Egal, wo Kinder leben, haben sie unveränderliche Rechte. Dass ihr euch dafür einsetzt, zeigt, dass auch Kinder einen Unterschied machen können. Damit sind sie ein Vorbild für andere Kinder, aber auch für viele Erwachsene.“

Die hessische Landtagspräsidentin Astrid Wallmann unterstrich ebenfalls die Dringlichkeit des Anliegens: „160 Millionen Kinder sind weltweit von Kinderarbeit betroffen. Diese Zahl darf uns nicht ruhen lassen – sie muss uns zum Handeln bewegen.“

Banner mit Kinderrechten im Hessischen Landtag

Ein sichtbares Zeichen setzten die Mädchen und Jungen im Hessischen Landtag mit einem großen Banner unter der Überschrift „Alle Kinder haben Rechte“, das beim Limburger Sternsingertag im November 2025 entstanden ist. Darauf sind zentrale Kinderrechte benannt, die im Rahmen von Kinderarbeit verletzt werden. Das Banner wurde von zahlreichen Sternsingerinnen und Sternsingern unterschrieben, um ihre gemeinsame Forderung sichtbar zu machen. Auch Bischof Georg Bätzing hat in diesem Rahmen das Banner unterzeichnet. Beim Empfang im hessischen Landtag hat Landtagspräsidentin Astrid Wallmann mit ihrer Unterschrift ebenfalls ein Zeichen für die weitere Stärkung von Kinderrechten gesetzt. Musikalisch begleitet wurden die Mädchen und Jungen in Wiesbaden von den Arfurter Kirchenspatzen.

In Mainz und Wiesbaden berichteten die Kinder und Jugendlichen zudem von ihren persönlichen Sternsingermomenten und davon, warum ihnen der Einsatz für Kinderrechte besonders am Herzen liegt. Zum Abschluss segneten sie die Staatskanzlei sowie den Hessischen Landtag und brachten den traditionellen Segen an.

Hintergrund: Über die Aktion Dreikönigssingen

Seit 1959 haben Sternsingerinnen und Sternsinger in Deutschland mehr als 1,4 Milliarden Euro gesammelt und damit weltweit Hilfsprojekte für Kinder unterstützt. Bei der 67. Aktion Dreikönigssingen im Jahr 2025 kamen rund 48,1 Millionen Euro zusammen, die in mehr als 7.300 Pfarrgemeinden, Schulen, Kindergärten und weiteren Einrichtungen gesammelt wurden. Mit den Mitteln aus der Solidaritätsaktion „von Kindern für Kinder“ werden Projekte in den Bereichen Bildung, Gesundheit, Ernährung, Kinderschutz, pastorale Begleitung, Nothilfe und soziale Integration unterstützt.

Bundesweiter Träger der Aktion sind das Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

Der BDKJ Limburg ist der Dachverband von acht katholischen Jugendverbänden mit etwa 8.500 Mitgliedern im Bistum Limburg. Er vertritt die Interessen von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in Kirche, Staat und Gesellschaft.

Zum Anfang der Seite springen